28.02.2019 - 17:11 Uhr
SchönseeOberpfalz

Ein Jahr ohne Verschnaufpause

Das Centrum Bavaria Bohemia (CeBB) zählt zu den wichtigsten Impulsgebern für die bayerisch-tschechische Zusammenarbeit. Der Rückblick auf 2018 zeigt: Die grenzüberschreitenden Fäden werden immer dichter gezogen.

Nur im Team waren die Aufgaben und das Programm des CeBB im Jahr 2018 zu schaffen. Trägervereinsvorsitzende Irene Träxler (Mitte) freute sich mit (von rechts) Rudolf Ebneth, Vorstand der Kulturstiftung Bavaria Bohemia, Praktikant Daniel Žemla, Bürgermeisterin Birgit Höcherl, Praktikantin Eva Koraberná, Landrat und Kuratoriumsvorsitzenden Thomas Ebeling, CeBB-Leiterin Veronika Hofinger und den CeBB-Mitarbeitern David Vereš, Tereza Pechová und Sebastian Lesák über die gute Bilanz 2018.
von Hans EibauerProfil

Die Vorstellung der Jahresbilanz 2018 durch CeBB-Leiterin Dr. Veronika Hofinger machte es am Mittwochnachmittag deutlich: Das CeBB ist ein Ort, der vor allem deshalb so gut funktioniert, weil ganz viele Partner miteinander an einem Strang ziehen - thematisch und finanziell. Träger ist der fünfhundert Mitglieder starke Verein Bavaria Bohemia e.V., den Irene Träxler als 1. Vorsitzende repräsentiert und die in ihren begrüßenden Worten über die positive Entwicklung des vergangenen Jahres strahlte, "genauso wie die Frühlingssonne draußen". Wie sich die Komponenten zu diesem Erfolgsbild zusammenfügen, erläuterte CeBB-Leiterin Veronika Hofinger anhand einer detailliert zusammengestellten Programm- und Projektübersicht. Nach 2017, einem Übergangsjahr mit auslaufenden Förderungen und Zeit für die Antragstellung von neuen Projekten, brachte 2018 mit den drei Projekten "Kultur ohne Grenzen - Begegnung Bayern - Böhmen", "Barockregion Bayern - Böhmen" und "Von der Paneuropa-Idee ins gemeinsame Haus Europa" ein voll ausgelastetes Jahr, das das Mitarbeiterteam und die ehrenamtlichen Unterstützer von Januar bis Dezember ohne große Verschnaufpause forderte.

Neben den Projekten gehört zu den Kernfunktionen des CeBB die Betreuung der Koordinierungsstelle für die bayerisch-tschechische kulturelle Zusammenarbeit im Auftrag des Staatsministeriums für Bildung und Wissenschaft mit vielen Anfragen und oft sehr komplexen Beratungsfällen. Wie schon im Vorjahr bewegt sich das zweisprachige Internetportal www.bbkult.net auf einem Höhenflug mit 1,6 Mio Zugriffen. Aus dem kleinen Pflänzchen bbkult.net des Startjahres 2003 ist heute eine Datenbank mit über 41 Tsd. Einträgen geworden. 2018 wird die Plattform einem umfassenden Relaunch unterzogen. Für die Wahrnehmung des CeBB als Kulturdrehscheibe kommen der Koordinierungsstelle, bbkult.net, den Ausstellungen, Vorträgen, Diskussionen, Kulturtouren und den öffentlichkeitswirksamen Veranstaltungen unter dem Motto bayerisch-böhmisch - vom Volkstanztreffen über das Freundschaftsfest bis zur Musik- und Biernacht - große Bedeutung zu. Renommee hat sich das CeBB mit der jährlichen Preisverleihung Brückenbauer, dem Sommerempfang und der Zusammenarbeit auf Regierungsebene zwischen München, Regensburg, Pilsen und Prag verschafft. Höhepunkte des letzen Jahres waren Präsentationen aus Südböhmen, die Ausstellung Barockschätze zusammen mit den Pilsner Partnern, die Konzerte des grenzüberschreitenden Barockensembles und die Veranstaltungen zur Zeitgeschichte im Jubiläums-Zyklus 1918-2018. Eine besondere Auszeichnung war es für Veronika Hofinger, dass die bilateralen Abstimmungskonferenzen zur Realisierung eines grenzüberschreitenden Natur- und Landschaftsraumes unter dem Dach des Grünes Bands Europas im CeBB stattfanden. "Dieses Projekt steht 2019 mit der Veröffentlichung der bilateralen Studie am Beginn der Umsetzung, eine immense Chance für das Ökosystem beiderseits der Grenze und für das Image der grenznahen Gemeinden. Da steckt großes Potenzial drin, für das jedoch noch von beiden Nachbarländern ein Budget bereitgestellt werden muss."

