"Wenn niemand mehr in Liebe der Toten gedenkt, deren Namen auf dem Kriegerdenkmal verzeichnet sind und für sie betet, dann ist die Gefahr eines neues Krieges groß", habe dieser laut Kraus einmal gesagt. Das gelte auch, wenn die Menschen vergessen haben, wie schrecklich das Blutvergießen und die sinnlose Menschenschlachterei auf den Kriegsfeldern war. Und wenn sie nicht fähig seien, sich über das Gut des Friedens zu freuen und dafür dankbar zu sein. Kraus zelebrierte zum ersten Mal den Gedenkgottesdienst Filialkirche St. Sebastian in Schönreuth.
Nach dem Kirchenzug hatten die Fahnenabordnungen der Feuerwehr Schönreuth sowie der Krieger- und Soldatenkameradschaft Schönreuth-Neusteinreuth im Altarraum Aufstellung genommen. Pfarrgemeinderatssprecherin Sigrid Reger-Scharf trug die Lesung und Fürbitten vor. "Mitten im Leben sind wir zum Sterben bestimmt", "Meinen Frieden gebe ich euch", das "Irische Segenslied" und andere tröstliche Chorsätze sang der Kemnather Kirchenchor unter der Leitung von Josef Zaglmann. Als Sologesang stimmte der Chorleiter "Du wirst den Tod in uns wandeln in Licht" an.
Am Kriegerdenkmal sprach Bürgermeister Werner Nickl das Totengedenken. "Gedenken heißt nicht nur Leid und Unglück vergangener Jahre zu betrauern und Krieg, Unmenschlichkeit und Vertreibung des letzten Jahrhunderts zu verurteilen", gab er zu bedenken. Es müsse auch heißen, sich der Ursprünge bewusst zu werden und die richtigen Schlüsse für die Gegenwart zu ziehen. Jeder Einzelne müsse Verantwortung übernehmen, dass sich diese unsäglichen Zeiten nie wiederholen werden. In Ehrfurcht vor den Toten der beiden Weltkriege, der Opfer der Gewaltherrschaft und aller Kriegsopfer legte er am Mahnmal einen Kranz nieder. "In ehrendem Gedenken an die Toten beider Weltkriege - die Krieger- und Soldatenkameradschaft Schönreuth-Neusteinreuth" war mit großen goldenen Lettern auf die weißen Kranzschleifen gedruckt.
Nachdem die Blaskapelle das Lied vom "guten Kameraden" gespielt hatte, dankte Helmut Zehfuß von der Krieger- und Soldatenkameradschaft bei allen Beteiligten für die würdige Gestaltung der Gedenkfeier.













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