22.05.2019 - 11:14 Uhr
SchönseeOberpfalz

Ausbildung ebnet Weg zur Integration

Das Schicksal von drei jungen Flüchtlingen aus Eritrea ist das Hauptthema im Seniorenkreis. Gertraud Nickl aus Eslarn schildert ihre Bemühungen auf dem Feld der Integration.

Gertraud Nickl aus Eslarn (Zweite von rechts) informierte beim Seniorenkreis über ihre Arbeit mit Flüchtlingen aus Afrika.
von Ludwig HöcherlProfil

Fast etwas schüchtern wirken Filmon, Endryas und Dawit bei ihrem Besuch im Caritassaal. Aber es huscht immer wieder ein Lächeln über ihr Gesicht, wenn Gertraud Nickl beim Seniorenkreis von den drei jungen Flüchtlingen spricht. Die Eslarnerin nennt die aus Eritrea stammenden jungen Männer, alle um die 21 Jahre alt, "meine Boum". Sie sind drei von vielen, um deren Integration sie sich mit Gleichgesinnten in einem Helferkreis einsetzt und bei vielen Behördengängen begleitet.

"Vor all dem was ich kenne und mit dem ich mich auseinandersetze, habe ich keine Angst” betont die engagierte Referentin vor den Zuhörern. Und so ist sie viel unterwegs, um informativ Vorurteile gegenüber Asylsuchenden vom afrikanischen Kontinent abzubauen. In ihrem Vortrag, den ihr Mann Josef Nickl mit Lichtbildern begleitete, richtete sie den Blick auf Eritrea, einem Staat im Nordosten Afrikas. Die diktatorischen Zustände in diesem Land würden der jungen Generation keine Chance für ein menschenwürdiges Leben lassen. Junge Menschen würden eher eine Waffe in die Hand bekommen, als einen Ausweis. Die dort herrschenden Verhältnisse seien Ursache für die Flüchtlingsspirale, die sich immer weiter drehe.

Im Raum Eslarn/Waidhaus kümmert sie sich ehrenamtlich vor allem um Personen, die alleine nach Deutschland gekommen sind. Für sie sei wichtig, dass diese mit der einheimischen Bevölkerung bekannt gemacht und in dieser integriert werden. Gertraud Nickl sorgt mit dafür, dass die jungen Afrikaner Praktika in Betrieben machen und in Berufe hineinschnuppern können. Sie habe dabei viel positive Rückmeldungen von den Unternehmen erhalten. Die drei anwesenden Eritreer besuchen aktuell Integrationsklassen an den Berufsschulen in Neustadt/WNund Weiden und wünschen sich nichts sehnlicher, als in ein Ausbildungsverhältnis zu kommen.

Mit Liedern aus ihrer Heimat bedankte sich das Trio bei der "älteren Generation" für die Gelegenheit, sich mit der Referentin bei den Senioren vorstellen zu können. Von Betty Wirnshofer gab es für Gertraud Nickl, die mit Herzblut über ihre Arbeit informierte, mit Blumen ein Dankeschön für ihren engagierten Vortrag.

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