Schönsee
25.06.2018 - 14:18 Uhr

Mit "böhmischem Vivaldi"

Eine Kulturtour zur Eröffnung des Barock-Sommers führt in die Region Pilsen. Dort gibt es nicht nur ein Juwel zu bestaunen, das mit seiner Architektur punktet. Passend zu Epoche wartet eine Klangwelt.

Propstei und Wallfahrtskirche von Mariánská Týnice präsentierten sich den Teilnehmern aus Schönsee von ihrer prächtigen Seite. eib
Propstei und Wallfahrtskirche von Mariánská Týnice präsentierten sich den Teilnehmern aus Schönsee von ihrer prächtigen Seite.

(eib) Die Propstei und Wallfahrtskirche Mariánská Týnice (Maria Teinitz) im Norden der Region Pilsen ist ein bedeutendes Barock-Juwel, das zum nationalen Kulturerbe Tschechiens zählt. Es bot einen glanzvollen Rahmen für den Auftakt zum Barock-Sommer in der Region Pilsen. Auch die bayerischen Nachbarn durften da nicht fehlen.

Das Centrum Bavaria Bohemia (CeBB) in Schönsee repräsentierte zusammen mit Bezirksheimatpfleger Tobias Appl vom Bezirk Oberpfalz und Stephan Moder vom Tourismusverband Ostbayern die bayerische Seite bei der offiziellen Eröffnung. CeBB-Leiterin Veronika Hofinger nutzte ihr Grußwort, um die Bayern und Böhmen verbindenden Elemente der Barockzeit hervorzuheben. Eindrucksvolle Zeugnisse sind inzwischen vielfach restaurierte Kirchen, Klöster und Schlösser, geschaffen von auf beiden Seiten wirkenden Baumeistern, Künstlern und Architekten.

Dies war auch der Auslöser für das von der EU geförderte Projekt "Barockregion Bayern Böhmen", das unter der Federführung des CeBB mit den beiden tschechischen Partnern Pilsen 2015 und Kulturista bis 2020 umgesetzt wird.

Kultureller Höhepunkt des Eröffnungstags war das vom CeBB organisierte Konzert des 20-köpfigen Projektorchesters "Barockregion Bayern Böhmen 2018" mit Studenten der Musik unter der Leitung von Prof. Josef Blank, Oboist an der Bruckner-Universität in Linz mit Oberpfälzer Wurzeln. Er formte das Ensemble bei einem grenzüberschreitenden Projekt zu einem Klangkörper auf hohem Niveau. Das eineinhalbstündige Konzert mit Kompositionen des böhmischen Barockkomponisten Johann Antonin Reichenauer, der auch als "böhmischer Vivaldi" bezeichnet wird, im ersten und Werke des berühmtesten Komponisten der Barockzeit, Johann Sebastian Bach, im zweiten Teil bewegte die Gäste am Schluss zu stehendem Applaus.

Die Gäste bekamen außerdem einen Eindruck von der Pracht des vom böhmischen Architekten Santini-Aichl geschaffenen Barockjuwels. Die Führung von Mitarbeitern des Museums der Region Pilsen Nord, das im Gebäudekomplex untergebracht ist, gab interessante Einblicke in Baugeschichte. Die Kirche hatte früher große Bedeutung als Marienwallfahrtsort und wurde vor einigen Jahren umfassend saniert. Der Ausflug schloss mit Darbietungen barocker Tänze und einem funkensprühenden Barockfeuerwerk.



 
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