11.06.2019 - 15:02 Uhr
SchmidmühlenOberpfalz

Auftrag Inklusion: Bilanz nach sechs Monaten

Seit sechs Monaten hat der Markt Schmidmühlen zwei Inklusionsbeauftragte: Michaela Meyer und Karl Bauer. Sie wurden einstimmig vom Marktgemeinderat bestellt. Beide waren bei ihrer Berufung sicher: Auf sie warten wichtige Aufgaben.

Bürgermeister Peter Braun (von links) und die Inklusionsbeauftragten Karl Bauer und Michaela Meyer am Friedhof. Hier konnte innerhalb kürzester Zeit ein Problem beseitigt werden. Die Wegeinfassung wurde teilweise abgesenkt. Dies erleichtert es, zu den Gräbern zu kommen.
von Autor POPProfil

Die beiden Inklusionsbeauftragten tragen zukünftig dazu bei, dass Menschen mit Behinderungen oder Beeinträchtigungen genauso am kommunalen Leben in der Gemeinde Schmidmühlen teilnehmen können wie Nichtbehinderte. Dies ist ein wichtiger Auftrag, der unter anderem im Grundgesetz und der Bayerischen Verfassung festgeschrieben ist, aber ebenso im Bundesgleichstellungsgesetz sowie in der UN-Behindertenrechtskonvention. So heißt es im Artikel 118a der Verfassung des Freistaates: "Menschen mit Behinderungen dürfen nicht benachteiligt werden. Der Staat setzt sich für gleichwertige Lebensbedingungen von Menschen mit und ohne Behinderung ein."

In den ersten Monaten wurde von den Inklusionsbeauftragten eine Bestandsaufnahme gemacht, um mögliche Handlungsfelder festzustellen. Karl Bauer: "Dabei konnten einige Verbesserungsvorschläge erarbeitet werden, die man auch an den Marktrat weitergeleitet hat. Aber es hat sich auch gezeigt, dass in den vergangenen Jahren schon viel umgesetzt wurde." Als Beispiele hierfür könnten die Rampe zur Toilette im Friedhof, der Aufzug im Hammerschloss und der Schlossstadel genannt werden. "Die Erfahrung der letzten Monate zeigt", betonte auch Michaela Meyer, "dass sowohl Marktrat als auch die Verwaltung mit dem Bürgermeister den Anliegen wirklich aufgeschlossen gegenüberstehen". So werden die aufgezeigten Handlungsfelder noch in der Juni-Bauausschusssitzung Thema sein. Barrierefreiheit sei von zentraler Bedeutung: Es gehe immerhin um die Lebensqualität der Bürger in der Gemeinde.

Als strategische Ziele ergab damals die ISEK-Studie die Sicherung von städtebaulichen Qualitäten im Ortskern mit einer städtebaulichen Beratung der Hausbesitzer. Dazu gehören auch die Barrierefreiheit in Gebäuden und Freiräumen. Aktuell, so Bauer, sei man dabei, im Bereich wichtiger Dienstleistungsunternehmen Verbesserungen durchzusetzen. Die beiden Inklusionsbeauftragten versprechen, hartnäckig zu bleiben. Viele kleinere Maßnahmen könnten relativ kurzfristig umgesetzt werden. Ein Beispiel hierfür sei der Friedhof. Dort wurden die Randsteine in einigen Bereichen bereits abgesenkt. "Wirklich gut, wie schnell der Markt und der Bauhof hier reagiert haben." Für das "große Ganze", erklärt bei einem Ortstermin Bürgermeister Peter Braun, wird man eine Gesamtplanung von einem Ingenieurbüro ausarbeiten lassen. Er machte aber auch deutlich, dass dies peu à peu abgearbeitet werden kann.

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