30.12.2019 - 13:59 Uhr
SchönseeOberpfalz

Andenken an Johannes von Schüttwa

Für das leibliche Wohl sorgen Kartoffel- und Gulaschsuppe, heiß gemacht überm lodernden Holzfeuer. Vor dem geselligen Teil des Jahresabschlusstreffens im Centrum Bavaria Bohemia werden Dankesworte und eine "Weihnachtsgeschichte" serviert.

Auch über den Winter gibt es eine Präsentation an der Außenfassade des CeBB. Eingerahmt von Trägervereinsvorsitzender Irene Treäxler (links) und CeBB-Leiterin Veronika Hofinger (rechts) stehen die Initiatoren der Ausstellung Ivo Dubský (Mitte) und Marta Volfíková (2.v.r) vom Verein Mikuláš und Ortsbetreuer Franz Metschl (2. v. l),
von Hans EibauerProfil
Kein Edelmenü, sondern Suppe aus dem heißen Kessel, gibt es beim Jahresabschlusstreffen des CeBB. Vereint wird gerührt: An der Gulaschsuppe Veronika Hofinger, an der Kartoffelsuppe 2. Vorsitzende Gabi Dlubal und 1. Vorsitzende Irene Träxler

Wie eine Weihnachtsgeschichte hört sich denn auch der Bericht von Ivo Dubský, Vorsitzender des Vereins Mikulás (Nikolaus) an, als er von der Rettung der St. Nikolaus Kirche im tschechischen Sitboř (Schüttwa) erzählt. Er bekommt bei der Jahresabschlussfeier die Gelegenheit, die derzeit an der Außenfassade des CeBB montierte Ausstellung "Johannes von Schüttwa - sein Leben und sein Werk" vorzustellen und die immense Arbeit beim Wiederaufbau der Dorfkirche zu schildern.

"Auferstanden aus Ruinen" drückt aus, was in dem kleinen Dorf Sitboř mit knapp 70 Einwohnern nahe der tschechischen Partnerstadt Poběžovice (Ronsperg) Verein, Freunde und Unterstützer in den letzten Jahren geleistet haben. Seit dem 13. Jahrhundert war die St. Nikolaus-Kirche Dorfmittelpunkt, nach dem 2. Weltkrieg verfiel sie rapide. Ivo Dubský erinnert sich: "Im Dorf fragten wir uns: Lassen wir die Kirche verfallen oder machen wir was dagegen? Die Antwort war eindeutig: Ja, wir bauen die Kirche wieder auf und gründen mit allen, die dahinter stehen, einen Verein."

Im Architekten Jan Soukup aus Pilsen fanden die Initiatoren einen versierten Partner, der empfahl, nicht nur die Kirchenmauern zu sanieren, sondern mit der Initiative auch das Andenken an Johannes von Schüttwa zu verbinden, der in Böhmen als bedeutende Persönlichkeit überliefert ist. Er war in der Zeit des Karl IV. Rechtsgelehrter, Rektor der lateinischen Schule in Saaz und später Hauptnotar in der Prager Neustadt. 1401 schrieb er den "Ackermann aus Böhmen", eine der berühmtesten mittelalterlichen Dichtungen in deutscher Sprache. Er gilt als frühestes Musterbeispiel für das friedliche Zusammenleben von Deutschen und Tschechen.

Diese Tradition setzten im gemeinsamen Verein die aus Schüttwa vertriebenen deutschen Landsleute und die tschechischen Bewohner von Sitboř, vorne dran Ortsbetreuer Franz Metschl und Vorsitzender Ivo Dubský, mit gutem Beispiel fort.

Mit der Einladung zum Jahresabschlusstreffen ins CeBB verbandenTrägervereinsvorsitzende Irene Träxler und Leiterin Veronika Hofinger zudem die Absicht, an vorderster Stelle die Leistungen der ehrenamtlich Engagierten herauszustellen und ihnen zu danken. Ob beim Advent im Wald, der Organisation der Kulturtouren, dem Besucherservice an den Wochenenden und bei Veranstaltungen - ohne die Hilfe der Mitglieder könnte das CeBB die Fülle der Aufgaben nicht leisten.

Beide erwähnten bei ihren einleitenden Begrüßungs- und Dankesworten die Vielzahl der Menschen und Partner, die für den Erfolg des CeBB verantwortlich sind. "Das erste halbe Jahr 2019 war immens schwierig und eine richtige Durststrecke, doch jetzt können wir positiv gestimmt ins neue Jahr gehen." Dieser Satz im Grußwort der ersten Vorsitzenden drückt aus, wie schwierig es 2019 war, mit Personalwechseln an wichtigen Positionen und Auszahlungsverzögerungen bei bewilligten EU-Zuschüssen die übernommenen Aufgaben zu bewältigen.

Veronika Hofinger nannte die deutliche Anhebung der Förderung des Freistaats Bayern für die Koordinierungsstelle, die aufgestockte Programmförderung des Landkreises Schwandorf, das vom StMFH herausragend bezuschusste Projekt "Kulturstadt Bayern Böhmen", die bewährte Zusammenarbeit mit dem Deutsch-Tschechischen Zukunftsfonds und die sehr motivierten neuen Mitarbeiter als Gründe, im zweiten Halbjahr wieder in ruhigeres Fahrwasser zu gelangen.

Irene Träxler packte am Schluss ihrer Ausführungen einen Sack voll mit Komplimenten aus, darunter zuvorderst an Chefin Veronika Hofinger, geschätzt auf beiden Nachbarseiten und "ohne die es lange nicht so erfolgreich laufen würde."

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