29.07.2020 - 17:53 Uhr
SchmidmühlenOberpfalz

Albin Koller ist neuer Obmann der Feldgeschworenen

Sechs Feldgeschworene unterstützen die Arbeit des Vermessungsamtes in Schmidmühlen. Zu ihrem neuen Obmann wurde Albin Koller (Emhof) gewählt.

Aus dem Kreis der Feldgeschworenen in Schmidmühlen wurde der bisherige Obmann Karl Scheuerer verabschiedet. Sein Nachfolger ist Albin Koller. Von links Vermessungsamtsrat Harald Herbert, Vermessungsoberrat Sebastian Hubmann, Johann Manglberger, Johann Mehringer, Obmann Albin Koller, Herbert Fleischmann, Christian Lautenschlager, der ausscheidende Obmann Karl Scheuerer, Dritter Bürgermeister Mathias Huger, Erster Bürgermeister Peter Braun, Zweiter Bürgermeister Martin Bauer und Georg Popp.
von Paul BöhmProfil

Albin Koller, der neue Obmann der Feldgeschworenen in Schmidmühlen, übernimmt dieses Amt von Karl Scheuerer aus Schmidmühlen, der seine Tätigkeit als Feldgeschworener nach 15 Jahren aufgegeben hat. In den vergangenen Jahren war er auch der Obmann der Feldgeschworenen in Schmidmühlen.

Wegen Corona verschoben

Wie Bürgermeister Peter Braun bei der Zusammenkunft der Feldgeschworenen sagte, wurde die Wahl des Obmanns, die ursprünglich für März geplant war, wegen der Coronakrise auf Juli verschoben. Nun konnte man zur Wahl des Obmanns und der Vereidigung der neuen Feldgeschworenen zusammenkommen.

Sowohl Bürgermeister Peter Braun als auch Vermessungsamtsrat Harald Herbert und Vermessungsoberrat Sebastian Hubmann vom Amt für Digitalisierung, Breitband und Vermessung aus Amberg bedankten sich mit dem neuen Obmann Albin Koller bei Karl Scheuerer für seine Arbeit als Feldgeschworener und seine langjährige Tätigkeit als Obmann. Es sei immer ein gutes Miteinander in all den Jahren im Team der Feldgeschworenen und des Vermessungsamtes gewesen.

Keine Vermessung ohne Feldgeschworene

Wie Sebastian Hubmann vom Vermessungsamt sagte, geht eine Vermessung ohne die Hilfe der Feldgeschworenen nicht mehr. Hervorgegangen sind diese aus den alten Mark- und Feldgerichten. Deren Aufgabe war es, in Grenzangelegenheiten Schiedssprüche zu fällen. So wurden die Feldgeschworenen zu Hütern der Grenzen und Abmarkungen. Sie versuchen schon seit alters her, die Grenzzeichen durch geheime Zeichen gegen Versetzung durch Unbefugte zu schützen. Diese „Siebenerzeichen“ sind, meist besonders geformt und vielfach beschriftet, aus Ton, Glas, Porzellan oder Metall. Die Art des Unterlegens war Bestandteil des Siebenergeheimnisses und wurde von Gemeinde zu Gemeinde unterschiedlich behandelt.

Auch heute noch wirken die Feldgeschworenen regelmäßig bei Abmarkungen mit, indem sie die staatlichen Vermessungsbehörden bei Grundstücksvermessungen unterstützen. Auch für private Bürger dürfen sie einmal gesetzte Grenzzeichen suchen, aufdecken sowie sichern, höher oder tiefer setzen, wenn der Grundstückseigentümer dies beantragt. Erst wenn die ursprüngliche Lage der Grenzpunkte auf Grund der Siebenerzeichen oder sonstigen Unterlagen zentimetergenau feststeht, dürfen sie in eigener Zuständigkeit und Verantwortlichkeit Grenzzeichen aufrichten und wieder einbringen.

Hintergrund:

Feldgeschworene

Feldgeschworene wirken in Bayern, Rheinland-Pfalz und teilweise auch in Thüringen bei der Kennzeichnung von Grundstücksgrenzen und Flurstücken mit. Sie setzen Grenzsteine höher oder tiefer, entfernen Vermessungspunkte oder ersetzen beschädigte Vermessungspunkte. Das Amt des Feldgeschworenen ist ein kommunales Ehrenamt. Ihre Aufgabe ist es, bei der Abmarkung der Grundstücke mitzuwirken. Darüber hinaus sollen die Feldgeschworenen auf den Erhalt der Grenzzeichen hinwirken und deren Zustand, insbesondere an den Flur- und Gemeindegrenzen, überwachen.

Auf Anordnung des Bürgermeisters nehmen die Feldgeschworenen auch Grenzbegehungen vor. Dabei oder bei der Überwachung der Grenzzeichen festgestellte Mängel müssen den Grundstückseigentümern, Mängel an den Gemeindegrenzzeichen dem Ersten Bürgermeister mitgeteilt werden.

Klicken Sie hier für mehr Artikel zum Thema:

Für Sie empfohlen

 

 

Videos aus der Region

Kommentare

Um Kommentare verfassen zu können, müssen Sie sich anmelden.

Bitte beachten Sie unsere Nutzungsregeln.