18.01.2019 - 14:18 Uhr
Deutschland und die WeltOberpfalz

Der Schönling für den Alltag

Preisfrage: Was hat eine alte, englische Pferdekutsche mit einem hochmodernen Kia Proceed zu tun? Nichts? Von wegen.

Schaut aus wie ein Coupé, bietet aber auch (fast) so viel Stauraum wie ein Kombi: Der Proceed aus dem Hause Kia vereint die Stilelemente zweier Welten in der Designsprache des Shooting Brake.
von Berthold Zeitler Kontakt Profil
Ein durchlaufendes Lichtband dominiert das Heck des neuen Kia Proceed.

Des Rätsels Lösung heißt Shooting Brake und bedingt einen kurzen Ausflug in die Geschichte. So im 19. Jahrhundert bediente sich der britische Landadel spezieller Kutschen, um den Widerstand ungestümer Pferde zu brechen (break) und ihren Vorwärtsdrang zu bremsen (brake). Und weil derartige Fuhrwerke oft einzig dem Jagdzweck dienten, hießen sie eben Shooting Brake.

In den 60er und 70er Jahren des vorigen Jahrtausends wurden dann in Großbritannien motorisierte Versionen populär, weil die feine Gesellschaft für ihre Hobbys ebenso luxuriöse wie sportliche Fahrzeuge mit viel Stauraum suchte. Auch wenn James Bond mit so einem Ding spektakulär über die Kinoleinwand brauste, der echte Durchbruch blieb derartigen Gefährten versagt. Bis dann 2012 Mercedes mit dem luxuriösen CLS eine gelungene Mixtur aus Sportcoupé und Kombi präsentierte und diese Stilelemente erfolgreich auch in die kompakte A-Klasse transferierte.

CLA-Revier im Visier

Jetzt nimmt Kia also das CLA-Revier ins Visier. Der Proceed, entwickelt in Deutschland und gebaut im slowakischen Werk Zilina, löst nicht nur den dreitürigen "pro cee'd" ab, sondern versteht sich als Sportler mit viel Spielraum. Der streckt sich auf 4,61 Meter und ergibt bei einer Höhe von nur 1,42 Meter eine ungemein flache Silhouette. Von vorne noch ganz Ceed-Familie samt charaktervoller Tigernase fällt die elegante Dachlinie zum Heck hin stark ab und endet in einem knackigen Hintern, dem ein durchgehendes Leuchtband noch einen zusätzlichen Aha-Effekt verleiht. Dass das alles ein bisschen an gewisse Modelle aus Zuffenhausen und Stuttgart erinnert, ist bestimmt zufälliger Art - muss deswegen aber ja nicht das schlechteste sein.

Schick ist der Proceed allemal. Ein Designstück also, das aber durchaus noch dem Grundsatz "form follows function" huldigt. Das ist bei einem Kombi-Coupé ja nicht die leichteste Übung. Vier Türen samt großer Ladeklappe sind also ein Muss. Und reichlich Raum für Passagiere und Gepäck. Zwischen 594 und 1545 Liter passen hinter die flexibel nutzbare Rückbank. Da schaut so mancher "echte" Kombi neidisch drein. Auch im Innenraum findet sich nichts Anstößiges. Das Interieur besticht durch feine, bestens verarbeitete Materialien, Sitzmöbel mit Wohlfühlcharakter und einem umfassenden Angebot an Unterhaltungs- und Vernetzungssystemen sowie ganzen Heerscharen von Assistenten.

Spitzenmodell

Da ausschließlich in den sportlichen Ausführungen GT Line und GT zu haben, mutiert der Shooting Brake nicht nur zur alltagstauglichen Familienkutsche, sondern auch dank Top-Ausstattung und putzmunterer Aggregate zum Spitzenmodell der gesamten Ceed-Familie. LED-Scheinwerfer, Smart-Key, Sitzheizung, Digitalradio, 7-Zoll-Touchscreen, Rückfahrkamera, Klimaautomatik, Regensensor, Frontkollisionswarner inklusive Notbremsassistent, Fußgängererkennung, Spurhalter und Querverkehrswarner sind immer an Bord und lassen sich bei den Automatik-Versionen noch mit einem adaptiven Abstandstempomaten samt Stop-and-go-Funktion noch toppen.

Für den Vortrieb sorgen drei agile Motoren: ein 1,4-l-Turbobenziner mit 140 PS und ein 1,6-l-Diesel mit 136 PS sowie ein 1,6-l-Turbobenziner mit 204 PS, der zukünftig auch den "normalen" Ceed als sportliche Spitze befeuert. Dass alle nach Euro 6d-Temp zertifiziert sind, versteht sich von selbst. Beim Händler stehen die neuen Modelle ab dem 19. Januar zu Preisen ab 27 690 Euro. Das siebenstufige Direktschaltgetriebe kostet 2000 Euro Aufpreis.

Schaut aus wie ein Coupé, bietet aber auch (fast) so viel Stauraum wie ein Kombi: Der Proceed aus dem Hause Kia vereint die Stilelemente zweier Welten in der Designsprache des Shooting Brake.
Ein durchlaufendes Lichtband dominiert das Heck des neuen Kia Proceed.

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