Schönsee
27.10.2019 - 16:39 Uhr

Charlie Chaplin und Kirchenkunst

Wer kennt ihn nicht, wie er als Charlie Chaplin mit übergroßer Hose und Schuhen, enger Jacke, Bambusstock in der Hand und zu kleiner Melone auf dem Kopf auf Bühnen und in Filmen tingelt. Die Figur reizte, in einem Musical verewigt zu werden

im Museum für Kirchenkunst der Diözese Pilsen Bild: eib
im Museum für Kirchenkunst der Diözese Pilsen

Das Musical „Charlie Chaplin" war Ziel der Dankeschön-Kulturtour für die ehrenamtlich im Verein Bavaria Bohemia und CeBB engagierten Mitglieder. Dazu ging es ins Neue Theater nach Pilsen. Irene Träxler, Vorsitzende von Bavaria Bohemia würdigte die Mitglieder für die vielen ehrenamtlichen Stunden, die beim Wochenenddienst und bei Veranstaltungen geleistet werden.

Die 88 Jahre des Lebens von Charlie Chaplin projizierte Jiří Pokorný, Chef-Choreograf des J.K.Tyl Theaters, in Ballettszenen als Hommage an eine der schillerndsten Persönlichkeiten des 20. Jahrhunderts auf die Bühne. Tanz- und Slapstick erinnern an einen Menschen, dessen Lebenserfahrungen, die künstlerischen und menschlichen Höhen und Tiefen auch heute noch etwas zu sagen haben. Die Musikcollage mit Hits aus Chaplins Filmen ließen die fünfzig Gäste aus der Oberpfalz in Erinnerungen an diesen großen Künstler schwelgen. Mit Humor und ständiger Bewegung wechselten sich Episoden aus Chaplins Lebens und aus seinen großen Filmrollen auf der Ballettbühne ab: Die Begegnung mit der Tänzerin Hetty Kelly, seiner Muse, das Treffen mit dem Choreografen Václav Nižinský, den Chaplin sehr bewunderte, der ständige Flirt mit schönen Frauen, sein Familienleben, sein Aufstieg und seine Niederlagen. Dazu die großartige Musik mit Chaplins eigenen Jazz- und Blues-Kompositionen bis zu klassischer Musik von Dmitrij Šostakovič, Benjamin Britten, Claude Debussy, Johannes Brahms und Hans Zimmer.

Zuvor besuchte die Reisegruppe das Museum für Kirchenkunst der Diözese Pilsen, das erst vor einigen Jahren eröffnet wurde. Untergebracht ist es im Gebäude des 1950 aufgelösten Franziskanerklosters, das sich direkt an das Westböhmische Museum anschließt. Die Exponate des Museums zeigen Heiligenfiguren, wichtige Ereignisse aus ihrem Leben und aus der Heilsgeschichte. Bedeutenden Platz nehmen die Jungfrau Maria, die zwölf Apostel und das Leben Christi ein. Im gotischen Kreuzgang beeindrucken zahlreiche Bilderhauerarbeiten, darunter das Werk „Christus am Kreuz“ von Matthias Braun und weitere Skulpturen von biblischen Motive aus verschiedenen Epochen. Wertvollster Teil der Exposition, die zum Westböhmischen Museum in Pilsen gehört, ist die Schatzkammer. Ausgestellt sind hochrangige Kunstwerke von europäischer Bedeutung. Sogar das kostbare Originalgemälde „Madonna von Pollin“ von Lucas Cranach dem Älteren gehört zur Sammlung. Zwischen Museumsbesuch und Musical war Zeit für einen kurzen Pilsen-Rundgang in herbstlichen Farben und zum Mittagessen im Traditionslokal Švejk,

Das Reiseleiterteam mit Kamila Spichtinger, Gabi Dlubal und Susanne Setzer freuten sich über vielen positiven Rückmeldungen. Auf der Heimfahrt war Zeit, das Kulturtourenprogramm des kommenden Jahres zu lüften, das am 18. Januar mit „Fidelio“ in der nach der Renovierung wieder eröffneten Prager Staatsoper beginnt. Voranmeldungen nimmt Susanne Setzer im CeBB unter der Telefonnummer 09674/914879 oder per Mail susanne.setzer[at]cebb[dot]de entgegen.

 
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