19.03.2019 - 11:58 Uhr
Schönhaid bei WiesauOberpfalz

Harsche Kritik und Wehmut

SV-Vorsitzender Herbert Schaumberger ist stinksauer auf einen Jugendfunktionär der SG Fuchsmühl. In der Jahresversammlung spart er nicht mit Kritik. Auch schmerzt der Rücktritt von Trainer Karl Rößler.

Dieses Vorstandsteam führt den SV Schönhaid in den kommenden zwei Jahren.
von Konrad RosnerProfil

Kritik mit deutlichen Worten übte Vorsitzender Herbert Schaumberger, der zugleich viele Jahre Jugendleiter des SV Schönhaid war, in der Jahreshauptversammlung des SV Schönhaid an einem Funktionär der SG Fuchsmühl. Dieser habe sich mit der gesamten Spielgemeinschaft, bestehend aus der SG Fuchsmühl und dem SV Schönhaid im Bereich von der F- bis zur D-Jugend, der SG Wiesau/Falkenberg angeschlossen. Und das ohne die Schönhaider zu informieren. Schaumberger: "So waren wir also gezwungen, diese Spielgemeinschaft einfach hinzunehmen, nur weil ein Funktionär der SG Fuchsmühl unsere eigenen Spieler mit verkauft hat. Denn wir hatten nicht mehr die Zeit, um reagieren zu können."

Mittlerweile seien sogar weitere "Restspieler" des SV Schönhaid zur SpVgg Wiesau gewechselt. Herbert Schaumberger: "So wird acht bis zehn Jahre Nachwuchsarbeit beim SV Schönhaid einfach kaputt gemacht. Ganz schön fies." Wie der SV Schönhaid mit der SG Fuchsmühl weiter verfahren werde, werde man noch abklären, so Schaumberger. In seinem Rechenschaftsbericht betonte Herbert Schaumberger, dass man als Vorsitzender eines Sportvereins besonders im Fokus stehe, zumal man auch mal unpopuläre Entscheidungen treffen müsse, "und einem besonders aufs Maul geschaut wird". Dennoch übernehme er diese Aufgabe nach wie vor gerne. "Ich versuche, es allen Recht zu machen." Erfreut zeigte er sich, dass es gelungen sei, die Außendarstellung des SV Schönhaid zu verbessern. Toll sei die Crowdfunding-Aktion für einen Rasensprenger angenommen worden. Die Gründung eines Ältestenrats zum 50. Vereinsjubiläum sei ein weiterer positiver Effekt.

Mini-WM

Gesellschaftlich und sportlich ragten die Mini-WM, die Real-Madrid-Fußballschule, die Vatertagswanderung, das Kirchweihessen und die Weihnachtsfeier heraus, so Schaumberger. Renner seien die Hallenturniere der Senioren und Nachwuchsmannschaften in der Wiesauer Dreifachturnhalle gewesen. Lob zollte er der Gymnastikgruppe, die zwar etwas im Verborgenen arbeite und trainiere, aber dennoch ungemein wichtig für den SVS sei. Die erste Mannschaft habe den Aufstieg in die Kreisklasse geschafft und könne den Klassenerhalt schaffen. Umso bedauerlicher sei jedoch der kurzfristige Rücktritt von "Trainerlegende" Karl Rößler, der mehr als 20 Jahre für den SV Schönhaid gearbeitet habe. Über die Details des Rücktritts wollte er nichts Näheres sagen. Schaumberger sprach die Hoffnung aus, dass die beiden Nachfolger, Jürgen Fürst und Ludwig Rößler, die großen Fußstapfen, die Karl Rößler hinterlassen habe, ausfüllen können. Herbert Schaumberger versicherte: "Ich werde beide mit all meiner Kraft unterstützen." Schaumberger abschließend: "Man sieht, die Arbeit eines Vorsitzenden wird niemals langweilig.". Es folgte ein umfassender Kassenbericht von Dominik Schuller, der die wichtigsten Einnahmen und Ausgaben auflistete.

Spielleiter Peter Fröhlich ging in seinem Bericht kurz auf die sportliche Situation ein. Das Verbleiben in der Kreisklasse sei das große Ziel und machbar. Gleichwohl sagte er, dass er etwas kürzer treten wolle. Dennoch werde er den SV Schönhaid stets unterstützen. Der neue Trainer, Jürgen Fürst, bescheinigte seinem Vorgänger Karl Rößler, dass er über Jahre hinweg eine hervorragende Arbeit geleistet habe. "Karl hat eine super intakte Mannschaft hinterlassen." Fürst sprach die Hoffnung aus, dass künftig wieder alle an einem Strang ziehen, und so manche Unstimmigkeit abgestellt werde.

