09.09.2020 - 15:06 Uhr
SchönseeOberpfalz

"Ahoj CeBB" tröstet viele über Lockdown hinweg

Der Plan, mit „Ahoj CeBB“ in Schönsee die Monate des Lockdowns mit einem bayerisch-tschechischen Kultur- und Begegnungsfest hinter sich zu lassen, ging voll auf.

von Hans EibauerProfil

Als die Anmeldungen per Mail auf viele Gäste schließen ließen, stand die Ampel auf Grün für die erste größere Publikumsveranstaltung des Centrum Bavaria Bohemia (CeBB) in diesem Jahr. Das Wetter spielte mit und so stand dem Open-Air-Festival „Ahoj CeBB“ auf dem Vorplatz des ehemaligen Kommunbräuhauses nichts mehr im Weg. Mit zwei Bühnen, Getränke-, Kaffee- und Schmierkuchenstand von Bavaria Bohemia e.V., der vom Freizeitzentrum in Rybnik bewirteten Grillstation plus böhmischem Bier vom Fass und korrekt auf Abstand aufgestellten Biergartengarnituren war alles bestens angerichtet. Die CeBB-Leiterin Veronika Hofinger begrüßte die Gäste, allen voran Irene Träxler und Gabi Dlubal, Erste und Zweite Vorsitzende des Trägervereins Bavaria Bohemia e.V., die mit ihrem ehrenamtlichen Team den ganzen Tag im Einsatz waren.

Ausflug in die Märchenwelt

Die Duopoli-Band aus Neunburg vorm Wald, die sich als kleinste Bigband der Welt bezeichnet, übernahm mit Swing die musikalische Begrüßung. Die Stücke passten gut als Auftakt und Überleitung zum Märchenerzähler Oliver Machander, der zusammen mit Sabrina das jüngere Publikum am Nachmittag in die bayerisch-tschechische Märchenwelt mitnahm. In seinem Koffer hatte er das Märchen „Nicht zornig werden“ aus der Feder des bekanntesten Oberpfälzer Märchenerzählers Franz-Xaver von Schönwerth, der 1810 in Amberg geborenen wurde, und das tschechische Märchen „Wer ist dümmer“ dabei. Beim Ausflug in die Märchenwelt füllte sich zusehends das Areal. Zur Kaffeezeit war die Schmierkuchentheke des Trägervereins eine gefragte Station. Die Band „Adys“ aus Klatovy (Klattau) setzte am späten Nachmittag musikalische Akzente mit dem unverwechselbar klingenden und ziemlich schwer daherkommenden Sound tschechischen Poprocks. Die vier Musiker, obwohl erst seit zwei Jahren zusammen, traten letztes Jahr bei einigen der bekanntesten tschechischen Musikfestivals auf. Bei „Ahoj CeBB“ hatten sie Titel aus ihrem in diesem Frühjahr aufgenommenen Debütalbum Naděje (Hoffnung) dabei. „Was macht man sonst in Corona-Lockdown-Zeiten, wenn die Gigs gecancelt werden? Dann verbringt man als Band die Zeit im Studio zur Plattenproduktion“, meinte der Bandleader der Gruppe.

Erster Auftritt seit Corona

Gemessen an „Adys“ aus Tschechien sind „Acoustic gravity“, die Headliner des Fests, schon bestens in der bayerischen Rockszene etabliert. Mit „Love for sale“ eröffnete die Band mit ihrem zwischen beschwingt und rockig changierenden Akustik-Sound den Abend. Die vier Musiker - Herman Utz jun. an der Akustikgitarre, Jürgen Gebhard am Bass, Oliver Nagler an der E-Gitarre und Kevin Googin am Schlagzeug - freuten sich riesig über den Auftritt. Es war der erste größere seit sechs Monaten. Sie schauten in glückliche Gesichter, auf fast den ganzen Abend vor der Bühne tanzende Gäste und in das mit den zugelassenen 200 Besuchern gefüllte Areal. Die Botschaft von Oliver nach dem zweiten Stück ans Publikum „wie ihr hört, sind unsere Stimmen und Instrumente noch nicht eingerostet, denn so viel geübt wie in den letzten Monaten haben wir noch nie. Jetzt spielen wir die zwei Stunden ohne Pause einfach durch“, kommentierten die Gäste mit unüberhörbaren „Yeah, yeah, yeah!“ -Rufen. Da passte „Twist and Shout“ von den Beatles bestens dazu. Das Fest entpuppte sich für die CeBB- und die Bavaria Bohemia Verantwortlichen, die Akteure auf den Bühnen, das Publikum und die Förderpartner Deutsch-Tschechischer Zukunftsfonds (DTZF) und Landkreis Schwandorf als Volltreffer. Der mit über 350 Euro gefüllte Programmspendentopf und die zum Hochhaus gestapelten Bierbecher am Tisch der Schönseer Feuerwehr zeigten, wie gut das kurzfristig geplante bayerisch-tschechischen Kultur- und Begegnungsfest angekommen ist.

Weitere Aktion des Centrum Bavaria Bohemia

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