Die Finanzierung des CeBB über ein Mehrsäulenmodell wird in der Jahresbilanz ausführlich beschrieben. 2018 steht der Freistaat Bayern vorne dran, gefolgt von Deutsch-Tschechischem Zukunftsfonds, dem Sponsorenkreis, den kommunalen Partnern, dem Trägerverein und der Kulturstiftung. Dass die EU im Jahr 2018 nicht auftaucht, hat damit zu tun, dass die bewilligten Mittel für die beiden Projekte nicht mehr in 2018, sondern erst in diesem Jahr zur Auszahlung kommen. "Hier muss der Trägerverein leider in erhebliche Vorleistungen treten, was uns Kopfzerbrechen bereitet" meinte die CeBB-Leiterin beim Ausblick auf 2019. Hier hakte Landrat Thomas Ebeling ein, der an die Übergabe des Förderbescheids Ende Januar durch Staatsminister Füracker an Bavaria Bohemia e.V. erinnerte. Das vom Freistaat Bayern hoch geförderte Projekt unter dem Titel "Kulturstadt Bayern-Böhmen" läuft bis 2021 unter der Regie des CeBB und bezieht die Stadt Schwandorf neben Waldsassen als grenzüberschreitende Kulturstadt ein. Bürgermeisterin Birgit Höcherl lobte in ihrem Statement die Begegnungsveranstaltungen, die intensiv angenommen werden. "So eine kleine Stadt und so ein reichhaltiges Kulturangebot, das schreibt sich Sie." Irene Träxler und Veronika Hofinger schlossen die Jahresbilanzvorstellung mit einem umfangreichen Dank in alle Richtungen und sprachen die Hoffnung aus, die anspruchsvollen Ziele und vielfältigen Finanzierungs-, Projekt- und Programmaufgaben mit vereinten Kräften zu meistern. Und: 2019 sind es 30 Jahre seit dem Fall des Eisernen Vorhangs. Da trennte noch drei Kilometer östlich vom CeBB der Stacheldraht.

Das CeBB im Jahr 2018:

Daten und Zahlen

n Projekte

– Kultur ohne Grenzen (Kultura bez hranic) – Begegnung Bayern Böhmen 2018, gefördert vom Deutsch-Tschechischen Zukunftsfonds (DTZF) und dem Landkreis Schwandorf, CZ-Projektpartner: Tandem Pilsen

– Von der Paneuropa-Idee ins gemeinsame Europäische Haus. Begegnungsveranstaltungen im Jubiläumsjahr 2018, gefördert aus dem EU-Dispositionsfonds der Euregio Egrensis und von der Kulturstiftung Bavaria Bohemia, CZ-Projektpartner: Stadt Pobežovice (Ronsperg)

– Barockregion Bayern Böhmen“ (01.10 2017 bis 30.09 2020), gefördert aus dem EU-Programm Ziel-ETZ Bayern-Tschechien und vom Bezirk Oberpfalz. CZ Projektpartner: Plzen 2015 z.ú., Kulturista z.ú.

n Zahlen und Fakten

2018: 14 000 Besucher

Programm mit 62 öffentlichen Veranstaltungen, 30 Workshops und Aktionstage für bayerische und tschechische Schüler, 11 Kultur-Touren und 322 nichtöffentliche Termine

bbkult.net verzeichnete über 1,6 Millionen Zugriffe, das Datenbankvolumen erhöhte sich auf 41 125 zweisprachige Veröffentlichungen

181 Anfragen, teilweise mit sehr komplexer Aufgabenstellung, gingen bei der Koordinierungsstelle für die bayerisch-tschechischen kulturelle Zusammenarbeit ein.

Klicken Sie hier für mehr Artikel zum Thema:

Nachrichten per WhatsApp und Facebook Messenger

Kommentare

Um Kommentare verfassen zu können, müssen Sie sich anmelden.

Bitte beachten Sie unsere Nutzungsregeln.