31.03.2020 - 09:09 Uhr
SchönseeOberpfalz

Geschätzt als Techniker und Glücksbringer

Er hat den Brandschutz im Blick, ein Auge auf den Umweltschutz und gibt außerdem Hausbesitzern wichtige Tipps. Die Aufgaben eines Kaminkehrers sind vielfältig. Und als Glücksbringer ist er gerade in diesen Tagen gerne gesehen.

"Da muss ich manchmal jemandem aufs Dach steigen", meint Kaminkehrer Stefan Pabinger, wenn er in Ausübung seines Berufs unterwegs ist.
von Ludwig HöcherlProfil

"Jemand aufs Dach steigen" – diese geflügelte Redewendung mit dem Zusammenhang für einen Tadel oder einer Zurechtweisung geht auf einen Rechtsbrauch im Mittelalter zurück. Wenn damals jemand ständig für Unfrieden sorgte, stieg man ihm aufs Dach: Es wurde abgedeckt, denn selbst ein im Haus versteckter "Vogelfreier" war unter geschlossenem Dach vor dem Zugriff sicher.

Stefan Pabinger aus Friedrichshäng steigt vielen Hausbesitzern auch aufs Dach. Anders aber als die Gesetzeshüter vor Hunderten von Jahren, muss er in seinem Beruf als Kaminkehrer oft auf die Anwesen klettern. "Es liegt meist an der Dachneigung eines Hauses", verdeutlicht der aus dem Raum Berchtesgaden stammende Schornsteinfeger. Bei Gebäuden mit hoher Dachschräge sei das Kehren des Kamins in der Regel durch eine Öffnung zum Kamin innerhalb des Dachbodens möglich. Je flacher allerdings die Bedachung ausgerichtet oder je höher der Innenausbau erfolgt ist, um so wahrscheinlicher wird die Tatsache, dass der Kamin lediglich von außen gekehrt werden kann. Denn da wird meist auf eine Türe zum Kamin von innen verzichtet.

Heutzutage ist der "schwarze Mann" jedoch nicht wie früher nur der Reiniger von Schornsteinen. Mit der Messung von Abgasverlust, Kohlenstoffmonoxid(CO)-Werten oder der Beratung in feuerungstechnischen Fragen hat sich der Kaminkehrer immer mehr zum Techniker gewandelt. Aber sein Ruf als Glücksbringer bleibt.

Dass der Kaminkehrer als Glückssymbol gilt, hat – wie auf einem Internetportal zu lesen ist – seinen Ursprung ebenfalls im Mittelalter, als Häuser noch leichter und häufiger Feuer fingen als heute. Durch seine Arbeit schützte der Schornsteinfeger also die heimischen vier Wände und wurde dementsprechend geschätzt und respektiert. Nach wie vor soll etwas Asche vom Kaminkehrer im Gesicht das Glück herbeirufen.

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