Schönfeld bei Wiesau
20.10.2020 - 17:21 Uhr

Baumfällung sorgt für Ärger in Schönfeld

Unmut und Kopfschütteln zieht eine Baumfäll-Aktion am Dienstag nach sich. Ein Mitarbeiter der Gemeindeverwaltung begründet die Maßnahme und verweist auf mögliche Gefahren durch herabfallende Äste.

Kurz nach 13 Uhr war die Fällung beendet. Aus Sicherheitsgründen war die Straße zum Bahnübergang gesperrt. Bild: wro
Kurz nach 13 Uhr war die Fällung beendet. Aus Sicherheitsgründen war die Straße zum Bahnübergang gesperrt.

Bereits in den Vormittagsstunden rückten Mitarbeiter des Bauhofs mit schwerem Gerät und Fahrzeugen an, um eine Eiche am Ostrand Schönfelds zu beseitigen. „Warum wurden die Dorfbewohner nicht mit einbezogen, um mit uns darüber zu reden?“, bedauerte ein aus Schönfeld stammender Wiesauer, der die Aktion vor Ort verfolgte. Seiner Ansicht nach hätte es genügt, die Krone zurückzuschneiden. „Kosten wurden damit sicher nicht gespart“, meinte der aufgebrachte Bürger. „Ich kann mich über solch einen Baumfrevel nur wundern.“

Ein anderer Landwirt, der seinen Hof in der Nähe bewirtschaftet, äußerte dazu im Gespräch mit Oberpfalz-Medien: „Der Baum ist ein wertvoller Schattenspender und Kohlendioxid-Speicher, der uns fehlen wird.“ Auch andere Schönfelder waren der Ansicht, dass die Maßnahme überzogen sei. Geäußert wurde auch die Ansicht, dass Bürgermeister Toni Dutz die Fällung eigenmächtig angeordnet habe.

Dem widerspricht Daniel Völkl, Mitarbeiter im Rathaus, auf Nachfrage von Oberpfalz-Medien mit Nachdruck. „Dass dies der Bürgermeister eigenmächtig entschieden hat, entspricht nicht den Tatsachen. Im Gegenteil: Toni Dutz plädiert immer dafür, die Bäume nach Möglichkeit zu erhalten oder neue zu pflanzen.“

Mit der Fällung der Dorfeiche wurde der Bauhof beauftragt, der am Dienstagvormittag anrückte. Bild: wro
Mit der Fällung der Dorfeiche wurde der Bauhof beauftragt, der am Dienstagvormittag anrückte.

Die Fällung des Baums sei Aufgabe des Bauhofs gewesen. Die Mitarbeiter seien geschult und wären lediglich dem Sicherheitsbedürfnis eines Anliegers nachgekommen, informiert der Sachbearbeiter aus dem Rathaus. Völkl weiter: „Wir wurden von einem Anwohner gebeten, die Sache näher zu prüfen. Immer wieder erreichten die Verwaltung Klagen, dass Laub und Äste die Dachrinnen verunreinigen.“ Zudem versichert Daniel Völkl, dass man sich auch Gedanken machte, dass herabfallende Äste eine Gefahr darstellen könnten. Toni Dutz erklärt auf Nachfrage: "Bereits vor geraumer Zeit wurden drei Ersatzbäume gepflanzt."

Weiden in der Oberpfalz16.10.2020
 
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