Zweite Vorsitzende Gabi Dlubal eröffnete die Mitgliederversammlung von Bavaria Bohemia, dem Trägerverein des Centrum Bavaria Bohemia (CeBB), am vergangenen Sonntag in Vertretung der verhinderten Vorsitzenden Irene Träxler. Die im zweijährlichen Turnus angesetzten Neuwahlen des Vorstands gingen mit einem klaren Vertrauensbeweis für das bisherige Vorstandsteam über die Bühne.
Dlubal blickte eingangs auf den Anfang des heute über 500 Mitglieder zählenden Vereins im Jahr 2004 zurück. 36 Gründungsmitglieder hätten vor 14 Jahren großen Mut und Verantwortungsbewusstsein gezeigt, als sie nach der Sanierung des ehemaligen Kommunbräuhauses durch die Stadt, die Betriebsträgerschaft für das CeBB zu übernahmen. "Das CeBB hat sich im Lauf der Jahre als bayerisch-tschechische Kulturdrehscheibe einen sehr guten Namen gemacht." Das spiegle sich in der öffentlichen Wahrnehmung und am Interesse von vielen Tausend Besuchern wieder.
Die Dankesliste der Vorstandssprecherin war lang und schloss das ehrenamtliche Engagement der Mitglieder mit über 900 Stunden im zurückliegenden Jahr, die bestens organisierten Kulturtouren und vor allem die Förderpartner, Sponsoren und die Kulturstiftung ein. Am Schluss ihrer Ausführungen nannte Dlubal noch weitere positive Aspekte beim Rückblick auf die nun zu Ende gehende zweijährige Amtsperiode: Ein gelungener Übergang in der Leitung des CeBB von Hans Eibauer auf Dr. Veronika Hofinger am Beginn des Jahres, ein engagiertes, fast durchweg zweisprachiges Mitarbeiterteam, das ein Programm mit großer Vielfalt umsetzt und ein Vorstand, der sich der großen Verantwortung für das CeBB bewusst ist. In ihren Schlussworten drückte Gabi Dlubal die wunderbaren Erfahrungen aus, die sie als gebürtige Tschechin im CeBB erlebt hat: "Es ist mir eine große Freude, wenn Interesse an unseren Nachbarländern zu spüren ist. Man lernt neue Menschen kennen und die bayerisch-tschechische Kultur. Oft werden aus Begegnungen echte Freundschaften."
Änderung in der Satzung
Die Projekt- und Programmumsetzung gelingt seit Jahren in einem Mehrsäulenfinanzierungsmodell, wie Schatzmeister Josef Braun in einem Balkendiagramm für das Jahr 2017 erläuterte. Neben der Eigenfinanzierung aus Mitgliedsbeiträgen, Spenden, Sponsorengeldern, Stiftungszuwendungen und der Unterstützung der kommunalen Förderpartner Stadt Schönsee, Landkreis Schwandorf, Bezirk Oberpfalz, weiterer Landkreise und kreisfreier Städte sind es der Deutsch-Tschechische Zukunftsfonds, die EU und der Freistaat Bayern, die bei der Finanzierung der Projekte hohe Zuschüsse leisteten. Seit dem Doppelhaushalt 2013/2014 stabilisieren jährliche Mittel des Freistaat Bayern die Gesamtfinanzierung. Im Gegenzug erfüllt das CeBB mit der Koordinierungsstelle für die bayerisch-tschechische kulturelle Zusammenarbeit im Interesse des Freistaats liegende grenzüberschreitende Aufgaben. Die im Finanzbericht thematisierte zeitlich verzögerte Auszahlung der bewilligten EU-Projektfördermittel mit unvermeidlichem Zwischenfinanzierungsbedarf war nach Information von CeBB-Leiterin Dr. Veronika Hofinger auch Diskussionsthema des Partnerforums Oberpfalz-Pilsen in der vergangenen Woche in Pilsen.
Die aus dem Amt scheidenden langjährigen Kassenprüfer Sepp Ebenhöch und Herbert Männer verabschiedete Dlubal mit Dankesworten und einem Geschenk. Die vom Vorstand vorgeschlagene Änderung der Satzung, zukünftig den amtierenden Bürgermeister der Stadt Schönsee qua Amt in den Kreis des Vorstands aufzunehmen, erhielt eine klare Mehrheit. Bei der folgenden Wahl gab es auf den Führungspositionen keine Veränderungen, lediglich im Kreis der Beisitzer gibt es zwei neue Gesichter.
Im Mittelpunkt der inhaltlichen Tagesordnungspunkte standen der Rückblick von CeBB-Leiterin Veronika Hofinger auf Programm und Projekte im laufenden Jahr 2018 und die Perspektiven für die folgenden Jahre. Das CeBB ist Leadpartner im dreijährigen EU-geförderten Projekt "Barockregion Bayern - Böhmen", das auf beiden Seiten von berühmten Bauwerken und einem vielschichtigen musikalischen und kulturgeschichtlichen Erbe aus dieser Epoche geprägt ist.
Neue Aktionen geplant
Auf großes Publikumsinteresse stieß das zeitgeschichtliche Jahresthema "Von der Paneuropa-Idee ins gemeinsame Haus Europa", das sich in Vorträgen, Ausstellungen und Diskussionen den ereignisreichen 8-er Jahren im Jahrhundertzeitraum 1918 - 2018 widmete. Im kommenden Jahr wird das CeBB mit Aktionen auf 30 Jahre Fall des Eisernen Vorhangs aufmerksam machen. "Wir blicken hoffnungsvoll in die Zukunft", erklärte die CeBB-Leiterin, denn mit dem Freistaat Bayern liefen erfolgversprechende Gespräche zur Intensivierung der Arbeit der Koordinierungsstelle und es bestünden gute Chancen für die Umsetzung eines neuen Projekts im Rahmen des Entwicklungsgutachtens für den bayerisch-tschechischen Grenzraum.
Vorsitzende Irene Träxler (Gaisthal); Stellvertreter: Gabi Dlubal (Tiefenbach), Karin Hartung (Waidhaus); Schriftführerin: Inge Tragl (Muschenried); Schatzmeister: Josef Braun (Stulln); Beisitzer: Richard Brunner, Gerhard Grimm, Kamila Spichtinger, Mirka Šebestová (neu), Christoph Wurm (neu); Kassenprüfer: Herbert Antes, Michael Albang. (eib)













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