29.06.2020 - 17:23 Uhr
SchönseeOberpfalz

Birgit Höcherl kontert Schönseer Bürgermeister

"Meine Vorgängerin hat mir einen schlechten Haushalt hinterlassen". Diesen Vorwurf von Bürgermeister Reinhard Kreuzer lässt die frühere Schönseer Bürgermeisterin Birgit Höcherl nicht auf sich sitzen.

Die frühere Schönseer Bürgermeisterin Birgit Höcherl.
von Externer BeitragProfil

Bürgermeister Reinhard Kreuzer kritisierte in seiner ersten Etatsitzung die Arbeit seiner Amtsvorgängerin Birgit Höcherl. In einer Stellungnahme reagiert sie auf Kreuzers Aussagen in der Haushaltssitzung.

Von Mehrheit getragen

"Bürgermeister Kreuzer sagte in der Sitzung: ‘Meine Vorgängerin hat mir einen schlechten Haushalt hinterlassen, bei den angefangenen Baumaßnahmen wurde mit falschen Fördersummen geprahlt‘. Dazu möchte ich Folgendes klarstellen: Die Stadt Schönsee ist seit 2013 schuldenfrei und hat hohe Rücklagen aufgebaut. Der richtige Zeitpunkt also, um zu investieren, vor allem bei gut gefüllten Fördertöpfen. Das war auch immer die Meinung der großen Mehrheit der Stadträte in der Wahlperiode von 2014 bis 2020. Wie aus der Berichterstattung im Neuen Tag vom 26. Juni 2020 hervorgeht, war eine notwendige Verschuldung der Stadt Schönsee aufgrund der umfangreichen Baumaßnahmen (vgl. Seerosenblatt) schon 2016 abzusehen und wurde auch immer wieder kommuniziert," betont Birgit Höcherl.

Hier der Artikel zum Haushalt 2020

Schönsee

"Da Herr Bürgermeister Kreuzer seit 2014 Mitglied des Stadtrates von Schönsee ist, war ihm also die finanzielle Entwicklung der Stadt hinlänglich bekannt. Nun um Verständnis bei seinen Wählern zu bitten, weil Wahlversprechen seiner Meinung nach nicht umgesetzt werden könnten, erscheint äußerst fragwürdig", meint Kreuzers Amtsvorgängerin.

Debatte um den VG-Vorsitz

Schönsee

Was die Höhe der Fördersummen betreffe, mit denen Kreuzers Worten nach „geprahlt“ worden sei, "so hat mich Herr Bürgermeister Kreuzer nicht informiert – ich musste ‘offiziell‘ aus der Presse davon erfahren", fährt Birgit Höcherl fort. "Während der stattgefundenen Übergabegespräche, die sehr konstruktiv verliefen und über die Herr Kreuzer in der Sitzung vom 16.Juni 2020 berichtet hat, bat er mich sogar, wegen der vielen laufenden Maßnahmen, beim ersten Besuch bei der Regierung der Oberpfalz, Abteilung Städtebauförderung, dabei zu sein. Es ist für mich deshalb völlig unverständlich, warum ich über die Situation weder in Kenntnis gesetzt, noch warum nicht versucht wurde, gemeinsam ein klärendes Gespräch zu führen. Zudem war während meiner Amtszeit als Bürgermeisterin bei solchen Terminen neben mir immer der Architekt wie auch der Geschäftsleiter anwesend", führt Höcherl weiter aus.

"Beim ersten Besuch von Herrn Bürgermeister Kreuzer bei der Regierung war letztendlich nicht einmal der Geschäftsleiter der VG dabei, obwohl dieser auch die Förderprojekte bearbeitet. Es stellt sich also die Frage, wem es entgegenkommt, dass nicht gemeinsam die bestmögliche Lösung für die Stadt Schönsee angestrebt wird, sondern, wie die vergangenen sechs Jahre auch, kontinuierlich versucht wird Unmut zu schüren?"

Mit Bestürzung

Ein weiteres Beispiel sei die aktuelle Situation in der Verwaltungsgemeinschaft Schönsee. Als ehemalige Gemeinschaftsvorsitzende sieht Höcherl "mit großer Bestürzung, wie schnell es gehen kann, eine seit über Jahrzehnten bestehende Gemeinschaft, die bisher von gegenseitigem Vertrauen und Respekt geprägt war, zu zerstören. Die Stellungnahme von Bürgermeister Reiter im Neuen Tag am 29.Juni 2020 macht ebenfalls deutlich, wie die Gespräche hinsichtlich des Vorsitzenden ursprünglich verliefen. Auch hier muss die Frage gestellt werden, wer eigentlich hinter dem Sinneswandel steckt und vor allem warum?"

Klicken Sie hier für mehr Artikel zum Thema:

Für Sie empfohlen

 

Videos aus der Region

Kommentare

Um Kommentare verfassen zu können, müssen Sie sich anmelden.

Bitte beachten Sie unsere Nutzungsregeln.