19.03.2020 - 17:07 Uhr
SchmidmühlenOberpfalz

Gemeinden im Corona-Modus am Beispiel Schmidmühlen

Abgesagt. Dieses Wort liest man nun täglich, wenn man die Zeitung aufschlägt. Das Coronavirus hat das öffentliche Leben und damit auch das Vereinsleben erreicht. Abgesagt sind mittlerweile alle Veranstaltungen im Markt Schmidmühlen.

Sowohl Kreisbrandrat Fredi Weiß als auch KBM und Kommandant Jürgen Ehrnsberger stellen klar: Trotz Coronavirus ist die Einsatzbereitschaft der Landkreisfeuerwehren gesichert, auch wenn die Ausbildung ausgesetzt wurde. Einsatzbereit sind also nicht nur die FFW Schmidmühlen mit Kommandant Jürgen Ehrnsberger (rechts) und seinem Team Patrick Hauser, Anna Manglberger und Christoph Zollbrecht (von links).
von Autor POPProfil

Viele Vereine haben bereits vergangene Woche reagiert und das Vereinsleben auf Krisenmodus gefahren. Abgesagt sind Traditionsveranstaltungen wie die Josefi-Feier der Maurer und Zimmerer, Kulturveranstaltungen wie das Osterkonzert der Blaskapelle, aber auch alle Sportveranstaltungen der Schützenvereine und der Sportvereine. Doch haben auch die Feuerwehren im Landkreis ihre Einsatzbereitschaft eingestellt? „Nein“ – so die klare Aussage von Kreisbrandrat Fredi Weiß in einem Pressegespräch. „Die Feuerwehren im Landkreis sind nach wie vor in vollem Umfang einsatzbereit.“ Ausgesetzt wurden zwar alle Übungen, Lehrgänge oder Veranstaltungen auf Vereinsebene, aber wer Hilfe von den Feuerwehren braucht, bekommt sie auch. Über die Notrufnummer 112 wird wie gewohnt die Integrierte Leitstelle Amberg alarmiert und ziel- sowie bedarfsgerecht Hilfe geschickt. Die Einsatzkräfte haben sich aber auch zu ihrem Schutz auf die Lage eingestellt. Wenn mehrere Einsatzfahrzeuge zur Verfügung stehen, wird man diese auch nutzen.

Das Aussetzen von Übungen und Ausbildungen hat nach Aussage von Kreisbrandmeister Jürgen Ehrnsberger – er ist auch zugleich Kommandant der Feuerwehr Schmidmühlen – keinen Einfluss auf die Einsatzbereitschaft. Nicht nur die FFW Schmidmühlen sondern alle Feuerwehren im Landkreis haben einen hervorragenden Ausbildungsstand, so dass die Feuerwehren nach wie vor im erforderlichen Umfang helfen können, betont Weiß.

Ihren Einsatzdienst hingegen eingestellt haben alle First-Responder-Standorte, auch in Schmidmühlen. Die Notfallversorgung der Bürger wird nun ausschließlich über die Telefonnummer 112 geregelt, wie Schmidmühlens Bürgermeister Peter Braun mitteilte. Der Markt Schmidmühlen hat sich, wie alle Kommunen auch, auf die aktuelle Situation eingestellt. In einer Krisensitzung im Rathaus war das einzige Thema "Schutz der Bevölkerung und der Mitarbeiter vor einer Infektion mit dem Corona-Virus" sowie "Sicherstellung der Nahversorgung". Ab sofort findet im Rathaus kein Parteiverkehr mehr statt. Die Bürger können die Gemeindeverwaltung jedoch telefonisch oder per Email erreichen, ihr Anliegen schildern und in den meisten Fällen ihr Anliegen auch ohne persönlich vorsprechen zu müssen lösen. So lassen sich bestimmte Vorgänge auch aufschieben, da die vorgesehenen Sanktionen für verspätete Um-, An- oder Abmeldung, ungültige Pässe und Ausweise oder Gewerbe-An- und abmeldungen ausgesetzt wurden. All diese Meldungen können im Normalbetrieb in hoffentlich einigen Wochen dann ohne Konsequenzen nachgeholt werden.

"Viel wichtiger ist jedoch", so Bürgermeister Peter Braun, "dass derzeit die örtlichen Versorger wie Lebensmittelläden oder Apotheken in ihrer Logistik unterstützt werden, um weiterhin den Bedarf des täglichen Lebens der Bürger decken zu können." So hat Bürgermeister Peter Braun großzügig den örtlichen Versorgern Unterstützung beim Befüllen von Regalen, Stapeln oder Laden von Waren – hauptsächlich durch Mitarbeiter des gemeindlichen Bauhofs oder der Raumpfleger der Schule – zugesagt. Diese Hilfe muss lediglich unbürokratisch angefordert werden.

Auch Risikogruppen oder Personen in Quarantäne sollen unterstützt werden. Hier wird die Nachbarschaftshilfe für die Versorgung des täglichen Bedarfs – unterstützt durch die Mitarbeiter der Gemeinde – zur Verfügung stehen.

Auch die Spielplätze, Vereinsheime, der Schloss-Stadl oder das Hammerschloss sind ab sofort für Veranstaltungen, Feste und Feiern geschlossen – aufgrund der Allgemeinverfügung des Freistaates Bayern. Trauungen können mit maximal vier Personen – zum derzeitigen Stand – vorgenommen werden. Marktratssitzungen werden voraussichtlich noch im Schlossstadl stattfinden. Es wird dabei jedoch ein Abstand von 1,5 Metern zu Personen eingehalten und der öffentliche Teil auf insgesamt 30 Personen beschränkt werden müssen.

Die Sperrung des Schlossstadels hat auch zur Folge, dass der Kabarettabend mit Stefan Kröll abgesagt wurde. In wie weit der Rockabend Ende April stattfinden wird, bleibt offenm heißt es von der Gemeinde. Die meisten Vereine reagieren dennoch gelassen. Nichts ist so wichtig, wie die Gesundheit der Bürger und Vereinsmitglieder, hört man.

Die Gemeindeverwaltungen haben – wie hier in Schmidmühlen – reagiert und sich auf den Krisenfall eingestellt.
Wie hier in Schmidmühlen wurden alle Sportplätze gesperrt. Training und Spielbetrieb sind eingestellt, Sport- und Schützenheime geschlossen.
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