Schnaittenbach
21.10.2026 - 12:57 Uhr

Schnaittenbacher CSU/CWU setzt auf neues Energie-Modell für Freibad

CSU und CWU Schnaittenbach präsentieren ein Konzept für ein energieautarkes Freizeitzentrum. Das Projekt soll durch innovative Energiekreisläufe überzeugen. Auch Fördermittel soll es geben.

Bei einem Ortstermin am Hockermühlbad in Amberg haben sich die Kommunalpolitiker vorab Informationen aus der Praxis geholt. Bild: Thomas Hottner
Bei einem Ortstermin am Hockermühlbad in Amberg haben sich die Kommunalpolitiker vorab Informationen aus der Praxis geholt.

Die CSU- und CWU-Stadtratsfraktionen in Schnaittenbach haben einen gemeinsamen Prüfantrag für das Freizeitzentrum an der Badstraße eingebracht. Bei einem Ortstermin im Hockermühlbad in Amberg holten sie sich Informationen zu Erfahrungen aus der Praxis. Zusammen mit dem Landtagsabgeordneten Dr. Harald Schwartz und der Bundestagsabgeordneten Susanne Hierl wurden technische Details moderner Solar-Carports analysiert.

Das geplante Vorhaben gelte als bayerisches Vorzeigeobjekt, da es natürliche Wasserreinigung mit einem durchdachten Energiekreislauf kombiniere, heißt es in einer Pressemitteilung von CSU und CWU. Das Naturerlebnisbad Schnaittenbach wurde 2011 auf eine rein biologische Wasseraufbereitung umgestellt. Seitdem wird das Hauptbecken chlorfrei über einen Pflanzen-Regenerationsteich und Kiesfilter geregelt. Ein natürlicher Solarbach sorgt für die Erwärmung des Wassers. Dieses System erfordert im Sommer den Volllastbetrieb der Filter- und Umwälzpumpen, was zu hohen Stromkosten führt. Das Schnaittenbacher Modell setze auf ein chlorfreies Naturbad, das seinen Strom über Solar-Carports erzeugt und Überschüsse in einem Batteriespeicher puffert. Damit sollen abends die Wärmepumpe für die Duschen des Campingplatzes betrieben werden.

Der Vorteil des Projekts liege in der Entlastung der Stadtkasse, heißt es. Einsparungen bei den Betriebskosten sollen eine effektivere Nutzung der städtischen Mittel ermöglichen. Dies trage zur Senkung der kommunalen Pro-Kopf-Verschuldung bei. Die freiwerdenden Gelder könnten für andere Projekte eingesetzt werden. Die eigene Energieversorgung schütze vor steigenden Energiekosten.

Thomas Hottner, Fraktionsvorsitzender der CSU Schnaittenbach, betont: „Wenn ich mir die Haushaltsstelle unseres Naturbades anschaue, ist klar: Personal ist der größte Posten – und das ist wichtig und richtig so. Aber bei Strom und Gas sehe ich echtes Potenzial. Ich wohne hier in Schnaittenbach und gehe fast täglich an der MST vorbei – einer Reederei mitten in der Oberpfalz – die zeigen mit ihrer Solar-Carport-Anlage eindrucksvoll, wie es geht.“

Die Fraktionen von CSU und CWU wollen den Antrag zeitnah im Stadtrat beschließen. Das Konzept wurde im bayerischen Wirtschaftsministerium geprüft, die Förderfähigkeit der E-Ladepunkte bestätigt. Die Bauverwaltung erhalte Unterstützung durch das Programm Energiecoaching Plus und die Energieagentur Nordoberpfalz. Die Kämmerei prüfe zudem einen zinsgünstigen Infrakredit Energie der LfA Förderbank Bayern. Auf Bundesebene prüfe die Bundestagsabgeordnete Susanne Hierl weitere Zuschüsse.

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