22.03.2020 - 12:36 Uhr
SchmidmühlenOberpfalz

Mit 90 noch immer Herr über sieben Völker

Großer Bahnhof für Alois Fuchs zu seinem Geburtstag: Er war über 40 Jahre Vorsitzender des Imkervereins Schmidmühlen.

Jubilar Alois Fuchs, in der Mitte, rechts daneben VdK Vorsitzender Karl Bauer, mit Bürgermeister Peter Braun sowie den beiden Vorsitzenden der Feuerwehr, Christian Renghart und Florian Pirzer sowie den Vertretern des Imkervereins, Vorsitzender Josef Fleischmann und Franz Schmid (von links).
von Autor POPProfil

Er ist auch mit 90 Jahren Imker und Naturfreund aus Leidenschaft - Alois Fuchs: Mit zahlreichen Freunden, Nachbarn, Angehörigen und Vereinsvertretern feierte er seinen 90. Geburtstag.

Nennt man in Schmidmühlen den Namen Alois Fuchs, so fällt wohl jedem sofort "Imker und Bienen" ein. Mehr als ein halbes Jahrhundert steht sein Name dafür. Fuchs hat seine familiären Wurzeln im Böhmerwald, genauer in Birkenhaid (Landkreis Prachatiz), wo er am 10. März 1930 geboren wurde. Ein Bruder verstarb noch in früher Kindheit. In Birkenhaid wuchs er mit seinen Eltern Anna und Alois Fuchs auf und ging dort zur Schule.

Doch der Krieg brachte eine einschneidende Veränderung: 1946 erfolgte die Zwangsaussiedelung und Vertreibung nach Deutschland. Mit seiner Mutter und Großmutter wurde er in einem Kohlenwaggon durch halb Tschechien transportiert. Schließlich kamen sie bei Furth im Wald nach Deutschland. Von dort führte der Weg weiter nach Maxhütte-Haidhof und schließlich nach Schmidmühlen, wo sie vorerst eine Bleibe fanden. In dieser ersten Zeit suchte Alois Fuchs immer wieder Arbeit bei umliegenden Bauern, bis er schließlich eine Lehre als Maurer beginnen konnte. Mit dem erarbeiteten und ersparten Geld kaufte sich Alois Fuchs einen Bauplatz, auf dem er sich ein Eigenheim errichtete. Im gleichen Jahre heiratete er seine Frau Melanie (geborene Vogl). Die glückliche Ehe hielt bis zu deren Tod im August 2018.

Nachdem der Jubilar bei verschiedenen Baufirmen gearbeitet hatte, begann er 1963 als Fahrer bei der Standortverwaltung der Bundeswehr in Hohenfels. Hier blieb Alois Fuchs bis zum Eintritt in den Ruhestand.

Schon bald nachdem er nach Schmidmühlen gekommen war, wurde er immer wieder von Imkern angesprochen, doch dieses Hobby zu beginnen, wie er sich erinnert. Die Imkerei wurde schließlich seine Lebensaufgabe, der Imkerverein sein Lebenswerk. 1957 trat Alois Fuchs diesem bei, und wurde bereits 1964 Schriftführer. 1966 übernahm er von Josef Schaller das Amt des Vorsitzenden und zeichnete bis 2013 in dieser Position verantwortlich für den Imkerverein.

Viele Höhen und Tiefen erlebte der Jubilar mit seinem Verein. 2013 konnte er das Amt und die Verantwortung in jüngere Hände geben. Für seine herausragenden Verdienste ernannte ihn der Imkerverein 2013 zum Ehrenvorsitzenden. Im gleichen Jahr, am 14. September, bekam Alois Fuchs den Titel "Ehrenimkermeister der Bayerischen Imkervereinigung e.V. Fürth" verliehen. Bei einem Ehrenabend verlieh der Markt Schmidmühlen ihm für seine großen Verdienste um den Imkerverein die Ehrenurkunde des Marktes in Gold.

Zu seinem Geburtstag, gratulierten nicht nur die Imker, sondern auch die Feuerwehr Schmidmühlen, der er bereits seit 50 Jahren angehört. Neben diesen Vereinen ist Fuchs auch Mitglied beim Gartenbau- und Ortsverschönerungsverein, beim VdK und beim Imkerverein Unteres Vilstal sowie beim Verein der Baumwarte in Schwandorf.

Zu den Gratulanten gehörten Bürgermeister Peter Braun und Pfarrer Werner Sulzer. Auch mit seinen stolzen 90 Jahren - so ganz kann Alois Fuchs das Imkern nicht lassen: Zurzeit betreut er noch sieben Völker.

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