09.04.2021 - 10:07 Uhr
SchnaittenbachOberpfalz

Eichenprozessionsspinner sorgt für Disput im Stadtrat Schnaittenbach

von Klaus HöglProfil

Nach dreieinhalb Stunden Sitzungsdauer kündigte Bürgermeister Marcus Eichenmüller den Tagesordnungspunkt "Sonstiges" an. Eigentlich ein Hinweis: Das Ende des öffentlichen Teils der Stadtratstagung ist nah. Uwe Bergmann (SPD) aber brachte noch den Eichenprozessionsspinner ins Spiel. Er fragte nach dem Stand von dessen Bekämpfung durch die Stadt. Und rief mit der Bemerkung "Showveranstaltung" Markus Nagler (CSU) auf den Plan.

Rückblende: Markus Nagler (CSU) hatte unlängst in einer gemeinsamen Aktion mit den CSU-Kollegen aus Hirschau Nistkästen an Eichen entlang des Feldwegs zwischen Haid und Sargmühle aufgestellt. Der Grund: Die Eichen dort sind besonders befallen von den Schädlingen. Natürlicher Feind des Eichenprozessionsspinners sind nach Angaben Naglers bestimmte Vögel – deshalb die Nistkästen im Hinblick auf eine natürliche und wirksame Bekämpfung.

Weil sich aber die gefährlichen Tierchen Eichen ausgesucht haben, die auf Privatgrund stehen, sind den Städten Schnaittenbach und Hirschau, auf deren Hoheitsgebiet die befallenen Bäume stehen, die Hände gebunden. "Wir haben jedenfalls was dagegen getan", sagte sinngemäß Nagler auf den fragenden Einwand von Uwe Bergmann (SPD), "ob die Anbringung von sechs Vogelhäuschen am Feldweg nach Hirschau durch die CSU zur Bekämpfung des Eichenprozessionsspinners nun die Lösung der Stadt ist". Bergmann legte Wert auf die Feststellung, als Zweiter Bürgermeister nachgefragt zu haben. Wenn dem so sei, dann sei das bei weitem nicht ausreichend, monierte er, "weil die alten Gespinste nach wie vor an den Bäumen oder am Boden sind und vor allem von diesen eine Gefahr ausgeht". Bergmanns Einwand fußt wohl auf einer Aktion der SPD aus dem vergangenen Jahr, die die präventive Bekämpfung durch Spritzen und Absaugen durch die Städte Hirschau und Schnaittenbach gefordert hatte. Außer der Aufstellung eines Warnschildes (Bergmann: "Das reicht nicht") sei jedoch nichts geschehen.

Nun ist die Lage so einfach nicht: Laut Bürgermeister Marcus Eichenmüller sind den Städten Hirschau und Schnaittenbach enge Grenzen gesetzt, denn es handle sich um Bäume, die ausschließlich auf Privatgrund und damit eindeutig in der Verantwortung des Besitzers stünden. Man stehe mit der Stadt Hirschau zur Lösung des Problems in Verbindung, sagte Eichenmüller. Jedenfalls werde er die Mitarbeiter des Bauhofs Schnaittenbach zu deren Schutz nicht zur Bekämpfung einsetzen.

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