(ads) "Musikantentreffen sind für uns und für viele Zuhörer eine Entschleunigung des Alltags und ein Kurzurlaub von Anstrengungen und dem Stress im Alltag", wissen Ingrid und Franz Gericke von den "Blechernen Sait'n" aus Schnaittenbach. "Lieder und Musik können erwiesenermaßen den Blutdruck senken, kleine Wehwehchen vergessen lassen und sind Balsam für die Seele." Das Musikantenehepaar muss es wissen, denn die beiden sind nicht nur stets gerngesehene Gäste bei Musikantentreffen. Sie laden auch seit Jahren stets im Frühjahr hochkarätige Musikanten aus der bayerischen Volksmusikszene zum Treffen unter Freunden nach Freudenberg in das Gasthaus Dotzler ein.
Mitreißende Musik
Musikantentreffen seien Balsam für die Seele für die Zuhörer, weil diese einfach nur guter Musik lauschen und manchmal auch mitsingen könnten, so Ingrid Gericke. Auch für die Musiker selbst gilt dieser Entspannungs- und Entschleunigungs-Faktor. Auf diesen Treffen Gleichgesinnter musizieren sie aus Spaß an der Freude und erfreuen damit ein aufmerksames Publikum.
"Dabei kommt es nicht auf Perfektion an, sondern, dass man mit Gefühl und Begeisterung spielt und so die Menschen mitreißt und zum Träumen oder zum Lachen bringt", so Ingrid Gericke. "Am schönsten ist es, wenn alle im Saal oder der Gaststube mitsingen und dieses schöne Gemeinschaftsgefühl aufkommt, wie bei einer großen Familie." Dabei entstünden spontan auch mal neue Gruppierungen, bei der alle improvisieren. Jeder Musikant könne bestätigen, wenn man die Scheu, vor Publikum zu spielen einmal überwunden habe, sei es eine innere Befriedigung und Stolz, das geschafft zu haben, weiß die Fachfrau in Sachen Musikantentreffen aus Erfahrung. Natürlich gehöre Lampenfieber dazu.
Sie freut sich, wenn Nachwuchskünstler kommen und sich ausprobieren oder einfach nur zuhören. Die alten Hasen unter den Musikanten könnten bei den Treffen neue Musik-Trends erkennen, Dinge, die die anderen vielleicht anders oder besser spielen, erleben und zudem würden die Mitwirkenden wieder zu Neuem angespornt. "Mir kommen nach einem Musikantentreffen immer die besten Ideen für ein neues Thema, für ein Lied", verrät Ingrid Gericke. Die Wirte musikantenfreundlicher Wirtshäuser, die teils feste Termin für freies Musizieren bekanntgeben, profitieren natürlich auch von einer große Zahl von Besuchern und Musikanten, da dann richtig Stimmung aufkommt.
In langen Nächten
Musikantentreffen gibt es schon lange. Bereits im bäuerlichen Alltag im Herbst und Winter, wenn die Tage kürzer und die Arbeit weniger wurde, setzte man sich in den ländlichen Gegenden abends mit den Dorfnachbarn zusammen, erzählte sich Geschichten, machte Handarbeiten wie Stricken, Nähen, Stopfen und Spinnen oder sang und musizierte zusammen. Heutzutage findet das Musizieren im Wirtshaus statt. Entstanden ist die "Sitzweil" (Niederbayern, südliche Oberpfalz) oder der "Hoagartn" (Oberbayern) oder die "Musikantentreffen", wie sie in der nördlichen Oberpfalz genannt werden. Beschränkt sind sie nicht mehr auf die dunklen Wintermonate, sie werden das ganze Jahr über veranstaltet. Nicht wegzudenken sind dabei die "Musikantenfreundlichen Wirtshäuser", die es seit 1996 in Bayern gibt.
Prinzipiell gibt es zwei Typen von Musikantentreffen: Die einen, bei der jeder einfach kommen kann und spielt. Diese Treffen sind für Zuhörer kostenlos, meistens macht einmal am Abend der Hut für Spenden die Runde. Die musikantenfreundlichen Wirte haben meist feste Abende. Musikanten haben hier die Möglichkeit, ganz spontan teilzunehmen und aufzuspielen.
Zu hören sind traditionelle Volksmusik und manchmal auch alte Schlager. In gemütlicher Runde singen alle mit, es wird geschunkelt oder auch getanzt. Dabei können auch Laien ihre Stückln darbieten. Auch wenn es mal nicht so 100-prozentig klappt, nimmt das keiner krumm. Geübtere Musikanten nutzen die Gelegenheit, um auch mal neue Lieder auszutesten.
Kunst würdigen
Bei den offizielleren Musikantentreffen laden sich die Wirte oder Veranstalter gezielt die gewünschten Gruppen oder Musikanten ein. Meist gegen kleines Entgelt findet eine Art Wirtshauskonzert statt. "Generell freut es die Musikanten bei beiden Veranstaltungsformen, wenn die Zuhörer die dargebotene Kunst würdigen und aufmerksam zuhören. Lautes 'Ratsch'n' ist weniger gerngesehen", betont Ingrid Gericke. Sie erzählt von ihrem schlimmsten Musikantentreffen an einem Sonntagvormittag in einem Bierzelt ohne Mikrofon-Anlage. "Alle Musikanten haben für die Katz gespielt. Keiner hat was verstanden. Die Zuhörer waren nur mit Bratwurst und Bier beschäftigt." Fazit: Alle Musikanten sind nach einer Stunde wieder gegangen.
Weitere Informationen zu musikantenfreundlichen Wirtshäusern gibt es auf www.musikantenfreundlicheswirtshaus.de. Die Termine für Musikantentreffen werden auch in der OWZ angekündigt.
Am 13. April 2019 findet in Freudenberg im Gasthof Dotzler das Musikantentreffen der „Blechernen Sait’n“ statt. Es garantiert echte bayerische Volksmusik der Spitzenklasse in einmaligen Besetzungen: Die „Blechernen Sait’n“ selbst sind bekannt für ihre einzigartige Kombination von Zither, Gitarre und Tuba und selbstverfasste Couplets.
Die Gruppe „Zwoaraloa“ aus Siegenburg singt derbe, laute und lustige – oft männerfeindliche – Couplets. Die „Hammerbachtaler Blous’n“ aus Freudenberg rundet das Programm mit Tanzmusik ab. Tickets gibt es bei Familie Gericke unter Telefon 09622/718178. (ads)















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