27.04.2020 - 09:06 Uhr
SchnaittenbachOberpfalz

Schnaittenbacher Reeder setzen auf Biokraftstoff für ihre Schiffe

Die internationale Seeschiffahrt soll umweltfreundlicher werden. Ein wichtiger Beitrag dazu kommt jetzt aus Schnaittenbach. Das Unternehmen Minship lässt einen seiner Massengutfrachter testweise mit Biokraftstoff fahren.

Der Massengutfrachter MS Trudy fährt demnächst mit Biokraftstoff.
von Uli Piehler Kontakt Profil

MS Trudy heißt das riesige Frachtschiff, das in nächster Zeit testweise mit Biokraftstoff betrieben werden soll. Der Schnaittenbacher Schiffsmanager Minship Shipmanagement GmbH & Co. KG und ihre Tochtergesellschaft Minmarine gaben am Freitag bekannt, dass der von ihr verwaltete Massengutfrachter den Biokraftstoff im Hafen von Rotterdam schon mal gebunkert hat. Bei der nächsten Reise soll der Biokraftstoff über einem Testzeitraum von acht bis zehn Tagen der einzige Kraftstoff sein, der in der Hauptmaschine der MS Trudy verbrannt wird.

Minship ist aus der Reederei MST hervorgegangen

Schnaittenbach

Das 2009 gebaute Massengutfrachtschiff verfügt nach Angaben des Unternehmens über einer Tragfähigkeit von 30.790 DWT (Deadweight Tonnage). Bei dem Treibstoff handele es sich um einen nachhaltigen Biokraftstoff der zweiten Generation der Firma GoodFuels' in Amsterdam. "Dieser Kraftstoff ist aus zertifizierten Rohstoffen hergestellt, die als Abfall oder Rückstand gekennzeichnet sind", teilt Minship mit. Und weiter: "Das Schiff wird dadurch bis zu 90 Prozent weniger CO2-Emissionen erzeugen, als bei Verbrennung von konventionellem Schiffskraftstoff."

Die Einführung von Biobrennstoff sei für die Schiffsmanagementgesellschaft ein großer Schritt, ihre ehrgeizigen CO2-Reduktionsziele zu erreichen, heißt es in der Presseerklärung. Während einer ersten Versuchsfahrt der mit Biokraftstoff betriebenen MS Trudy vom Rotterdamer Hafen aus, würden relevante Leistungsindikatoren nun genau überwacht, um den zukünftigen Betrieb zu unterstützen. Weitere Versuche mit anderen Schiffen unter der Leitung von Minship und Minmarine seien geplant, "um Biotreibstoff zu einer echten Alternative zu machen und den CO2-Fußabdruck signifikant zu reduzieren".

Minship-Geschäftsführer Markus Hiltl erläutert, dass die Vorbereitungen mit den verschiedenen Interessengruppen - darunter Schiffseigner, Treibstofflieferanten, Flaggenstaat, Versicherungsgesellschaften und Maschinenherstellern - länger als ein Jahr gedauert hätten. Minship betreibt nach eigenen Angaben derzeit eine Flotte von 17 Massengutfrachtern unter kommerzieller Bereederung und bietet - über seine Tochtergesellschaft Minmarine auch das technische und Crewmanagement für Trockenladungsschiffe an. Die betreute Flotte ist weltweit im Einsatz, ihr Schwerpunkt liegt jedoch im Atlantik und den angrenzenden Gewässern.

Die MS Trudy auf hoher See.
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