Einen beeindruckenden Schlussakkord zum 50-jährigen Jubiläum der Blaskapelle St. Ägidius setzte am vergangenen Sonntag das Kreis-Orchester des Nordbayerischen Musikbundes Amberg-Sulzbach zusammen mit der Blaskapelle St. Ägidius Schmidmühlen beim Kreis-Konzert. Zwar hatte Sturmtief „Luise“ unwirtliches Wetter mit Regen und Sturmböen gebracht, aber dies hielt die Freunde der konzertanten Blasmusik aus der Region nicht davon ab, zum Konzert des Nordbayerischen Musikbundes nach Schmidmühlen zu kommen.
Die bis in die letzte Ecke bestuhlte Schulturnhalle reichte gerade noch aus, um allen Besuchern einen Platz zu bieten. Andreas Preußl, der Vorsitzende der Blaskapelle St. Ägidius, begrüßte die Gäste, die aus dem gesamten Landkreis zu diesem besonderen Konzerterlebnis gekommen waren. Bürgermeister Daniel Sandner vom Markt Schmidmühlen freute sich über den Besucheransturm als krönenden Abschluss zum 50-jährigen Bestehen der Blaskapelle St. Ägidius. Dr. Christian Bäuml dirigierte beide Kapellen.
„Gruß an Schmidmühlen“
Den ersten Teil des Konzertabends hatte die Blaskapelle St.-Ägidius übernommen. Zum Auftakt kredenzte sie den Marsch „Gruß an Schmidmühlen“, den ihr langjähriger Dirigent Josef Lobenhofer zum 20-jährigen Jubiläum der Jubelkapelle komponiert hatte. Mit dem Konzertwerk „Where Eagles Soar“ entfaltete das große Orchester von St. Ägidius eine unvergessliche Klangpracht majestätischer Passagen und melodischer Bögen.
Zum Konzertstück „Oregon“ zeigte sie schöne Landschaften des gleichnamigen US-Bundesstaates, gepaart mit Variationen von Western- und Rockrhythmen. Eine echte Perle der böhmischen Polka-Kunst war „Die Liebste“ als Hommage für einen geliebten Menschen. Man nahm eine Medley-Anleihe bei „The Best of Beatles“, deren Werke heute immer noch zu den meistgespielten Stücken zählen. Mit dem Konzertmarsch „Abschied der Slawin“ beendete die Blaskapelle St.-Ägidius ihren Konzertteil, um den Platz für das Kreisorchester freizumachen.
Unter der Leitung von Dr. Christian Bäuml erzählte das gut 50 Musikerinnen und Musiker umfassende Ensemble aus Wagners Konzertmarsch „Der Ring der Nibelungen“. Man tauchte mit dem einstudierten Konzertwerk „Fate of the Gods“ – dem Schicksal der Götter – in die nordische Mythologie ein. Nach einer gefühlvollen Einführung mit drei Sätzen in die „First Suite in E“ wagte man mit viel Elan den Anstieg auf den höchsten Berg der Welt. Das Konzertwerk „Mt. Everest“ zeigte mit robusten Bassmelodien, mitreißenden Holzbläserpassagen und treibenden Rhythmen die epische Schönheit und die überwältigende Macht des höchsten Berges der Welt als konzertantes Musikerlebnis.
Solist Chris Gardner
Chris Gardner war der Gesangssolist zur Ballade „What a Wonderful World“, mit der Louis Armstrong 1967 seinen Welterfolg feiern konnte. Man lauschte den schönsten Melodien der schwedischen Popgruppe ABBA, die immer noch in allen Ohren für Wohlklang sorgen. Das im Jahr 2024 zusammengestellte Kreisorchester verabschiedete sich zusammen mit den Musikerinnen und Musikern von St. Ägidius nach der Zugabe, der Bayernhymne und dem Deutschlandlied.
Das Kreisorchester des Nordbayerischen Musikbundes Amberg-Sulzbach wurde 2024 durch Kreisdirigent Dr. Christian Bäuml geschaffen und tritt einmal im Jahr zu einer Projektphase zusammen. Diese dient der Vernetzung der teilnehmenden Vereine. In diesem Jahr haben sich fünfzig Musikerinnen und Musiker zum Kreisorchester eingefunden. Die Mitwirkenden kamen heuer aus Hahnbach, Schlicht, Schmidmühlen, Schnaittenbach, Gebenbach, Pettendorf, Burglengenfeld, Haselmühl-Kümmersbruck, Rieden, der Stadt Amberg, Ammerthal, Hohenburg, Sulzbach-Rosenberg, Bernhardswald und Neuhaus.
Die Blaskapelle St. Ägidius Schmidmühlen erfreut seit 50 Jahren ihre Zuhörer und hat sich weit über Schmidmühlen hinaus einen guten Ruf als kultureller Träger erarbeitet. Die Blaskapelle spielt für Jung und Alt und kümmert sich um die musikalische Ausbildung von Kindern und Jugendlichen. Die Ausbildung reicht vom Blockflötenunterricht, Instrumentalunterricht über die Bläserklasse, das Nachwuchsorchester bis hin zum großen Orchester und wird durch den Verein unterstützt. Das Repertoire deckt das ganze Spektrum der Blasmusik ab.




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