28.05.2019 - 11:20 Uhr
SchönseeOberpfalz

Fest gegen Europa-Müdigkeit

Ein gutes Gespür beweisen die Verantwortlichen des Deutsch-Tschechischen Zukunftsfonds, als sie die laut Umfragen etwas europamüden Tschechen beim Festival "Das Fest" mit einem bunten Programm locken. Der Andrang ist groß.

Als langjähriger Partner des Deutschen-Tschechischen Zukunftsfonds war auch das Centrum Bavaria Bohemia bei "Das Fest" mit im Boot. Am Stand der Schönseer war bei einer Malaktion Kreativität gefragt. Irene Träxler, Vorsitzende von Bavaria Bohemia, (Dritte von rechts) griff selber zum Pinsel, CeBB-Leiterin Veronika Hofinger (rechts) schaute zu.
von Hans EibauerProfil

Die Organisatoren durften sich auf die Schulter klopfen: Das grenzüberschreitende Programm, das der Deutsch-Tschechische Zukunftsfonds (DTZF) für "Das Fest" aufgeboten hatte, lockte die Gäste zu Tausenden ins grüne Herz der Stadt Pilsen. An die 30 Zeltpavillons, Bühnen und Aktionsflächen von deutsch-tschechischen Akteuren, Projekten und Partnerregionen verwandelten die Parkanlage Šafaříkovy sady in einen Fest- und Begegnungsgarten. Nur einen Steinwurf vom Hauptplatz entfernt präsentierten sich fünf deutsche Städte- und Regionen bei diesem grenzüberschreitenden Straßen- und Begegnungsfest.

An der Bayerischen Straße hatte die Jugendbildungsstätte Waldmünchen die Federführung, hier begeisterten Jongleure, Gaukler und Akkordeonmusik. Bei Kindern und Erwachsenen gleichermaßen kam bei Geschicklichkeitsspielen der Feuerwehren, beim Anfeuern der Strohballenroller, beim Papierfiguren-Basteln oder beim kreativen Malen am Stand des Centrum Bavaria Bohemia (CeBB) keine Langeweile auf. Tschechische Zimmermänner verarbeiteten einen Rundstamm zum vierkantigen Balken, mundgeblasene Glasfiguren aus dem Bayerischen Wald waren sehr gefragt, und die Vertreter des Nationalpark Sumavá hatten sogar echten Schnee mitgebracht.

Am CeBB-Pavillon warben Leiterin Veronika Hofinger und ihre Mitarbeiter Ivana Danisch und Veronika Křížková für die Projekte und Veranstaltungen der Schönseer Kulturdrehscheibe. Auch Irene Träxler, Vorsitzende des Trägervereins Bavaria Bohemia, gesellte sich dazu. Zeitgeschichtlich aktuell machte das CeBB in Pilsen auf seine Initiative „30 x 10“ aufmerksam, in der sich 300 Personen aus allen Generationen zum Fall des Eisernen Vorhangs vor 30 Jahren sowie zum Thema "Völkerverständigung in einem Europa der Aussöhnung und ohne Grenzen" äußern sollen. Bei einer Podiumsdiskussion sprach Hans Eibauer, CeBB-Leiter von 2008 bis 2017, mit Lída Rakušanová (Jurymitglied des Deutsch-tschechischen Journalistenpreises), dem Pilsner Journalisten Jan Novotný und DTZF-Repräsentantin Silja Schultheis zum Thema "Nachbarschaft vor und nach der Samtenen Revolution".

Für Martin Baxa, Oberbürgermeister von Pilsen, knüpfte "Das Fest" an das Kulturhauptstadt-Programm 2015 an. Dazu habe die bayerische Seite, voran das CeBB, "unvergessliche Beiträge" geliefert. Er sei begeistert davon, was Deutsche und Tschechen als Partner im Zukunftsfonds seit 21 Jahren auf die Beine stellen.

Bei einer Podiumsdiskussion zum Thema "Nachbarschaft vor und nach der Samtenen Revolution" nahm auch der frühere CeBB-Leiter Hans Eibauer (rechts) teil.
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