Schönsee
13.09.2019 - 12:03 Uhr

Ankauf als Wertschätzung für Flora und Fauna

Die Wildland-Stiftung Bayern hat den Biotopverbund im Schönseer Land durch den Ankauf von zwei naturschutzfachlich wertvollen Flächen ergänzt. Bei einer Exkursion wurden die Areale vorgestellt.

Groß war das Interesse der Ehrengäste an den Grundstücken, mit dem die Wildland-Stiftung den Biotopverbund im Schönseer Land erweiterte. Vor einer dieser Flächen erläuterte Gabriela Rossi (Vierte von links) von der Regierung der Oberpfalz die Ideen zur Machbarkeitsstudie "Grünes Band Oberpfalz". Bild: mmj
Groß war das Interesse der Ehrengäste an den Grundstücken, mit dem die Wildland-Stiftung den Biotopverbund im Schönseer Land erweiterte. Vor einer dieser Flächen erläuterte Gabriela Rossi (Vierte von links) von der Regierung der Oberpfalz die Ideen zur Machbarkeitsstudie "Grünes Band Oberpfalz".

Im "BayernNetzNatur-Projekt Schönseer Land" engagiert sich die Wildland-Stiftung Bayern bereits seit 1990 für die Vernetzung von Biotopen. Feuchtflächen und Moore, störungsarme Bachtäler und extensiv bewirtschaftete Wiesen bieten wertvolle Lebensräumen für Schwarzstorch, Braunkehlchen, Insekten oder auch bedrohte Pflanzenarten wie Sumpfblutauge, Fieberklee oder das Breitblättrige Knabenkraut.

Anfang des Jahres erwarb die Stiftung zwei brachgefallene Wiesengrundstücke in den Ebenwiesen an der Ascha und im Rosenhof. Bei einem Ortstermin stellte Geschäftsführer Eric Imm beiden Flächen vor und erläuterte den Ehrengästen, dass damit der Biotopverbund erweitert werden konnte. Nach der musikalischen Begrüßung durch die Jagdhornbläser der Kreisgruppe Oberviechtach freute sich Bürgermeisterin Birgit Höcherl über die offizielle Aufnahme weiterer Flächen als Biotop. Für die Zusammenarbeit dankte sie den zuständigen Behörden und Institutionen sowie dem Naturparkverein im Landkreis.

Landrat Thomas Ebeling, Vorsitzender des Vereins Naturpark Oberpfälzer Wald, begrüßte die Aktivitäten der Wildland-Stiftung im Landkreis. Mit den beiden neu erworbenen Flächen sei die Stiftung nun Eigentümerin von insgesamt knapp 23 Hektar allein im Schönseer Land. Zusammen mit den anderen Naturschutzverbänden werden im Schönseer Land naturschutzorientierte Maßnahmen auf fast 62 Hektar Verbandsflächen umgesetzt.

MdL Alexander Flierl, Bezirksvorsitzender im Bayerischen Jagdverband (BJV) und Vorsitzender der Kreisgruppe Oberviechtach, dankte der Wildland-Stiftung Bayern für ihr Engagement. Als Naturschutzstiftung des BJV setze sie ein klares Zeichen der Jägerschaft in Sachen Naturschutz. Die Artenvielfalt, die in der Kulturlandschaft über Jahrhunderte hinweg entstanden sei, gelte es auch in Zusammenarbeit mit den Jägern und Landwirten zu erhalten. Für Wolfgang Schiefer sei das Schönseer Land im Hinblick auf das Engagement und dem Zusammenarbeit im Naturschutz vieler beispielgebend. Der Vorsitzende des Stiftungsvorstands hob dabei das Engagement der Jäger hervor und betonte "ohne das jägerische Element wäre die Arbeit nicht zu schultern".

Markus Kurz, Verein Naturpark Oberpfälzer Wald, erläuterte den Ankauf aus naturschutzfachlicher Sicht (siehe Info-Box). Flächenerwerb sei der sicherste Weg, um Lebensräume auf Dauer zu erhalten oder zu schaffen. Landesweit bedeutsame Artenschutzprojekte würden unter der Trägerschaft der Wildland-Stiftung zusammen mit der örtlichen Jägerschaft umgesetzt.

Für die Regierung der Oberpfalz sprach Gabrielal Rossi über die Machbarkeitsstudie "Grünes Band Oberpfalz-Tschechische Republik". Das "grüne Band" verknüpfe 24 Länder und bilde, vor allem wegen der über Jahrzehnte eingeschränkten Nutzung in Grenzgebieten, eine der wichtigsten paneuropäischen Bioverbundachsen.

Lebensraum sichern:

Laut Gebietsbetreuer Markus Kurz können die ausgewählten Flächen als Nahrungshabitat für den Schwarzstorch fungieren. Auf den teilweise brachgefallenen Wiesen sollen einige Weidengebüsche entfernt und eine extensive Bewirtschaftung soweit möglich wieder aufgenommen werden. Damit könne der Lebensraum bereits selten gewordener Singvögel wie Braunkehlchen und Wiesenpieper gesichert werden. Von der Offenhaltung der Flächen würden seltene Pflanzen genauso wie Amphibien, Heuschrecken und Libellen profitieren. Hierzu setze die Stiftung auf den Schutz, den Erhalt und die Neuschaffung vielfältiger und intakter Lebensräume in den Natur- und Kulturlandschaften. (mmj)

Mit Bildern, hier vom schmalblättrigen Wollgras, erläuterte Markus Kurz, Naturpark Oberpfälzer Wald, verschiedene Pflanzenarten in den Flächen der Biotope. Bild: mmj
Mit Bildern, hier vom schmalblättrigen Wollgras, erläuterte Markus Kurz, Naturpark Oberpfälzer Wald, verschiedene Pflanzenarten in den Flächen der Biotope.
Die Wildland-Stiftung:

Im Landkreis Schwandorf konnte die Wildland-Stiftung Bayern seit Beginn der 1980er Jahre über 35 Hektar wertvollen Lebensraum für Flora und Fauna sichern. Dazu gehören die Biotope im Schönseer Land, bei Oberviechtach oder bei Trausnitz. Nasswiesen bieten seltenen Arten wie Bekassinen, Braunkehlchen oder zahlreichen Insekten und Amphibien geeigneten Lebensraum und gelten als Standort für seltene Orchideen. Ferner engagiert sich die Stiftung in der Oberpfalz im Projekt „Marktplatz der biologischen Vielfalt“ bei der Beratung von Kommunen. Die Institution ist gemeinnützig und ausschließlich in Bayern tätig. Der Einsatz der Stiftung kann mit Spenden unterstützt werden. Bankverbindung: Wildland-Stiftung Bayern, Bankhaus Donner & Reuschel, Iban: DE33 2003 0300 0118 0800 00. (mmj)

 
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