05.04.2020 - 19:36 Uhr
SchnaittenbachOberpfalz

Schnaittenbacher Feuerwehr produziert Gesichtsmasken

Die Feuerwehr hat einen Stein ins Wasser geworfen und eine Welle ausgelöst: In Schnaittenbach nähen Freiwillige Tausende von Gesichtsmasken. In der neuen Woche geht's mit Volldampf weiter.

Im Schnaittenbacher Feuerwehrhaus werden die Stoffbahnen für die weitere Verarbeitung vorbereitet.
von Uli Piehler Kontakt Profil

"Wir konnten in den letzten Tagen für sage und schreibe 1000 Behelfsmasken Näherinnen und Näher organisieren, die sich bereiterklärt haben, mitzumachen“, freut sich der Kommandant der Schnaittenbacher Feuerwehr, Michael Werner. Da reichte sogar der Stoff nicht aus, den der Freistaat Bayern über den Krisenstab des Landkreises Amberg-Sulzbach zur Verfügung gestellt hatte.

Der Freistaat Bayern hat Stoff zum Nähen zur Verfügung gestellt

Amberg

„Wir wollten die Aktion allerdings ungebremst weiterlaufen lassen“, erzählt Vorsitzender Konrad Bierner. Deswegen folgte ein Spendenaufruf. „Vielleicht hat der ein oder andere von Euch einen Bettüberzug aus Baumwolle und würde uns diesen spenden. Wenn ja, bitte bringt ihn zum Feuerwehrhaus und legt ihn einfach unten in den Eingang“, schrieben die Feuerwehrler per Facebook und Whats-App an ihre Freunde und Unterstützer. Die Resonanz war riesig. Plötzlich war Stoff für bis zu 5000 Masken da.

Mit im Boot ist nicht nur der Landkreis als zentrale Vergabestelle, sondern auch die Stadt Schnaittenbach, die anderen Feuerwehren im Stadtgebiet und seit Sonntag auch die Nachbarfeuerwehr Freudenberg. Am Freitagabend hatten die Aktiven im kleinsten Kreis mit entsprechendem Abstand und ausgerüstet mit Behelfsmasken die Portionierung und Verteilung an die ersten Näherinnen und Näher für 1000 Masken vorgenommen.

Nun geht es mit Volldampf weiter. Wer noch mitnähen will, ist aufgerufen, sich bis Montag, 6. April, 19 Uhr, melden. Die Stoffe werden dann verteilt und die fertigen Masken je nach Absprache in den nächsten Tagen wieder abgeholt. „Wir wollen damit sicherstellen, dass die Näherinnen und Näher geschützt zu Hause bleiben können“, erklärt Kommandant Werner.

Für die Teilnehmer gibt es nicht nur die Stoffe, sondern auch alle dazugehörigen Utensilien (Schrägbänder, Gummi, Nähseide und eine Nähanleitung). „Möglich ist das nur, weil wir auch hier von Firmen und Privatleuten aus der Region mit Material-Spenden versorgt werden“, sagt Vorsitzender Bierner. Einen großen Beitrag habe die Firma Hosen Hiltl aus Sulzbach-Rosenberg geleistet. Als kleines Dankeschön erhalten sie Näherinnen und Näher ein kleines Blumengesteck; eine Spende der Gärtnerei Steinhilber.

Die fertigen Masken werden vorrangig an das örtliche Wohn- und Pflegeheim Evergreen in Schnaittenbach, mehrere Dr. Löw´sche-Einrichtungen, an die Einsatzkräfte der vier Feuerwehren der Stadt Schnaittenbach, Arztpraxen und Apotheken abgegeben. Die Verteilung der weiteren Masken erfolgt in Abstimmung mit Stadt und Landkreis.

Kommandant Michael Werner übergibt die ersten fertigen Masken an das Wohn und Pflegeheim Evergreen.
Info:

Kontakt

Auskunft zum Ablauf der Nähaktion erteilen folgende Aktiven der FFW Schnaittenbach: Stellvertretender Vorsitzender Tobias Lautenschlager: 0172/8180320, stellvertretender Vorsitzender Daniel Künzel: 0172/3116652, Kommandant Michael Werner, 0151/55887500 und stellvertretender Kommandant Karl Hottner 09622/1636.

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