Ursula Krebs könnte ein ganzes Buch über ihr Leben schreiben. Es war ein weiter, oft ein steiniger und beschwerlicher Weg, den die Jubilarin aus Greining bei Schmidmühlen in den letzten 100 Jahren hatte. Geprägt von harten Schicksalsschlägen, aber auch von versöhnlichen Momenten, berichtete sie an ihrem Ehrentag von ihren Erlebnissen – so lebendig, als wäre alles erst gestern geschehen.
Ursula Krebs wurde 1926 in Alt-Weynothen geboren, unweit von Tilsit im nördlichen Ostpreußen nahe der russischen Grenze, wo sie ihre Kindheit und Jugend verbrachte. „Schon in jungen Jahren mussten wir mit anpacken, um die Familie zu unterstützen“, erinnert sie sich. 1943 heirateten Heinz Büttner und Ursula Schöpper.
Schwere Schläge und Mut in der Fremde
Der große Einschnitt kam Herbst 1944, als die Ostfront unaufhaltsam näher rückte. Die Familie reiste über Berlin, Dresden und Zittau zunächst in das Zisterzienserinnen- Klosterstift Marienthal und schließlich in ein Flüchtlingslager nach Deutsch-Reichenau im heutigen Tschechien. In Marienthal erlebte Ursula Krebs, nicht nur das Kriegsende, sondern auch ein beinahe wunderbares Wiedersehen mit ihrem Mann Heinz Büttner, der dort aufgrund einer Kriegsverletzung im Lazarett lag.
Die Vertreibung führte das Paar in Richtung Dachau. „Gestrandet sind wir aber in Sulzbach-Rosenberg“, erzählt sie. Doch das Glück währte kurz: Ihr Mann Heinz kam bei einem Unfall ums Leben.
Auf der Suche nach Arbeit zog es sie 1947 nach München. Dort fand sie nicht nur eine neue Anstellung, sondern auch in Karl Krebs einen neuen Lebenspartner. Gemeinsam arbeiteten sie über 20 Jahre lang in einem medizinischen Betrieb.
Ankunft in der Oberpfalz
Nach dem Eintritt in den Ruhestand zog das Ehepaar ins oberschwäbische Hauerz bei Bad Wurzach. Als ihr zweiter Mann Karl Krebs im Jahr 1997 verstarb, entschied sich Ursula Krebs, näher zu ihrer Verwandtschaft zu ziehen. Seit 2014 lebt sie bei ihrem Neffen Ewald Schöpper und dessen Familie in Greining bei Schmidmühlen. „Ich schätze mich glücklich, hier eine neue Heimat mit Familienanschluss gefunden zu haben“, sagt sie. Nach ihrer langen „Lebens-Odyssee“ sei das für sie „wie Ostern und Weihnachten zugleich“.
Zu ihrem 100. Geburtstag gratulierten neben der Familie auch Bürgermeister Peter Braun für den Markt Schmidmühlen sowie Pfarrer Alfredo Malikoski für die evangelische Kirchengemeinde. Auch Landrat Richard Reisinger und Ministerpräsident Markus Söder sendeten Glückwünsche. Die Caritas-Sozialstation Ensdorf sowie Freunde und Nachbarn schlossen sich an.



















Um Kommentare verfassen zu können, müssen Sie sich anmelden.
Bitte beachten Sie unsere Nutzungsregeln.