19.03.2019 - 15:50 Uhr
SchmidmühlenOberpfalz

Wenn Ängste das Leben bestimmen

Nicht nur Senioren sind mit der Vortragsreihe „Seelische Gesundheit im Alter“, angesprochen. Die Themen, die da in Schmidmühlen behandelt werden, gehen alle Menschen an - mehr als viele denken.

"Wenn Ängste das Leben bestimmen" war die Auftaktveranstaltung der Vortragsreihe "Seelische Gesundheit im Alter" im Hammerschloss in Schmidmühlen. Referent war Dr. med Willy Müller (links) von der psychiatrischen Institutsambulanz und Tagesklinik in Amberg. Rechts Bürgermeister Peter Braun.
von Paul BöhmProfil

„Jeder kann hingehen und sich informieren“ merkten Johann Bauer von der Katholischen Erwachsenenbildung (KEB) und Bürgermeister Peter Braun in ihrem Eingangsstatement zur Vortagsreihe an. Dass man mit der Themenauswahl richtig lag, zeigte schon auch der sehr gute Besuch der Auftaktveranstaltung im Hammerschloss in Schmidmühlen. Eingeladen hatten dazu die katholische und die evangelische Kirchengemeinde, die Caritas Sozialstation Ensdorf, das Seniorennetzwerk Schmidmühlen, die Volkshochschule Amberg- Sulzbach, der VDK-Ortsverband Schmidmühlen und das sozialpsychiatrische Zentrum Amberg.

Wie der geschäftsführende Bildungsreferent der Katholischen Erwachsenenbildung (KEB) Johann Bauer informierte, umfasst die Vortragsreihe insgesamt vier Mittwoch-Nachmittage im Hammerschloss in Schmidmühlen. Beginn ist jeweils um 15 Uhr.

Beim ersten Thema befasst sich Dr. med. Willy Müller mit dem Thema „Wenn Ängste das Leben bestimmen“. Ängste und Panikattacken haben in der Regel eine langjährige Entstehungsgeschichte, hörte man in seinem Vortrag. Eine Angstentwicklung beginnt dann, wenn die positive Persönlichkeitsentfaltung gestört oder behindert wird. Um verdrängte Ängste nicht wieder erleben zu müssen, benötigt der Mensch Abwehrmechanismen.

Im Vortrag wurden grundlegende Informationen zu Angsterkrankungen vermittelt, wie Ursachen, Symptomatik, Therapie- und Betreuungsmöglichkeiten.

Noch vor Demenzen und Depressionen sind Angststörungen die häufigste psychische Erkrankung der Menschen, wobei generalisierte Ängste (Sorgen) im Alter steigend sind, informierte der Oberarzt der psychiatrischen Institutsambulanz Amberg. Im Mittelpunkt steht das ärztliche Gespräch.

Speziell in der dem Klinikum St. Marien angegliederten Tagesklinik Medbo (Medizinische Einrichtungen des Bezirks Oberpfalz) kümmern man sich seit etwa einem Jahr im Rahmen von Einzel- und Gruppensitzungen um diese Patienten.

Ein multiprofessionelles Team, in dem neben Ärzten auch Psychologen, Sozialpädagogen und Pfleger zusammen arbeiten. Zwar spielt die medikamentöse Therapie auch bei eine Rolle, die aber untergeordnet mit einher geht. „Unser Ziel ist es, unsere Patienten bei ihren Therapien bestmöglich zu unterstützen, sodass sie bald wieder fit fürs Leben sind“.

Und so geht es weiter: Die nächste Zusammenkunft zur Vortragsreihe „Seelische Gesundheit im Alter“ ist am Mittwoch, 27. März um 15 Uhr wieder im Hammerschloss. Zum Thmea „Himmelhoch jauchzend, zu Tode betrübt – Depressionen im Alter“ referiert Dr. med. Walter Scharl.

Die Psychiatrische Institutsambulanz, angesiedelt im Bereich des Klinikums St. Marien in Amberg, ist vergleichbar mit einer Hausarztpraxis und bietet eine ambulante Therapie an, die von ihrer Nähe zum Krankenhaus profitiert. Der Arzt hier ist ein Psychiater, der auch die Aufgaben eines Lotsen übernimmt und Patienten bei Bedarf in eine stationäre Aufnahme überweist. Die Tagesklinik könnte man auch als „Klinik ohne Betten“ bezeichnen. Die Patienten kommen morgens in die Klinik und besuchen individuell auf sie abgestimmte Angebote, wie Gruppen-, Kunst- oder Sporttherapie bis zum späten Nachmittag und verbringen die Nacht zuhause. Die Ambulanz und die Tagesklinik arbeiten eng mit den anderen Medbo-Standorten und dem St. Marien-Klinikum zusammen.

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