"Der BFV schweigt"

Jugendleiter Herbert Schaumberger berichtete, dass er mit dem ATS Mitterteich und dem TSV Friedenfels zwei Partner gefunden habe, mit denen er im Nachwuchsbereich auf Kleinfeld zusammenarbeiten werde. Auf Großfeld sei eine B- und eine A-Jugend aktiv; sportlich sei man nicht ganz zufrieden. Er habe nun nichts mehr dagegen, auch Spieler von anderen Vereinen abzuwerben, denn die anderen machten dies auch. Schaumberger betonte aber: "Ich finde die Art und Weise, die Aggressivität, mit der Spieler von größeren Vereinen abgeworben werden, einfach widerlich." So mache man die kleinen Vereine kaputt. Der BFV wäre hier gefordert, dem einen Riegel vorzuschieben, "doch der BFV schweigt dazu beharrlich".

Fußballheld

Einen Kurzbericht gab AH-Leiter Reiner Schmid: Die Alten Herren treffen sich zu regelmäßigen Trainingseinheiten und seien auch gesellschaftlich aktiv. Gymnastik-Spartenleiterin Martina Oppl berichtete von 20 aktiven Frauen. Die 38 Turnstunden wurden im Schnitt von 12 Frauen besucht. Im Sommer stehen meist Trainingseinheiten im Freien an. Ferner beteiligte man sich am Inklusionstag in Mitterteich. Vereins-Ehrenamtsbeauftragter Carsten Rohrsetzer freute sich, dass sein Vorschlag, Florian Schaumberger zum Fußballhelden zu ernennen, positiv aufgenommen wurde. Im November sei Schaumberger im Rahmen einer Festveranstaltung in Regensburg ausgezeichnet worden. Im Mai dieses Jahre dürfe er als Belohnung für eine Woche nach Barcelona fliegen. Er, Rohrsetzer, gebe für den SV Schönhaid alles und versuche, immer wieder Sponsoren aufzutreiben. Er lasse einfach nicht locker.

Dritter Bürgermeister Andre Putzlocher, der auch die Grüße des verhinderten Bürgermeisters Toni Dutz überbrachte, zeigte sich beeindruckt von der Arbeit, die beim SV Schönhaid geleistet wird. Putzlocher: "Ich stelle heute Abend fest, der SV Schönhaid ist ein aktiver, ein gesunder und harmonischer Verein." Für das Vereinsjubiläum wünschte er nur das Beste, dies gelte auch für den sportlichen Bereich.

Hintergrund:

Ehrungen und Neuwahlen

Für jeweils 15 Jahre Zugehörigkeit zum SV Schönhaid wurden Peter Thoma, Daniel Hechtl und Thomas Bladeck, für 25 Jahre Gisela Worf, Karl Rößler und Andreas Bartos ausgezeichnet. Für jeweils 40 Jahre Treue zum SVS wurden Monika Meißner, Josef Kellner, Gerald Schmid, Monika Kasseckert, Christa Viereck, Christine Schraml, Manfred Sommer, Engelbert Schmid und Martina Dietl geehrt.

Bei den Neuwahlen, die Dritter Bürgermeister Andre Putzlocher leitete, wurde Herbert Schaumberger für weitere zwei Jahre zum Vorsitzenden gewählt. Als Zweiter Vorsitzender wurde Konrad Burger im Amt bestätigt. Zum Schriftführer wurde Georg Lauton, zum Kassierer Dominik Schuller gewählt. Kassenprüfer sind auch künftig Martina Oppl und Reiner Schmid. Im Vereinsausschuss wirken Fabian Höfer, Florian Schmid, Horst Fiedler, Ludwig Fröhlich und Franz Dürrschmidt. Neuer Jugendleiter ist künftig Florian Schaumberger. (kro)

Der SV Schönhaid ehrte langjährige Mitglieder. Unser Bild zeigt von links Vorsitzenden Herbert Schaumberger, Monika Meißner, Monika Kasseckert, Peter Thoma, Gisela Worf, Manfred Sommer und Dritten Bürgermeister Andre Putzlocher.
SVS-Vorsitzender Herbert Schaumberger zum Verhalten der SG Fuchsmühl: "Das ist fies."
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