11.07.2018 - 10:23 Uhr
SchnaittenbachOberpfalz

Ein Fest der Begegnung

Bilderbuchwetter, ein feierlicher Gottesdienst und gemütliches Beisammensein bei bester Verköstigung machen auch heuer das Behindertenbuchbergfest aus. Gäste mit und ohne Handicap lassen es zu einer Veranstaltung der Begegnung werden.

Pfarrer Josef Irlbacher zelebriert einen beeindruckenden Gottesdienst unter freiem Himmel mit den Besuchern des Behindertenbuchbergfestes.

(ads) Unter Federführung der Schnaittenbacher Arbeitsgemeinschaft sozialdemokratischer Frauen (AsF) erlebten zahlreiche Behindertengruppen aus der Region, aus Weiden und sogar Tschechien sowie Delegationen aus den Seniorenheimen in Schnaittenbach und Hirschau unbeschwerte Stunden in idyllischer Natur rund um die Buchberghütte. zu bescheren,

Marianne und Josef Hartmann hatten vor über 30 Jahren das Behindertenbuchbergfest aus der Taufe gehoben. Inzwischen hat sich diese Veranstaltung zu einem großen Fest der Begegnung gemausert, denn auch zahlreiche Gäste ohne Behinderung feiern alle Jahre gerne mit den Menschen mit Handicap. So konnte die AsF-Vorsitzende Ute Pirke auch heuer eine große Gästeschar am Festplatz bei der Buchberghütte begrüßen. Sie hatte im Vorfeld gemeinsam mit Marianne Hartmann und Bärbel Grützner als Frauen der ersten Stunde ein ansprechendes Programm auf die Beine gestellt und sorgten für beste Bewirtung der Gäste.

Das AsF-Team bewirtete die ankommenden Gäste zunächst mit Kaffee und Kuchen. Schnaittenbachs 2. Bürgermeister Uwe Bergmann lobte den wichtigen Beitrag des Festes zur Inklusion, den die AsF in Schnaittenbach leistet. Er hob hervor: „Ob jung oder alt, gesund oder krank, mit oder ohne Handicap, jeder kann sich auf dem Buchberg wohlfühlen. Auf diese Weise entsteht ein echtes Fest der Begegnung.“ Auch stellvertretende Landrätin Brigitte Bachmann, ihres Zeichens auch Inklusionsbeauftragte im Birgland, griff in ihrem Grußwort das Thema Inklusion auf, das ihr ein Herzensanliegen ist. Auf Anregung des Inklusionsbündnisses der Stadt und des Landkreises werde derzeit versucht, in jeder der 27 Gemeinden im Landkreis einen Inklusionsbeauftragten zu installieren. "Dessen Aufgabe is es, sich vor Ort der Belange und Anforderungen der Behinderten anzunehmen, um diesen eine Teilnahme am öffentlichen Leben zu ermöglichen", informierte sie. Ein wichtiger Schritt dazu ist laut Bachmann die Barrierefreiheit in öffentlichen Gebäuden, die nicht weiter auf freiwilliger Basis erfolgen dürfe, sondern zur Pflichtaufgabe jeder Gemeinde werden sollte. Bachmann appellierte an alle Menschen mit Handicap, mehr Selbstsicherheit und Präsenz in der Öffentlichkeit zu zeigen.

Landtagsabgeordneter Reinhold Strobl machte auf die Schönheit des Buchbergs aufmerksam. der ein optimaler Ort für das große Fest der Begegnung sei. Bezirksrat Richard Gaßner hob die Bedeutung des Bezirks als wichtiger Träger von sozialen Einrichtungen hervor.

Nach der leiblichen Stärkung und den Grußworten zelebrierte Pfarrer Josef Irlbacher einen Gottesdienst, den die Gitarrengruppe Poppenricht unter Leitung von Günter Vogl musikalisch gestaltete. In seiner Predigt ging er auf die Bedeutung der Hände ein. „Es liegt an uns, was wir mit unseren Händen tun, ob wir damit drohen und schlagen oder umarmen und segnen“, betonte der Geistliche. Er erinnerte, dass Jesus die Kinder und Benachteiligten in den Mittelpunkt gestellt, seine Hände über sie ausgebreitet und ihnen das Gefühl gegeben habe: „Du bist geliebt!“ Irlbacher machte bewusst, dass Gott aus Liebe zu den Menschen alles mit sich habe machen lassen, was bis zu seinem Tod am Kreuz geführt habe. Das Tun der Hände hänge von der geistigen Gesinnung ab. "Wer freudig, ehrlich und unvoreingenommen das Reich Gottes annimmt, dem wird es gehören, und der wird unter dem Vorzeichen der Liebe handeln", schloss er. Zur Erinnerung an das Fest der Begegnung überreichte er den Teilnehmern Schlüsselanhänger in Form von kleinen Händen, auf denen die Verheißung Gottes aus dem Buch der Psalmen stand: „... und hältst deine Hand über mich.“

Dankesworte an alle, die zum Gelingen des Behindertenbuchbergfestes beigetragen haben, sprach Bärbel Grützner nach dem Gottesdienst. Sie stellte die Frage nach einem Synonym für das Wort Behinderung und machte bewusst: "Dafür braucht es keinen anderen Begriff, wenn man sich klar macht, dass Behinderte wunderbare Menschen sind mit einer Menge vieler guter Eigenschaften."

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