19.11.2018 - 12:19 Uhr
SchönseeOberpfalz

Denkmal gegen das Vergessen

Ein Blick in die Geschichte der vergangenen 100 Jahre bestimmt bei den Feierlichkeiten zum Volkstrauertag das Gedenken an die Kriegsopfer. Kriegerdenkmale werden als Zeichen der Erinnerung und Mahnung bezeichnet.

Wie hier am Kriegerdenkmal in Schönsee sprach Bürgermeisterin Birigit Höcherl auch an den Erinnerungsstätten in Dietersdorf und Gaisthal und legte im Namen der Stadt jeweils einen Kranz nieder.
von Ludwig HöcherlProfil

Wie Pfarrer Wolfgang Dietz in seiner Predigt zum Volkstrauertag unterstrich, sei es für alle wichtig die Geschehnisse nicht zu vergessen, sondern zu mahnen und für den Frieden zu werben. Friede sei nicht selbstverständlich, sondern eine bleibende Aufgabe. Wenn auch Wirtschaftsbeziehungen für das weltweit politische Handeln das wichtigste Gut darstellen, sollte es aber der Friede sein, der bei allem Engagement auf der Bühne der Politik im Vordergrund steht. "Der Friede beginnt nicht am Hindukusch oder mit dem Einsatz von UN-Blauhelmen, sondern in unserem Herzen", so Pfarrer Dietz.

Mit dem Ehrenzug der vierten Kompanie des Panzergrenadierbataillons 122 marschierten, voran die Grenzlandblaskapelle, Ehrengäste, Vereinsabordnungen und die Bevölkerung zur Gedenkstätte der Gefallenen und Vermissten.

Ungeklärte Schicksale

"Kaum vorstellbar, wie lange die Folgen eines Krieges mit all seiner Grausamkeit nachwirken." Bürgermeisterin Birgit Höcherl sprach mit diesen Worten an den Denkmalen in Schönsee, Gaisthal und Dietersdorf anlässlich des Volkstrauertages auch die Tatsache an, dass noch 1,2 Millionen ungeklärte Vermisstenfälle aus dem Zweiten Weltkrieg beim Suchdienst des Deutschen Roten Kreuzes lagern. Dort wurden im vergangenen Jahr wieder 9000 Nachfragen von Kindern oder Enkeln gestellt. Diese wünschten sich eine Klärung der Schicksale gefallener oder vermisster Familienangehöriger. Dabei, so die Bürgermeisterin weiter, sollten wir uns immer vor Augen halten, dass dies nicht nur nach den beiden Weltkriegen, sondern überall, wo Kriege herrschten und herrschen, ist.

Weil es kaum noch Zeitzeugen von den Kriegen in Deutschland gebe, sollte sich jeder bewusst machen, wozu die Ausgrenzung anders Denkender und anders Glaubender führen könne. Es sei Pflicht, den Volkstrauertag und die Kriegerdenkmale als Mahnmale zu sehen. Ebenso sei es Pflicht, dann Einhalt zu gebieten, wenn über "vermeintlich Andere" abfällig gesprochen werde.

Gedenken aufrecht halten

Oberleutnant Lisson spannte in seiner Ansprache einen Bogen vom Ersten Weltkrieg bis in dieses Jahrzehnt. Stellvertretend für die vielen gefallenen Soldaten nannte er den Tod von drei Kameraden, die 1916, 1942 und 2010 für Deutschland ihr Leben lassen mussten. Für ihn sei es eine Selbstverständlichkeit, das Gedenken aller Toten der Kriege aufrecht zu erhalten und dieses an die Jugend weitergeben. "Wer die Toten nicht ehrt, der ehrt nicht das Leben", betonte der Oberleutnant.

Zeichen gegen Vergessen

"Heute setzen wir gemeinsam ein Zeichen gegen das Vergessen und gegen die Gewaltherrschaft!" Norbert Veitenhansl, Sprecher der Krieger- und Soldatenkameradschaft Schönsee, sah in seiner Rede vor allem Trauer und Elend als Sieger der Kriege. Im Blick auf die Gegenwart setze der Stabsfeldwebel der Bundeswehr auf die Vernunft aller politischer Verantwortlichen und der Bürger. Sie sollten Verantwortung übernehmen, damit der Friede erhalten bleibe.

Die Kranzniederlegung durch die Bürgermeisterin, dem Vertreter der Bundeswehr und der Krieger- und Soldatenkameradschaft am Kriegerdenkmal unterstrich die Ehrung der Kriegsopfer. Mit den Musikstücken vom "Guten Kameraden" und dem "Deutschlandlied" endete, wie bereits am Freitag in Dietersdorf und am Samstag in Gaisthal, die Gedenkfeier zum Volkstrauertag.

In Gaisthal sprach nach dem Gottesdienst, zelebriert von Kaplan Florian Frohnhöfer (Oberviechtach), Feuerwehrkommandant Josef Fleißer zu den Teilnehmern an der Gedenkfeier. Dabei erinnerte er an das Werben von Frankreichs Staatspräsident Emmanuel Macron und Bundeskanzlerin Angela Merkel anlässlich des Waffenstillstands nach dem Ersten Weltkrieg für einen dauerhaften Frieden.

Kranzniederlegung am Ehrenmal in Gaisthal.
Gedenken an die Kriegsopfer bei der Kirche in Dietersdorf.
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