11.02.2021 - 14:33 Uhr
SchönseeOberpfalz

Faschingsflaute ist die "Ruhe vor dem Sturm"

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Corona hat die Faschingstermine gestrichen. In Schönsee ist der Fokus bereits auf den Faschingssonntag 2022 gerichtet: Auf die Altweibermühle.

Heuer ist in der Faschingszeit quasi "Ruhe vor dem Sturm". Denn im kommenden Jahr steigt am Faschingssonntag in Schönsee der Umzug mit der "Altweibermühl". Dieses Spektakel gibt es in der Grenzstadt nur alle zehn Jahre.
von Ludwig HöcherlProfil

Die durch Corona verursachte Faschingsflaute sorgt für enttäuschte Mienen bei den Vereinen im Raum Schönsee. Doch wenn schon heuer nichts mit "Helau" ist, kann man sich wenigstens auf ein Großereignis im nächsten Jahr freuen: Die Altweibermühle. Alle zehn Jahre wird dieses Spektakel organisiert.

Einheitlich maskiert machen normalerweise die Stadlerner Feuerwehrler zu Beginn der närrischen Zeit in der Umgebung für ihren Ball Reklame. "Unser Faschingsball ist nämlich eine feste Größe im Veranstaltungskalender", sagt Vorsitzender Michael Riedl. Doch heuer ist das anders: Corona legt das närrische Treiben lahm." Das ganze Drumherum und das Kameradschaftliche fehlt nicht nur mir, sondern der ganzen Gruppe," so Riedl.

Auch die Faschingsgesellschaften trifft es hart

Oberviechtach

Mit viel Aufwand wird die MMM-Kantine dekoriert. Generell betont Riedl: "Der Fasching heißt für uns Stadlerner vier Wochen Dauergaudi." Denn sie folgen gerne Einladungen zu Terminen über das Schönseer Land hinaus und unterstreichen damit die Freundschaft zu umliegenden Vereinen. "Natürlich sind alle über die aktuelle Situation betrübt" ergänzt der Vorsitzende.

Zu einem echten Zugpferd mauserte sich in den letzten Jahren der "Halli-Galli-Fasching" in Stadlern, veranstaltet vom TSV und Löwen-Fanclub. "Aufgrund der Pandemie haben wir heuer gar keine Vorbereitungen für diesen Fasching getroffen", sagt TSV-Vorsitzender Franz Dietl. Wie er hofft auch Fanclubchef Thomas Lampl auf eine Fortsetzung in 2022.

Mehr Gäste als Einwohner

Im Stadlerner Ortsteil Charlottenthal ist Martin Dietl, Vorsitzender vom Stammtisch "Alter Fünfer", natürlich auch enttäuscht, dass das Faschingskranzl heuer ausfällt. Mehr Personen, als Charlottenthal Einwohner hat, zeigen normalerweise mit ihrem Kommen ins Gasthaus Knott die Verbundenheit zu den "alten Fünfern". Die Stammtischler sind ja die einzige Gruppierung, die in diesem Ort das Dorfleben ankurbelt. "Aber aktuell ist das tot", sagt Dietl frustriert.

"Jeder von uns findet es sehr schade, dass keine Faschingsveranstaltungen stattfinden, denn wir wären bereits schon viele Wochenenden unterwegs", kommentiert Schönsees Feuerwehrvorsitzender Xaver Bayer die aktuelle Situation. Besonders traurig seien alle darüber, dass der eigene Ball am Faschingssamstag ausfallen muss. "An eine so ruhige Faschingszeit kann ich mich nicht erinnern", sagt Bayer.

Nur alle zehn Jahre

Ein kleiner Trost: Dafür werde schon jetzt über die für Faschingssonntag 2022 geplante Altweibermühle gesprochen. Im Spätsommer sollen die konkreten Planungen für das Großereignis beginnen. Die "Altweibermühl" findet nur alle zehn Jahre statt - und lockt regelmäßig tausende Besucher nach Schönsee. Auch der Vertrag mit der Musikband sei bereits unterschrieben, sagt Bayer. Wer aufspielt, bleibt jedoch noch geheim. Richtig heiß seien schon viele Mitglieder auf die Tage ab dem "Nasch´n Pfinsta" im kommenden Jahr. Das Programm beginnt dann bereits drei Tage vor dem großen Spektakel mit dem "Ausackern" und endet mit dem "Eingraben" am Faschingsdienstag. Nicht zu vergessen ist natürlich im Vorfeld das Casting mit der Auswahl der Protagonisten. "Wenn der Besucherandrang ebenso groß so wird wie vor zehn Jahren, wird die Altweibermühl wieder ein Highlight für Schönsee und weit darüber hinaus", ist Bayer überzeugt. "Das lässt den Ausfall der diesjährigen Faschingssaison verschmerzen."

"Es ist halt so"

Für Albert Hecker, der das Führungsvakuum als Vorsitzender von Amts wegen beim Schönseer Fußballclub ausfüllt, ist die Lage aufgrund der Pandemie "eine nicht änderbare Tatsache". Dass der gemeinsame Faschingsball von FC und Jugend- und Musikclub heuer seine Fortsetzung finden sollte, war ausgemacht. Der Ausfall heuer "ist halt so". Ähnlich sieht das Birgit Höcherl, Vorsitzende des Paschervereins. "Zur zweiten Auflage der 2019 erstmals durchgeführten Witzewanderung des Paschervereins wäre es am Faschingsdienstag gekommen." Nicht ausfallen muss dagegen das "Königlich Bayerische Amtsgericht": "Es findet alle zwei Jahre statt - nächstes Mal hoffentlich wieder turnusgemäß 2022", erklärt Höcherl.

Auch in der Nachbargemeinde Weiding hofft man auf 2022: Michael Schwarz und seine Musikanten - beim Auftritt in Ordensgewändern - vom "Pfatterer Omasch" bedauern, dass sie aufs spaßige "Ausplärren" verzichten müssen.

„An eine so ruhige Faschingszeit kann ich mich nicht erinnern.“

Xaver Bayer, Vorsitzender der Schönseer Feuerwehr

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