Das Bestreben nach Lösungen gab bei Diskussion der Nordoberpfälzer Erzeugergemeinschaft im Gasthof "Zur Post" erneut auch Anlass zur Besorgnis. Hans Klupp, Vorsitzender des Fischereierzeugerrings Oberpfalz, leitete den Runden Tisch. Zu den Problemen gehören vor allem die unliebsamen Teich-Nachbarn, die landläufig als "possierliche Tiere" bezeichnet werden, bedauerte der Sprecher der Teichwirte, der das vermehrte Auftreten der Fischotter erneut ins Gespräch brachte.
Auch Ringberater Alexander Schiener bestätigte: "Die Fischräuber verursachen große wirtschaftliche Schäden bis hin zu Totalausfällen." Das nachtaktive Tier sei in Bayern längst nicht mehr gefährdet, wusste Klupp.
Otter auf dem Vormarsch
Der Schönfichter zeigte sich zufrieden mit der geleisteten Arbeit des vor Ort tägigen Otterberaters Alexander Horn. "Er ist mehr als ausgelastet." Mit Blick auf die Gewässerwelt in den weiten Waldnaabauen mahnte Klupp: "Zäune sind keine Lösung." Die Kosten dafür könne man nicht erwirtschaften. "Es muss sich etwas tun", bat er daher auch um Unterstützung durch den Gast aus dem Landtag, Annette Karl. "Ausgleichszahlungen sind lediglich Almosen, die Arbeit muss entsprechend honoriert werden", fügte er hinzu. Man wolle vom Ertrag des "Regionalereignisses Karpfen" leben.
Die Gewässer zusammen mit Ottern, Bibern und Kormoranen zu bewirtschaften, sei unmöglich. Dennoch komme man nicht herum, Schutzmaßnahmen an Laich- und Hälterteichen einzurichten, betonte Klupp. "Wenn wir das Zusammenleben mit den Zwei- und Vierbeinern, zugleich aber auch die Existenz der Bauern erhalten wollen, müssen trotz allem zusätzliche staatliche Förderungen geschaffen und entsprechende Maßnahmen eingeleitet werden."
Viele Schäden wurden bislang auf den Kormoran geschoben, warf der Schönfelder Alfons Stock ein. Ottern dagegen begegne man eher selten, weil bisher das Auge dafür fehle. "Wir leben in einem Dreieck der Otterpopulation", erklärte Klupp. "Der Biber bereitet dem Otter den nötigen Weg für dessen Behausungen."
Annette Karl machte klar, dass sie gerne bereit sei, sich den dringenden Anliegen anzunehmen: "Der sogenannte Erhaltungszustand muss neu definiert werden." Die Politik müsse sich im Klaren sein, dass die Lage an den Gewässern besorgniserregend sei. "Die Landwirtschaft ist zweifelsohne ein Bereich, in dem man Erträge erwirtschaften möchte."
Kormoran: Entspannte Lage
Dem "staatlich geförderten Umweltschutz" erteilte Karl eine klare Absage. Der Otter sei längst nicht mehr in einem beklagenswerten Zustand. "Dieses Bewusstsein muss auch in der EU gestärkt werden", fasste die Abgeordnete zusammen. Der Umweltschutz jedoch dürfe dabei nicht aus den Augen verloren werden.
Deutlich entspannt habe sich dagegen die Lage, was den Kormoran anbelangt. Die Zusammenarbeit mit den Behörden bezeichnete Klupp als sehr gut. "Der Kormoran ist nicht mehr unser Hauptproblem", lenkte er den Blick aber auf Betriebe, die die Stilllegung ihrer Teichflächen planen. "Wollen wir das wirklich? Die Zeiger der Uhren stehen nicht mehr auf fünf vor, sondern fünf nach zwölf."
Man müsse verhindern, dass die Fischerei aus der Region verschwindet, ergänzte Ringberater Schiener. Von der "heilen Welt" sei man weit entfernt. "Der Ruf ist hervorragend, die Qualität der Erzeugnisse ebenso." Schlecht aber seien die Rahmenbedingungen, klagte Klupp.





















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