18.12.2020 - 16:06 Uhr
SchönseeOberpfalz

Theaterbühnen in Schönsee und Weiding bleiben leer

In der Zeit zwischen Weihnachten und dem Jahreswechsel unterhalten die Theatergruppen in Schönsee und Weiding üblicherweise das Publikum. Doch heuer bleiben die Bühnen leer und die Scheinwerfer dunkel.

"A so a Viecherei" stand im Dezember 2016 auf dem Spielplan der Kolpingfamilie Schönsee. Heuer bleibt der Theatersaal im Caritashaus geschlossen.
von Ludwig HöcherlProfil

Ob im Schönseer Caritashaus oder im Jugendheim Weiding: Die Vorhänge in den Sälen beider Häuser bleiben am zweiten Weihnachtsfeiertag und über den Jahreswechsel geschlossen. Wegen der Corona-Pandemie können die geplanten Theateraufführungen nicht stattfinden.

Birgit Höcherl, die bei der Kolpingbühne Schönsee Regie führt, wie auch Helmut Betz, Vorsitzender des Theatervereins Weiding, der zusammen mit Fritz Lindmeier und den Spielern die Stücke einstudiert, bedauern, dass die Akteure in diesem Jahr eine unfreiwillige Pause einlegen müssen. Denn das Laienspiel hat in beiden Orten eine jahrzehntelange Tradition.

Im Saal des im Jahr 1931 unter Pfarrer Auer erbauten Caritashauses legte einst Pfarrer Alois Treml die Basis für dieses Brauchtum. Von 1937 bis 1954 wirkte Treml in Schönsee. Ihm lag, wie sich ältere Bewohner erinnern, ein aktives Vereinsleben in der Stadt und besonders das Theaterspiel am Herzen. Vom Singspiel bis zur Operette, vom Drama bis zum Lustspiel – alle Facetten des Theaters wurden auf der Bühne gegeben.

Das Stück "Im Pfarrhaus is' da Deife los" zeigte zuletzt die Kolping-Theatercrew

Nach dem Weggang Tremls ging in Schönsee auch die Begeisterung für das Laienspiel zurück. Pfarrer Josef Wutz ließ die Tradition 1963 mit dem Stück "D' Sternhoferbuam auf Brautschau" wieder aufleben. Organisatorische Gründe machten 1970 einen Wechsel vom Caritashaus in den "Wenigersaal" notwendig. Als Regisseure standen ab dieser Zeit Georg Dobmeier, Erich Vogl, Kaplan Eduard Dietl sowie das Duo Albert Hammerer und Ludwig Höcherl bei den verschiedenen Aufführungen hinter den Kulissen.

In der Zwischenzeit, an Ostern 1973, ging es wieder auf die Bühne im Caritassaal zurück. In Frauenhand liegt seit Anfang der 1980er Jahre die Spielleitung: Zunächst übernahm Betty Zwick den Platz auf dem Regiestuhl. Ihr folgte Birgit Höcherl, die auch selbst bei den Stücken mit auf der Bühne steht.

Auf eine sehr lange Tradition des Laienspiels können auch die Weidinger verweisen. Pfarrer Paulinus Fröhlich, ein passionierter Theaterfreund, übertrug bereits nach Kriegsende seine Begeisterung für die Bühne an die heimische Bevölkerung. Mit dem Elan des Ortspfarrers setzte dieses Brauchtum nach dessen Weggang im Jahr 1954 Hans Roiger fort, dem anschließend Engelbert Horn als Regisseur folgte.

In die Zeit von Spielleiter Alfred Piehler fiel 2003 die Gründung eines eigenen Theatervereins, der sich künftig die Organisation der Aufführungen auf seine Fahne schrieb. Seit einigen Jahren stehen jetzt Helmut Betz und Fritz Lindmeier an vorderster Stelle. Mit den Stücken "Die Junggsellnsteier", "Das Heiratsgenie" oder die "Polizeiwache 007" sind nur wenige Titel genannt, die die Weidinger Laienspieler in den vergangenen Jahren auf die Bühne brachten. Die Spieltermine, grundsätzlich im Zeitraum von Weihnachten bis zum Dreikönigstag, waren so gewählt, dass sie auch für die Feriengäste eine gern besuchte Abwechslung boten.

Eine turbulente Brautschau präsentierte der Weidinger Theaterverein zuletzt mit "Schatzerl mach auf"

Weiding

Nicht nur den Spielleitern und Akteuren, sondern auch den Stammgästen in den Theatersälen in Schönsee und Weiding tut es leid, heuer auf die Inszenierungen verzichten zu müssen. Aus Textbüchern von verschiedenen Verlagen hatten sich Birgit Höcherl und Helmut Betz bereits in den Sommermonaten mit dem Inhalt befasst und die sich daraus resultierende Rollenverteilung überlegt. Aber die Texte brauchten wegen der Pandemie gar nicht erst nicht unter den Mitwirkenden verteilt werden. "Bühne frei" kann es heuer in Schönsee und Weiding nicht heißen.

Um den Jahreswechsel 2017 ließen sich die Beamten der "Polizeiwache 007" auf der Bühne im Weidinger Jugendheim durch nichts aus der Ruhe bringen.

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