25.08.2019 - 12:01 Uhr
SchnaittenbachOberpfalz

Happy Voices verbreiten gute Laune

Es ist bereits die vierte Sommerserenade der Happy Voices. Und sie heißen nicht nur „fröhliche Stimmen“, sie sind es auch – und sie verbreiten gute Laune. Jedenfalls an diesem lauen Samstagabend. Da passte alles.

von Marielouise ScharfProfil

Der Rathausinnenhof lieferte den grünen, blühenden Rahmen, bei Dämmerung eine geradezu geheimnisvolle Illumination der Architektur und außerdem viel Platz für die bequeme Bestuhlung für das hereinströmende Publikum: an der Seite liebevoll geschmückte Stehtische, im Hintergrund Bewirtung mit Getränken und „Schnittchen“ und vorne Mikrofone, Notenständer und ein Podest für den Chor, der natürlich im Mittelpunkt steht. In sommerlich hellen Blusen zur flotten Jeans gibt der ein stimmiges Bild ab.

Sopran, Alt, Tenor und Bass, insgesamt 15 Sängerinnen und Sänger unter der Leitung von Andrea Eichenseer, präsentieren ein „Best of“ bekannter, deutschsprachiger Liedermacher. Unterstützt werden sie von der Instrumentalgruppe, die mit Gitarre, Bass, Schlagzeug, Percussion und Klavier (ausgezeichnet und zum ersten Mal dabei: Roman Podokschik) begleitende und solistische Akzente setzt.

Sehnsucht großes Thema

Die verbalen Akzente liefert Stefan Reindl. Souverän und locker-lässig kramt er Interessantes zu den Liedern und deren Machern hervor. Demnach beschäftigen sich etliche der Komposition mit der Sehnsucht; der Sehnsucht nach Freiheit (Reinhard May: Über den Wolken), nach dem Heimatland (Udo Jürgens: Griechischer Wein), nach Selbstverwirklichung (STS: Irgendwann bleib i dann dort). Je nach Inhalt und Textvorgabe, mal in Hochdeutsch oder Dialekt, interpretiert der Chor sehr unterschiedlich. Frech und frisch beim „ehrenwerten Haus“, augenzwinkernd für den Frauenversteher, den „Macho, Macho“ von Reinhard Fendrich, oder etwas aufmüpfig lästernd bei „Schickeria“ von der Spider Murphy Gang.

Tolle Interpretationen, die Andrea Eichenseer mit den Sängern herausgearbeitet hat. Übrigens stammen auch die Arrangements einiger Programmtitel von ihr. Ihre Anweisungen sind unprätentiös, aber sehr präzise. Der ausgestreckte Zeigefinger der linken Hand gibt den Einsatz, der konzentrierte Chor stimmt an, nicht immer treffsicher, meist sehr schwungvoll, stets aber hochmotiviert – voll Elan und Begeisterung. Richtig gut kommen die Lieder von Hubert von Goisern. Zeitloser, sehr kräftiger und berührender Text, bestens verständlich gesungen, wie übrigens das gesamte Programm, und ausdrucksstark gedeutet.

Romantisch und juchzend

Traumhaft schön „Weit weit weg“ – ein sehr romantisches, herzrührendes Thema. Beim zweiten Goiserntitel sind die Stimmen leise angesetzt, verweben wie zu einem andächtigen Glockengeläut und entladen sich zum juchzenden Jodler. „Heast as net wia die Zeit vergeht“ kommt es von oben. Wie wahr!

Ein rundum gelungener Abend geht zu Ende. Viele Helfer haben zusammengewirkt, um die vierte Schnaittenbacher Sommerserenade zum Erfolg werden zu lassen. Langer Applaus belohnt die Akteure, die sich mit einer Zugabe revanchieren.

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