14.04.2019 - 12:09 Uhr
SchönseeOberpfalz

Holzeinschlag liegt auf Eis

Schneebruch, Sturm und Käferbefall hinterlassen einen Berg an Schadholz im Schönseer Stadtwald. Nachdem der Preis im Keller ist, plant der Förster keinen regulären Holzeinschlag ein. Im Stadtrat informierte er auch über die Waldkalkung.

Während im Stadtwald Schönsee im Jahr 2018 der Hiebsatz erfüllt wurde, ist aufgrund des niedrigen Holzpreises für 2019 kein regulärer Holzeinschlag mehr geplant. Förster Markus Forster wies bei der Stadtratssitzung außerdem auf Berge von Schadholz, aufgrund Schneebruch und Frühjahrsstürmen hin.
von Gertraud Portner Kontakt Profil

Bei der jüngsten Stadtratssitzung informierte Förster Michael Forster auf Einladung von Bürgermeisterin Birgit Höcherl über den Stadtwald und die Waldkalkung. Zunächst ging er auf den Holzeinschlag des vergangenen Jahres ein. So sei der gute Holzpreis im Frühjahr 2018 genutzt worden, um den Hiebsatz größtenteils zu erfüllen. Im Laufe des trockenen Sommers kamen dann noch rund 100 Festmeter Käferholz dazu.

Lärchen und Esskastanien

An zwei Orten im Stadtwald wurde gepflanzt, und zwar Tannen, Buchen, Lärchen, Roteichen und Esskastanien. Zudem wurden diverse Straucharten am Waldrand beim Ortseingang von Dietersdorf gesetzt. "Ziel dabei ist sowohl die optische Aufwertung durch die Blüte, als auch die ökologische für Insekten und Früchte für die Fauna", betonte Michael Forster.

Weiter informierte der Förster über den aktuellen Sachstand: "Der Schneebruch im Januar führte im Stadtwald zu über 400 Festmeter Schadholz. Dazu kamen durch die Stürme im März noch etwa 100 Festmeter Windwurf." Durch den schlechten Holzpreis sei für dieses Jahr kein regulärer Holzeinschlag mehr geplant. Die Forstkulturen beschränken sich auf die Bepflanzung von Käferlöchern mit Douglasie sowie einer Waldrandgestaltung am Drechselberg mit Sträuchern, Wildobst und Linde. Im Jahr 2021 läuft das Forstwerk aus, so dass in 2020 ein neuer Plan für die nächsten 20 Jahre erstellt wird.

Wie jedes Jahr hat Michael Forster den Stadträten wieder eine Begehung des Stadtwaldes angeboten. Dies wurde jedoch bisher noch nicht in Anspruch genommen. Aus dem Gremium kam die Frage, ob im Stadtwald der Schwerpunkt auf eine Haupt-Baumart gesetzt werde. Dazu meinte der Förster, dass die Fichte nicht verhindert werden könne. Neuanpflanzungen seien ein schwieriges Thema; außerdem könne keine klare Prognose über die Entwicklung des Klimas getroffen werden. Auf Nachfrage erläutert er auch, dass von Selbstwerbern schwache Fichten, Laubbäume oder Schneebruch beforstet werden. Den Preis für das Brennholz legt er fest, die Abrechnung erfolgt durch die Verwaltung.

90 Prozent Zuschuss

Nächstes Thema war die Waldkalkung. Diese hatte Forster bereits im Frühjahr auf einer Versammlung der Waldbesitzer näher erläutert. Die Böden im Schönseer Land seien durch die Ausgangsgesteine Gneis und Granit sehr basenarm und neigen zur Versauerung. Eine vom Freistaat Bayern mit 90 Prozent der Nettokosten geförderte Waldkalkung wäre auch für den Stadtwald eine Investition in die Zukunft, bekräftigte der Experte. Auch zahlreiche Waldbesitzer hätten ihr Interesse bei ihm schon angemeldet. Weitere Interessenten sollten sich bis spätestens zum Frühsommer bei Michael Forster melden.

Wie er informierte, verbleiben bei der Helikopterausbringung des Kalkes in etwa Restkosten von 100 Euro pro Hektar für den Waldbesitzer übrig Der Kalk wird außerhalb der Vegetationszeit im Herbst oder Frühjahr ausgebracht. Eine erneute Aktion sei erst nach zehn Jahren wieder förderfähig. Wie sich zeigte, sieht der Stadtrat eine Kalkung des 160 Hektar umfassenden Stadtwaldes positiv. Auf die Kommune kämen Kosten von insgesamt 16 000 Euro zu.

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