24.10.2019 - 14:52 Uhr
SchönseeOberpfalz

Autor Friedrich Brandl schildert Erinnerungen aus über fünf Jahrzehnten

Es ist interessant zu hören, wie bei Autor Friedrich Brandl Bücher im Kopf entstehen. Nach Gedichtbänden, Erinnerungen aus Kindheit und Jugend, hat der Amberger nun Lebenseindrücke ab dem Erwachsensein aufgeschrieben.

Bei einer Lesung im Centrum Bavaria Bohemia erzählte Autor Friedrich Brandl über sein Leben und Werk. Zwischendurch legte er immer wieder mal Buch weg und schilderte Hintergründe zu den verschiedenen Geschichten.
von Hans EibauerProfil

Diese hat er im Buch "Immer in Sichtweite" zusammengetragen, das heuer im Viechtacher Lichtung Verlag erschienen ist. Dieses stellte er bei einer Lesung im Centrum Bavaria Bohemia (CeBB) vor. In 42 Kapiteln sortiert er darin sein Leben ab dem 19. Lebensjahr alphabetisch geordnet, deshalb auch der Untertitel „Ein Abecedarium“.

Viele Freunde und Geschichten fand Friedrich Brandl im Umfeld der bayerisch-böhmischen Beziehungen. Der Schritt über die Grenze war nur möglich Dank des in diesem Herbst vor 30 Jahren friedlich über die Bühne gegangenen Mauerfalls, in dessen Folge 1989 die Samtene Revolution in Prag, der Abbau des Eisernen Vorhangs und schließlich 2004 die Osterweiterung Europas kamen.

Am Beginn der Lesung erzählte Friedrich Brandl (geboren 1946), wie er zu seinem Gedichtband „Inmitten meiner grünen Insel“ kam. Wie er begann, seine Kindheitserinnerung im Buch „Ziegelgassler“ aufzuschreiben, als er eines Tages den Enkel im Kinderwagen durch die heimatlichen Amberger Straßen schob, und wie er als Jugendlicher im Schatten der Amberger Martinskirche aufwuchs. In „Glock'n' Roll“ wird nach den Entbehrungen der Kindheit in der Nachkriegszeit das Wirtschaftswunder der 60er Jahre in Brandls Teenagerzeit offenkundig.

Brandl schätzt den Spielraum für das Schreiben nachdem er von seinem Lehrerberuf in den Ruhestand wechselte. Das Eingangszitat von Markus Tullius Cicero „Wenn du einen Garten, und dazu noch eine Bibliothek hast, wird es dir an nichts fehlen“ im Gedichtband „Inmitten meiner grünen Insel“ sieht Friedrich Brandl als Leitfaden, der ihn durch sein Leben begleitet

Der mit mehreren Preisen ausgezeichnete Oberpfälzer Autor griff bei seiner immer mit persönlichen Anmerkungen ergänzten Lesung aus dem Abc seiner Lebensgeschichten auch einige mit grenzüberschreitendem Bezug heraus. Aufschlussreich, dass er bei seinen Kapiteln „Goldene Straße“, „CeBB“ oder „Schloss Dobříš“ zwischendurch weg vom Text ging und von den versteckten Hintergründen erzählte. Wer konnte sich noch erinnern, dass Friedrich Brandl beim Eröffnungswochenende des CeBB im März 2006 zusammen mit seinem inzwischen verstorbenen tschechischen Schriftstellerkollegen Josef Hruby literarischer Gast war? Beide zeichnete das CeBB später mit dem Brückenbauerpreis aus.

Bei vielen seiner Bücher begleiten die Prosa, die Gedichte und die Titelgestaltung Zeichnungen seiner in Frankreich verheirateten Tochter Ina Meillan, die auch sein neuestes Werk „Immer in Sichtweite“ grafisch und künstlerisch bereicherte. Nach der Lesung gab es Zeit für Buchsignaturen und für persönliche Gespräche mit dem Amberger Autor, für den das CeBB ein gern besuchter Ort des grenzüberschreitenden Miteinanders ist.

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