06.10.2020 - 17:08 Uhr
SchönseeOberpfalz

Alte Turnhalle wird Aktivtreff: Bürger diskutieren Wechselnutzung

Das Gerüst für den Umbau der alten Turnhalle in einen Aktivtreff steht. Bei der Bürgerversammlung gibt es dazu etliche Anregungen. Nun muss der Architekt den Spagat zwischen Wunsch und Machbarkeit hinkriegen. Die Zeit drängt.

Architekt Christian Schönberger (links) erläutert auf der Bürgerversammlung im CeBB die Planung für den Mehrgenerationen-Aktivtreff. Bürgermeister Reinhard Kreuzer und Kämmerin Lisa Biegerl hören zu.
von Gertraud Portner Kontakt Profil

Bürgermeister Reinhard Kreuzer hatte zur Vorstellung der Planung für den Umbau der alten Turnhalle in die Gewölbehalle des CeBB eingeladen. Mit knapp 30 Anwesenden (Stadträte, Vertreter von Vereinen und Gruppen sowie Bürgermeister Gerald Reiter aus Stadlern) waren unter Einhaltung der Hygieneregeln alle Stühle besetzt. "Das Ziel heute ist es, das Konzept gemeinsam mit den Bürgern zu erörtern, um die Vorschläge vor der Ausschreibung einarbeiten zu können", informierte Kreuzer über den Ablauf des Abends.

Architekt Christian Schönberger erinnerte an den März 2019 mit der "sehr kurzfristigen Förderkulisse" und die erfolgreiche Einreichung des Projekts bei der Regierung der Oberpfalz im Programm "Soziale Integration im Quartier". Und er stellte klar: "Schönsee hat das Glück gehabt, die Maximalförderung zu bekommen." Die Bausumme (Ausführung 2020) liege brutto bei 1,49 Millionen Euro. Die ehemalige Turnhalle sei ein fester Bestandteil des Konzeptes, das im Programm "Innen statt außen" für das Bürgerhaus in der alten Schule beantragt wurde, stellte der Architekt deutlich klar.

Bis Ende Oktober wollen wir transparent für alle machen, was kostet was, was streichen wir und was bleibt.

Bürgermeister Reinhard Kreuzer

Kletterwand diskutiert

Auch um Synergieeffekte mit dem zukünftigen Bürgerhaus auszuarbeiten, war für Frühjahr 2020 eine Bürgerversammlung geplant, welche zwecks Corona nicht stattfinden konnte. Die 55 Jahre alte Turnhalle ist seit Februar entkernt. Schönberger stellte die Pflichtaufgaben beim Umbau - von der Dachsanierung über die Fassade bis zum technischen Ausbau - detailliert vor. Der Innenausbau orientiert sich an den Wünschen der Vereine und Bürger. "Ein Sportboden ist klar, ebenso Prallwand und ballwurfsichere Decke. Aber die Art der Decke und die Wandgestaltung müssen wir noch diskutieren", stellte der Architekt fest und fragte in die Runde: "Brauchen wir noch etwas anderes, wie Kaffee-Theke, Duschen, Beamer oder einen separaten Eingang?" Daraufhin gab es zahlreiche Wortmeldungen mit unterschiedlichen Meinungen. Während die einen auf einen Beamer verzichten wollen (Bärbel Placke: "Haben wir im CeBB"), sehen andere dafür eine Notwendigkeit (Stephan Irlbacher: "Sollten einen vorsehen, da Corona gezeigt hat, dass wir für eine Sitzung einen sehr großen Raum benötigen"). Auch für eine Boulderwand gab es ein Für und Wider. Josef Eibauer gefiel der geplante Indoor-Spielplatz als integrative Maßnahme, "welche die Familien und damit die Menschen zusammenbringt." Abstriche sollten seiner Meinung nach bei der "Luxus-Decke" gemacht werden. Die Frage "multifunktionelles modernes Kombi-Turn-System mit Kletterwand oder klassische Variante mit Barren und Ringen", konnte nicht geklärt werden. Denn auch die Grundschule wird noch Vorschläge einbringen.

Angedacht ist eine kleine Bühne. "Als transportable Lösung, die man auch mit in die Aula des künftigen Bürgerhauses hinübernehmen kann", so Christian Schönberger. Die "Wechselnutzung" der Halle sah Stadtrat Andreas Hammerer als wichtigen Punkt: "Es sollte so geplant werden, dass ein schneller Umbau klappt, denn das Bürgerhaus ist die nächsten Jahre nicht realisierbar." Auch Xaver Bayer regte eine Sportboden-Abdeckung für eine multifunktionale Nutzung an. Bei der Diskussion des Umbaus gab es aber auch Befürchtungen: "Der Aspekt auf zu viel Bürger, blendet den Sport aus." Die tägliche Öffnung des Aktivtreffs für Vereine und Freizeitgruppen sieht Schönberger mittels einem erprobten Buchungs- und Schließsystem als "relativ unproblematisch".

Das Projekt "Aktivtreff" für Schönsee voranbringen

Schönsee

Weniger Duschen

Unstrittig ist ein barrierefreier Zugang und die Reduzierung der Sanitärausstattung auf ein Minimum. Die Anzahl der Duschen muss jedoch noch festgelegt werden. Zur Nachfrage nach zusätzlichem Lagerraum für Vereine, informierte Schönberger, dass Gitterboxen vorgesehen sind. "Bautechnisch ist alles klar, nur die Ausstattung ist offen", fasste der Bürgermeister zusammen. Er dankte allen, die sich eingebracht haben. Der nächste Schritt sei die "Kosten-Nutzen-Diskussion", wenn möglich bereits in der Stadtratssitzung diesen Monats. Dafür wurde der Architekt beauftragt, eine Liste mit allen Posten und den jeweiligen Kosten aufzustellen. "Bis Ende Oktober wollen wir transparent für alle machen, was kostet was, was streichen wir und was bleibt", erklärte Reinhard Kreuzer. Die Zeit drängt, denn die Umbaumaßnahme muss im Förderprogramm bis Ende 2021 abgeschlossen sein. "Und diese Zeit brauchen wir auch, denn es sind immerhin 1,4 Millionen Euro zu verbauen", gab Christian Schönberger zu bedenken.

Hintergrund:

Umbau zum Mehrgenerationen-Aktivtreff

  • Konzept
    Umbau der ehemaligen Volksschulturnhalle zu einen Mehrgenerationen-Aktivtreff: Familien, Kinder, Jugendliche und Senioren treffen sich, treiben Sport, starten von hier aus ihre Freizeitgestaltung.
  • Zeitplan
    Antrag fürs Förderprogramm "Innen statt Außen" im März 2019. Vorstellung und Diskussion der Planung bei der Bürgerversammlung am 1. Oktober 2020. Bis Ende des Monats sollen Details zur Ausstattung feststehen. Ausschreibung der Gewerke über den Winter. Geplante Fertigstellung November 2021.
Bei der Bürgerversammlung waren die Pläne einzusehen.
Die ehemalige Turnhalle ist seit Februar 2020 entkernt.
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