(eib) "So eine schöne Reise", kommentierten die Gäste die viertägige Sommer-Kulturtour des Centrum Bavaria Bohemia (CeBB) am ersten Juniwochenende. Es ging in den in weitgehend unbekannten Nordosten Böhmens. Dieser Landstrich bietet ein Kaleidoskop an beeindruckenden Baudenkmälern, malerischen Städten und unberührter Natur.
Bereits der Anreisetag bot auf dem Weg nach Náchod, dem Standquartier der Reisegruppe, mit dem barocken Gebäudekomplex Kuks (Kukus) einen ersten Höhepunkt. Einen nachhaltigen Eindruck hinterließ die in einem Gebäudeteil befindliche zweitgrößte Barock-Apotheke im heutigen Tschechien mit einem weitläufigen Heilkräuter-Garten. Die europäischen und tschechischen Fördermitteln für die Sanierung des gesamten Areals waren gut angelegtes Geld. Das gelungene Werk wurde im Jahr 2017 mit dem Europa-Nostra-Preis gewürdigt, dem höchsten europäischen Denkmalschutz-Preis. Die 40-köpfige Reisegruppe war in einem Hotel im kleinen Städtchen Náchod untergekommen. Bei wunderbarem Wetter an allen Tagen genossen die Oberpfälzer die abendlichen Spaziergänge durch den im 13. Jahrhundert gegründeten Ort an beiden Uferseiten des Flusses Metuje.
Felsenstadt Böhmens
Am zweiten Tag der Kulturtour ging es zu den Adersbacher Felsen, der größten Felsenstadt Böhmens. Ein Rundweg führt durch das Naturwunder mit Sandsteinfelsen, einem Labyrinth aus Schluchten, Treppen und Steigen zum idyllisch gelegenen Adersbachersee, auf dem die Gruppe eine kleine Bootsrundfahrt unternahm. Nach dem Vormittag in der Natur stand am Nachmittag Nové Msto nad Metuji (Neustadt an der Mettau) auf dem Programm. Das reizende Städtchen am westlichsten Fuß des Adlergebirges beeindruckte mit seinem im frühbarocken Stil umgebauten Schloss von Carlo Lurago. Den erlebnisreichen Tag rundete ein wunderbares Abendmenü im viel Atmosphäre ausstrahlenden Schlossrestaurant ab. Tag drei der Tour führte nach Broumov (Braunau), dem Zentrum des Braunauer Ländchens im hintersten Zipfel des nordböhmischen Grenzgebiets. Nach dem Spaziergang durch den Klostergarten erreichte die Reisegruppe das Wahrzeichen der Stadt, das 1322 gegründete Benediktinerkloster.
Nach der Zerstörung im Dreißigjährigen Krieg baute Ende des 17. Jahrhunderts Christoph Dientzenhofer innerhalb von sechs Jahren die Klosterkirche im Barockstil um. Von der guten Akustik in der Kirche konnte sich jeder selbst überzeugen, als der Kirchenführer ein lateinisches Lied mit sonorer Stimme anstimmte. Das Programm am Nachmittag führte zu den Braunauer Wänden, Sandsteinfelsen ähnlich denen von Adersbach. Am Rand der Felsen erbaute Kilian Ignaz Dientzenhofer eine Barockkapelle in Form eines Sterns.
Hier bot sich ein beeindruckender Rundblick auf das Braunauer Ländchen und die Felsformationen. Am späten Nachmittag stand noch ein Abstecher zu den Bunkern der Infanteriekasematte Voda mit einer einzigartigen Ausstellung zur Erinnerung an die Geschichte der tschechoslowakischen Armee zwischen 1918 und 1945 auf dem Programm.
Der letzte Tag der Reise führte die Gruppe zum Schloss Ratiboice (Ratiborschitz), in das malerische Babiino udoli (Großmuttertal) und in die größte Stadt Ostböhmens, Hradec Kralové (Königgrätz), schon im Jahr 1255 zur Königsstadt erhoben.
Glocke mit zehn Tonnen
Bei der Stadtführung lagen die wichtigsten Sehenswürdigkeiten auf dem Weg: die den Marktplatz dominierende doppeltürmige Kathedrale, der Weiße Turm mit der zweitgrößten Glocke Tschechiens mit fast zehn Tonnen, die Kapelle des heiligen Klemens und das Alte Rathaus mit seinen zwei Türmen. Mit einer einstündigen Elb-Schifffahrt entlang der Silhouette der Stadt schloss die gelungene Sommer-Kulturtour ab. Auf der Rückfahrt bedankte sich das Reiseleiterteam mit Kamila Spichtinger, Gabi Dlubal und Susanne Setzer bei den Teilnehmern, die mit einer Fülle von Eindrücken die Heimreise in die Oberpfalz antraten.













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