05.03.2020 - 11:46 Uhr
SchmidmühlenOberpfalz

Drischldrescher blicken auf ihr erstes Jahr zurück

Der jüngste Schmidmühlener Verein will Trachtler bei der Brauchtumspflege entlasten. Verschiedene Auftritte sind bereits geplant.

Viel beachtet und mit ebenso mit viel Applaus bedacht wurde der Auftritt der Drischldrescher beim Marktfest.
von Autor POPProfil

"Kleiner Verein, schon ganz groß" - so lässt sich die erste Bilanz des "jüngsten Vereins" in Schmidmühlen umschreiben. In der Satzung heißt es bürokratisch ganz trocken: "Der Verein führt den Namen Drischldrescher Schmidmühlen und hat seinen Sitz in Schmidmühlen. Mit dem 13. März 2019 kamen noch zwei Buchstaben hinzu: e.V.". Nach der Eintragung ins Vereinsregister des Amtsgerichts nennt sich der Zusammenschluss offiziell Drischldrescher Schmidmühlen e.V. .

Dies war eine der Bekanntgaben, die Vorsitzender Günter Rudolf in der sehr gut besuchten Jahreshauptversammlung im Trachtenheim vortrug. Gründung war am 24. November 2018, als 16 Traditionsbewusste sich im Trachtenheim trafen, um den neuen Verein aus der Taufe zu heben. Nachdem nun etwas mehr als ein Jahr vergangen ist, blickte Rudolf auf die Anfangszeit zurück. Inzwischen stehe der Verein auf einer geordneten rechtlichen Basis. Die Zahl der Mitglieder hat sich bereits deutlich vergrößert. Aktuell stehen 25 Namen in der Mitgliederliste. "Da wäre noch Luft nach oben", so der Vorsitzende. Mit ersten öffentlichen Auftritten und der Organisation des Kathreintanzes setzte man die satzungsmäßigen Vorgaben vergangenes Jahr um.

Der Verein arbeite gemeinnützig. Deshalb bekam er auch die Gemeinnützigkeit des Finanzamtes zuerkannt. Den Erhalt von Brauchtum und Tradition machen in der modernen und schnelllebigen Zeit Sinn und sind wichtig. In diesem Bereich arbeitet der Verein eng mit dem Trachtenverein zusammen. Dies zeigt sich auch darin, dass viele Mitglieder des Trachtenvereins zu den Drischldreschern gehören. Die Pflege des Drischldreschens hat in Schmidmühlen lange Tradition. Immer dann, wenn sich der Trachtenverein bei einem Fest dem Motto "Erntegesellschaft" widmete, war eine Gruppe Drischldrescher mit dabei.

Quasi als Bruderverein des Heimat- und Volkstrachtenvereins widmet sich der neue Verein diesem Brauchtum und entlastet so den Trachtenverein bei der Traditionspflege. Ein erster Höhepunkt im vergangenen Jahr war der Auftritt beim Marktfest. Dieser stieß auf großes Interesse der Besucher. Die Gruppe bekam viel Applaus. Beteiligt hat man sich auch beim Marktfesteinzug. Einen weiteren Auftritt hatte der Verein bei der Kirchweih in Winbuch. Eine eigene Veranstaltung war der Kathreintanz im Hammerschlossstadel. Er wurde von den Volkstänzern aus der Oberpfälzer Region sehr gut angenommen.

Vertreten war der Verein ferner bei repräsentativen Terminen, so beim Ehrenabend des Marktes. Auch bei der Christbaumversteigerung in Winbuch war der Verein dabei. Mit Blick auf die kommenden Monate möchten die Drischldrescher eine Tanzveranstaltung abhalten, sei es ein Kathrein-, ein Kirwavolks- oder ein Sommervolkstanz. Verschiedene Möglichkeiten wurden intensiv diskutiert.

Geplant sind verschiedene Auftritte, so auch wieder beim Marktfest.

Blick in Historie:

Pflege des Brauchtums

Gerade die Bauernarbeit war eine harte Arbeit. Das Getreide wurde im Frühjahr mit der Hand gesät und im Sommer mühsam geerntet, schließlich musste es in den Wintermonaten gedroschen werden. Da war Muskelkraft gefordert und Koordination. Drei oder vier Personen waren am Tag stundenlang mit dieser Arbeit beschäftigt - über viele Wochen hinweg. Das Getreidedreschen erfolgte bis zur Jahrhundertwende hauptsächlich mit der Drischel auf der Tenne. Eine Verbesserung brachten die ersten Dreschmaschinen. (pop)

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