07.03.2019 - 18:24 Uhr
SchmidmühlenOberpfalz

Schmidmühlen: Strategien gegen Wassernot

Strategische Verbundleitungen sollen dafür sorgen, dass künftig keine Engpässe in der Trinkwasser-Versorgung entstehen können: Mit diesem Thema befasste sich der Schmidmühlener Gemeinderat.

Ums Trinkwasser ging es im Schmidmühlener Gemeinderat.
von Paul BöhmProfil

Zu Gast war Franz Herrler, Sprecher der Kooperation "Trinkwasserschutz Oberpfälzer Jura", vom Zweckverband Laaber-Naab-Gruppe. Wie Bürgermeister Peter Braun anmerkte, hat Schmidmühlen einen aktiven Wasserverbund mit dem Markt Hohenburg. Über das Winbucher Netz wird regelmäßig Trinkwasser zugeführt, um die Leitungen keimfrei zu halten. Ein Notverbund besteht mit dem Zweckverband der Vils-Naab-Gruppe im Bereich von Harschhof. Hier hat Schmidmühlen die Möglichkeit, Trinkwasser aus dem Zweckverband der Vils-Naab-Gruppe ins Schmidmühlener Netz einzuspeisen.

Franz Herrler berichtete, dass eine Trinkwasserschutz-Kooperation in den vergangenen Jahren wegen der trockenen Sommermonate in den Gemeinden sehr oft diskutiert worden sei. Dem Zweckverband gehören neben den Stadtwerken Burglengenfeld auch die Stadt Maxhütte-Haidhof, der Markt Regenstauf, die Stadt Velburg und verschiedene Gemeinden aus dem Laabertal an. Zwölf Wasserversorger sind derzeit im Verbund. Die Schutzgebietsfläche umfasst etwa 15 000 Hektar.

Versorgt werden etwa 400 000 Menschen mit Trinkwasser. Die Kooperation kümmert sich um die Einzugs- und Schutzgebiete, erstellt individuelle Schutzfunktions-Karten und berät Kommunen sowie andere Nutzer bei der Betreuung der Wasserleitungsnetze. "Dazu gehört eine umfassende Datenbank mit Zugriff der jeweiligen Kommune auf ihre Daten", sagte Herrler. Um guten Trinkwasserschutz zu gewährleisten, müsse man nicht nur die Wasserqualität im Blick haben, sondern auch die Risiken aus Landwirtschaft, Gewerbe, Bahn, Autobahn, Straßen, Dolinen, Altlasten, Hochwasser, Forstwirtschaft und Siedlungen. "Die Erstellung einer Gefährdungsanalyse und die Umsetzung eines Überwachungskonzeptes sind erste Schritte zur Abschätzung von Versorgungsrisiken", sagte Herrler. "Man muss auch wissen, dass unser gefördertes Trinkwasser fast 30 Jahre alt ist."

Zum Programm gehört auch eine Schulung der Wassermeister und -warte der angeschlossenen Kommunen. Vom Freistaat Bayern gibt es derzeit noch gute Fördermöglichkeiten. In seiner März-Sitzung will der Marktgemeinderat darüber entscheiden, ob er der Kooperation Trinkwasserschutz Oberpfälzer Jura beitritt.

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