01.01.2019 - 08:59 Uhr
SchönseeOberpfalz

Bühnen-Spektakel um zwei Geistliche

"Im Pfarrhaus is da Deife los": Der Leibhaftige erscheint zwar nicht auf der Bühne im Caritashaus. Für Turbulenzen sorgen aber die Darsteller aus den Reihen der Kolpingfamilie bei diesem „Paradestück“.

von Ludwig HöcherlProfil

Erzkonservativ und gegen jegliche Neuerung in der Kirche ist Pfarrer Bürstel (Johannes Gillitzer). Auf seinen Lehrmeister, den alten Pfarrer Ackermann, beruft er sich auch dann, wenn er sich mit modernem Gospelgesang anfreunden soll, den ihm Chorleiterin Monika (Julia Veitenhansl) vorschlägt.

Dann passiert's: Bürstel bricht sich das Bein. Dann wird seine Gemütslage auch noch dadurch getrübt, weil seine Schwester und Haushälterin Mechthild (Sabine Meindl) fürsorglich auf seine Gesundheit achtet und ihm jetzt Biokost statt Schnitzel serviert. Zwar hat der Pfarrer die Vorsitzende des Pfarrgemeinderats, Gundula Krätz (Birgit Höcherl), auf seiner Seite, die ihm heimlich Naschereien vorbeibringt. Aber auch diese Verstecke räumt die Haushälterin leer. Selbst der von den Ministranten (Jannik Frank und Noah Friese) besorgte Leberkäs wird beschlagnahmt.

Sein sehnlichster Wunsch, nämlich, dass Pfarrer Ackermann ihn nun bei seinen Schäfchen vertritt, geht nicht in Erfüllung. Das Ordinariat schickt Pfarrer Wolf (Herbert Spichtinger), einen Geistlichen, der eigentlich im Großstadtmilieu zwischen Zuhältern und Nachtclubs sein Priesteramt ausübt. Nun muss sich Dorfpfarrer Bürstel an Ausdrücke wie „cool“, „krass“ und „easy“ gewöhnen.

Sein bisheriges Tätigkeitsfeld holt Wolf ein, als plötzlich die von ihm betreute Jenny (Judith Höcherl) auftaucht und im Pfarrhaus Schutz sucht. Das „gefallene Mädchen” schuldet Zuhälter Checker (Ludwig Zwick) und dessen Leibwächter Bonzo (Josef Wirnshofer) Geld, das sie nicht zurückzahlen kann. Der Geistliche beweist seine soziale Ader und will Jenny aus der Patsche helfen. Gleich kocht aber die Gerüchteküche auf, denn plötzlich ist die Figur des Kirchenpatrons aus dem Gotteshaus verschwunden. Stecken da Pfarrer Wolf und Jenny unter einer Decke und agieren mit List und Tricks? Mit einer Predigt zum Finale des Stücks treffen die beiden Geistlichen schließlich die Wurzel allen Übels.

Die Proben haben sich gelohnt: Darüber waren sich die Spieler mit Regisseurin Birgit Höcherl nach der Premiere am zweiten Weihnachtsfeiertag und den folgenden Aufführungen einig. Während der rund zweistündigen Vorstellung quittierte das Publikum mit reichlich Szenenbeifall das Engagement der Darsteller und sparte auch nicht mit üppigem Schlussapplaus. Jedem der Protagonisten war die zugeteilte Rolle förmlich auf den Leib geschrieben. Julia Veitenhansl (Chorleiterin) sowie Jannik Frank und Noah Friese (Ministranten) haben sich bei ihrem Debüt bestens auf der Kolpingbühne präsentiert. Ganze Arbeit leisteten die Bühnenbauer und Techniker Jonas Lehner, Daniel und David Herrmann sowie Kerstin Frank und Lisa Lehner in der Maske.

Wie nach den bisherigen Aufführungen von den Besuchern zu hören war, war diese Komödie "schon etwas Besonderes". Dieser Meinung schlossen sich auch Pfarrer Wolfgang Dietz, Pfarrer Christian Rahm (Aiterhofen) und Eslarns Pfarrer Erwin Bauer an, die sich das Spektakel auf der Bühne nicht entgehen ließen. Zu den beiden letzten Aufführungen lädt die Kolpingsfamilie am Freitag/Samstag, 4./5. Januar, jeweils 20 Uhr, ins Caritashaus ein.

Klicken Sie hier für mehr Artikel zum Thema:

Nachrichten per WhatsApp und Facebook Messenger

Kommentare

Um Kommentare verfassen zu können, müssen Sie sich anmelden.

Bitte beachten Sie unsere Nutzungsregeln.