06.10.2019 - 11:50 Uhr
SchmidmühlenOberpfalz

US-Army will Übungsfläche für Militär kennzeichnen

Eine Erweiterungsfläche des Truppenübungsplatzes Hohenfels um 300 Hektar hätte für die Schmidmühlener eine unzumutbare Härte bedeutet. Jetzt zeichnet sich vor dem Verwaltungsgericht Regensburg eine Vergleichslösung ab.

Um den gesamten Truppenübungsplatz Hohenfels zieht sich ein Flugkorridor (äußerer Ring), den die Militärs zu Übungszwecken befliegen dürfen. Der innere Ring ist die Grenze des Truppenübungsplatzes.
von Paul BöhmProfil

Eine Erweiterungsfläche des Truppenübungsplatzes Hohenfels um insgesamt 300 Hektar hätte für die Schmidmühlener eine unzumutbare Härte bedeutet. Jetzt zeichnet sich vor dem Verwaltungsgericht Regensburg eine Vergleichslösung ab.

Aus dem Verhandlungstermin vor der 8. Kammer des Verwaltungsgerichts Regensburg informierte Bürgermeister Peter Braun im Marktgemeinderat. Im Schmidmühlener Fall ging es um eine Erweiterung des Übungsplatzes Hohenfels bis direkt an Schule und Wohnhäuser.

Unmittelbar an Gemeinde

In dieser Landbeschaffungsmaßnahme der Bundesanstalt für Immobilienangelegenheiten (BIMA) für den Truppenübungsplatz Hohenfels habe man sich jetzt einigen können. Das unmittelbar an die Gemeinde angrenzende Grundstück betreffe den Bereich der Erasmus-Grasser-Schule. Im Vorfeld habe der Markt Schmidmühlen beim Verwaltungsgericht in Regensburg gegen die Bundesrepublik, vertreten durch die Bundesanstalt für Immobilienangelegenheiten (BIMA, Bundesforst) geklagt, dass dies eine unnötige Härte gegenüber Schmidmühlen sei, wenn der Truppenübungsplatz im Bereich des Geißberges näher an den Ort rückt.

Seit 2016 befasste man sich im Rathaus immer wieder mit den BIMA-Ansinnen. Insgesamt gesehen geht es bei diesen Erweiterungsaktionen um etwa 300 Hektar Land rund um den gesamten Übungsplatz. Sollte die militärische Einrichtung um die Teilfläche von 20 767 Quadratmetern vergrößert werden, rückt der Truppenübungsplatz direkt ohne Puffer an Schmidmühlen heran. Im Rathaus sah man dies als eine gewichtige Einschränkung an.

Angestoßen wurde die Einbeziehung dieses außerhalb des militärischen Übungsgebietes gelegene Grundstück nicht durch die Amerikaner, sondern vom Bundesforstamt. "Die Fläche gehört dem Bund, steht unter BIMA-Verwaltung und lag bisher außerhalb des militärisch genutzten Teil des Truppenübungsplatzes", sagte Braun vor dem Gemeinderat.

Von Seiten des Marktes Schmidmühlen hatte es auch eine Kaufofferte für dieses etwa zwei Hektar große Grundstück gegeben. Aus dem Vergleichsvorschlag erklärte sich die US-Army bereit, von der Übungsplatzseite aus deutliche Markierungen anzubringen, dass in diesem Bereich eine Übung für die Militärs nicht mehr möglich ist. Diesem Vergleichsvorschlag stimmte der Marktgemeinderat jetzt zu. Auch die Lärmentwicklung der Ende September 2019 zu Ende gegangenen Übung "Saber Junktion" der US-Army im Truppenübungsplatz Hohenfels war wieder Thema im Rathaus. Berichtet wurde von spätabendlichen Drohnenflügen bis hin zu Hubschrauber- und Fluglärm.

Übungen im Flugkorridor

Wie Bürgermeister Peter Braun informierte, gibt es einen Flugkorridor rund um den gesamten Truppenübungsplatz, der von den Militärs zu Übungszwecken beflogen werden kann. "Wenn es einmal zu laut wird, kann man zu jeder Tages- und Nachtzeit das Lärmtelefon des Hohenfelser Flugplatzes anrufen. Von Seiten des Militärs ist man dort immer bestrebt, den Fluglärm so schnell wie möglich zu unterbinden", sagte Bürgermeister Peter Braun dazu im Marktgemeinderat.

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