03.03.2021 - 09:42 Uhr
SchönseeOberpfalz

Ausbau der Staatsstraße 2159 zwischen Gaisthal und Schönsee startet in die heiße Phase

Nach zehn Jahren ist ein Ende in Sicht: Beim Ausbau der Staatsstraße 2159 zwischen Gaisthal und Schönsee werden die Erd- und Straßenbauarbeiten fortgesetzt. Die Umleitung über Lind/Schwand ist für mindestens acht Monate angesetzt.

Alles bereit: Im Murnthal (an der Einmündung nach Weiding) lagert die Firma Seebauer Tiefbau GmbH das Material für den weiteren Ausbau der Staatsstraße 2159 zwischen Schönsee und Gaisthal. Die beiden Orte sind für mindestens acht Monate getrennt und nur über die Umleitung aus Richtung Schwand verbunden.
von Gertraud Portner Kontakt Profil

Der schlechte Zustand der Staatsstraße 2159 zwischen Rosenthal und Muggenthal war bereits im April 2006 Gegenstand eines Gesprächs zwischen dem damaligen Bürgermeister Hans Eibauer und Baudirektor Hermann Gläser vom Staatlichen Bauamt. Die Forderung war, "dass eine Deckenerneuerung keine Lösung ist", sondern nur der Ausbau akzeptabel sein könne. 2012 legte das Bauamt eine Entwurfsplanung für den Ausbau der 2,7 Kilometer langen Trasse zwischen Gaisthal und Schönsee vor, angefertigt von Stefan Noll. Mittlerweile ist Noll selber Baudirektor und froh, dass das Projekt nun diese Woche in die eigentliche Ausbauphase starten kann.

"Die lange winterliche Bedrohung hat uns nicht in die Hände gespielt."

Baudirektor Stefan Noll vom Staatlichen Bauamt Amberg-Sulzbach

Baudirektor Stefan Noll vom Staatlichen Bauamt Amberg-Sulzbach

Sprengungen stehen an

"Die lange winterliche Bedrohung hat uns nicht in die Hände gespielt", sagt er im Gespräch mit der Redaktion von Oberpfalz-Medien. Doch nun läuft es richtig an. Die Firma Seebauer Tiefbau GmbH stellte am Montag die Umleitungsschilder auf und brachte ihre Großgeräte in Position. Nachdem 2020 mit den Bauarbeiten abseits der Staatsstraße begonnen wurde, werden nun auch Eingriffe in die bestehende Trasse notwendig. Zur Lockerung des massiven Felsgesteins stehen bereits ab Mitte der nächsten Woche Sprengungen an. "Jede Menge", wie Bauleiter Matthias Vogl informiert. Dazu wurden bereits im vergangenen Frühjahr zahlreiche Erkundungsbohrungen zur Felsbeschaffenheit vorgenommen.

Prominenz zum Ausbaustart an der Staatsstraße 2159 zwischen Gaisthal und Schönsee

Schönsee

Die neue Staatsstraße wird im Bereich zwischen Rosen- und Muggenthal (nach dem Viadukt) auf den einstigen Bahndamm und jetzigen Radweg verlegt und insgesamt auf 6,50 Meter (aktuell 5,50 Meter) verbreitert. Mit dem Ausbau verbessert sich außerdem die heikle Zufahrt zur Firma Weinfurtner in Muggenthal. Gleich gegenüber wird der hangseitige Teil des "Felsentors" verschwinden. "Die Einschnittböschung bleibt als Relikt der Eisenbahnzeit stehen", betont Baudirektor Stefan Noll. Auch die historischen Kilometersteine sollen so weit wie möglich erhalten bleiben. Die aktuelle Planung sieht vor, dass der Radweg auf einer Länge von etwa 450 Meter nahe am Bestand bei der neuen Staatsstraße mitgeführt wird. Und zwar laut Noll "getrennt durch Grünstreifen und Planke". Der früher angedachte "Tausch" der Trassen wurde damit fallengelassen. Lediglich bei der bisherigen Kreuzung oben im Murnthal wechselt der Radweg für etwa 400 Meter auf die alte Straße, so dass die neue Kreuzungssituation zwischen Bayerisch-Böhmischen-Freundschaftsweg und Staatsstraße 2159 bei der Firma Weinfurtner entstehen wird.

Passagierscheine im Rathaus

Doch bevor der große Meißel angesetzt wird, sollen in dieser Woche laut Vogl zunächst die Wurzelstöcke entfernt und der Waldhumus abgetragen werden. Am 9./10. März wird teilweise der Asphalt abgefräst. Die Umleitung fordert besonders die Bürger von Gaisthal und Rackenthal. Wie Bürgermeister Reinhard Kreuzer mitteilt, können diese - witterungsbedingt voraussichtlich ab Mitte März - den geschotterten Waldweg nach Schwand nutzen. Er habe dies mit Forstdirektor Stefan Bösl abgeklärt. Passagierscheine gibt es ab 8. März im Rathaus (telefonische Terminvereinbarung). Die Polizei werde zwecks "Schwarzfahrern" kontrollieren.

Hintergrund:

Ausbau der Staatsstraße 2159 "östlich von Gaisthal"

  • Länge: 2,7 Kilometer; Ausbaubreite: 6,50 Meter; Kosten: circa acht Millionen Euro
  • 2006: Forderung nach Ausbau anstatt Deckenerneuerung; 2012: Straßenbauamt legt Entwurfsplanung vor
  • 2017: im November Planfeststellungsbeschluss der Regierung der Oberpfalz
  • 2018: Start mit Brückenbau im Muggenthal
  • 2019: Erkundungsbohrungen; Fertigstellung der Brücke und Ascha-Verlegung auf 200 Meter sowie ab November Baufeldfreimachung mit Start der Baumfällarbeiten
  • 2020: europaweite Ausschreibung der Bauarbeiten; Rodungsarbeiten; Bauarbeiten abseits der Straße
  • 2021/2022: Firma Seebauer Tiefbau GmbH richtet am 1. März 2021 die Baustelle ein; Straßensperrung ab 2. März; geplante Freigabe im Oktober/November 2021. Die Gesamtfertigstellung mit Radwegverlegung auf 850 Metern ist für Ende 2022 vorgesehen.
  • Umleitung: Der Verkehr wird ab Lind über die Staatsstraße 2160 Pirkhof/Plechhammer/Pullenried und die Kreisstraße SAD 44 Unterlangau/Schwand umgeleitet
  • Anwohner von Gaisthal/Rackenthal sowie die Pflegedienste können sich für die Forstweg-Abkürzung einen Passagierschein im Rathaus ausstellen lassen (ab 8. März unter 09674/92120).

 

 

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