04.10.2020 - 14:12 Uhr
SchönseeOberpfalz

Josef Irlbacher drückt der Heimat seinen Stempel auf

Geplant war nur eine Feier im Familienkreis. Doch wenn eine Persönlichkeit wie Josef Irlbacher seinen 70. Geburtstag feiert, dann geben sich die Gratulanten aus dem öffentlichen Leben die Klinke in die Hand.

Josef Irlbacher (Vierter von rechts) freute sich über zahlreiche Gratulanten zu seinem 70. Geburtstag.
von Hans EibauerProfil

Am sonnigen Herbstsamstag war die Gartenterrasse der ideale Platz, um die Gratulationen entgegenzunehmen. Den Glückwunschreigen eröffneten der CSU-Ortsverband und stellvertretende Landrätin Birgit Höcherl zusammen mit der Feuerwehr Dietersdorf. Bald danach kamen Repräsentanten des Wintersportvereins, der Feuerwehr Schönsee, des FC-Schönsee und des Obst- und Gartenbauvereins. Auch Bürgermeister Reinhard Kreuzer und sein Stellvertreter reihten sich ein. Sie alle waren gekommen, um Dank und Glückwünsche zu überbringen und boten ein facettenreiches Spiegelbild des Vereinslebens.

Schönsee

42 Jahre im Stadtrat

"Gesundheit, aktiv bleiben und weiterhin viel Glück", waren Worte, die sich in verschiedenster Variation in den Glückwünschen wiederfanden. "Ich fühle mich fit für noch ein paar runde Geburtstage" passte als schmunzelnde Anmerkung des Jubilars, der den Vormittag sichtlich genoss. Wie Josef Irlbacher die Arbeit zum Wohl der Stadt in den Funktionen als Stadtratsmitglied (42 Jahre), als Zweiter Bürgermeister (24 Jahre), als CSU-Ortsverbandsvorsitzender (29 Jahre) und als Unternehmer geprägt hat, war aus seinen kurzen Dankesworten unschwer herauszuhören. "Zweimal bei der FFW-Schönsee Schirmherr sein zu dürfen, war für mich eine große Ehre." Beim Blick auf die Schönseer Kommunalpolitik lautete sein Appell: "Den Weg über eine konstruktive Auseinandersetzung gehen und sich nach offener, durchaus kontroverser Diskussion wieder zusammenraufen. Dieses Rezept kann ich mit meiner Erfahrung wärmstens empfehlen."

Als Genugtuung empfand es der Jubilar, dass in der Woche seines 70. Geburtstags die Erdarbeiten an der Staatsstraße zwischen Gaisthal und Schönsee losgingen: "Nach ersten verworfenen Planungen in den 80er-Jahren habe ich 1993 angefangen, wieder Gas zu geben. Dass wir heute am Baubeginn stehen, haben wir vielen, vor allem aber dem damaligen Innenminister Beckstein zu verdanken, der 2006 grünes Licht zu einer vorgezogenen Planung gab, die 2017 mit dem Planfeststellungsbeschluss rechtsverbindlich endete." Das lange und prägende öffentliche Engagement von Josef Irlbacher wurde mit der Landkreisverdienstmedaille (2005) und der Kommunalen Verdienstmedaille in Silber (2016) gewürdigt.

Mit erhobenen Glas richtete Josef Irlbacher den Blick dankbar Richtung Ehefrau Annemarie, die ihm in den gemeinsamen Jahrzehnten nicht nur in manch schwierigen Phasen den Rücken stärkte. Am 3. Oktober 1950 in Dietersdorf bei Schönsee geboren, gehörte Josef Irlbacher zu den Pionieren und prägenden Persönlichkeiten, die in den letzten fünfzig Jahren der Stadt Schönsee den Stempel aufgedrückten. In einem Gespräch mit Oberpfalz-Medien am Vortag seines Geburtstags hat Josef Irlbacher neben den Schwerpunkten in den 42 Jahren seines kommunalpolitischen Wirkens von der anfangs nicht zu erträumenden Entwicklung der Unternehmensgruppe Irlbacher Blickpunkt Glas erzählt. Mit knapp 20 Jahren fing er bei seinem Vater in der kleinen Firma in Dieterdorf mit damals nicht mal einem Dutzend Beschäftigten an. Mit einem vom Vater entwickelten Glasschneider wurden damals in Handarbeit millionenfach kleine Rundgläser für die Abdeckungen der damalig gebräuchlichen Porzellan-Sicherungen produziert. Mit der Übernahme des elterlichen Betriebs 1983 mit bereits 35 Beschäftigen kam zeitgleich Glaskeramik, hitzebeständiges Glas, auf den Markt. 1989 wurde in Schönsee der Grundstein für eine rasante Firmenentwicklung gelegt. Inzwischen sind die beiden Söhne Günther und Stephan zuständig für die Unternehmensgruppe mit über 600 Beschäftigten und mehrfach ausgezeichnet mit Innovationspreisen und als Bayerns "best 50".

Josef Irlbacher blickt mit Stolz zurück auf einen Meilenstein: Am 3. Oktober 1990 übernahm er die Schott-Vertretung für zehn mittel- und osteuropäische Länder. Seine Standorttreue brachte Schönsee jährlich hohe Gewerbesteuereinnahmen. "Wir stehen zum Standort, wir stehen zur Region, politisch wie wirtschaftlich", setzte Josef Irlbacher ein Ausrufezeichen an das Gesprächsende.

Viele Pläne

Was sind die Pläne für die nächsten Jahre? Die Antwort sieht nicht nach Nichtstun aus. Gesundheit und viel dafür tun, der Firma beratend und langjährigen Geschäftspartnern freundschaftlich verbunden bleiben, auch in der Region in zukunftsgerichtete und soziale Projekte zu investieren. Privat sind die Familie und die Enkelkinder der Dreh- und Angelpunkt, sowie auch golfen und mal einen Schafkopf spielen. Und demnächst wird ein Wohnmobil zu spontanen Entdeckungstouren animieren.

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