15.04.2019 - 12:08 Uhr
SchönseeOberpfalz

Auch Landschaftspflege im Visier

Viele Tipps gibt's für die Jagdgenossen bei der Jahresversammlung. Unter anderem sind nicht nur für die Waldkalkung, sondern auch für die Pflege von Hecken Fördermittel in Aussicht. Und künftig müssen mehr Rehe geschossen werden.

Nicht nur die Waldkalkung wird von der öffentlichen Hand unterstützt. Auch eine Förderung zur Erneuerung von Hecken (Foto) und Feldgehölzen über das Kulturlandschaftsprogramm trägt zum Landschaftsschutz bei. Informationen dazu erhielten die Jagdgenossen bei ihrer Jahreshauptversammlung.
von Ludwig HöcherlProfil

Von einer Sitzung der Vorstandschaft, bei der der Erfahrungsaustausch mit den Jägern im Mittelpunkt stand, berichtete Jagdvorsteher Josef Haberl den Anwesenden bei der Jahreshauptversammlung der Jagdgenossenschaft Schönsee. Bei der Vorstellung der Verbissgutachten in der Runde der "ARGE Jagdgenossenschaften", so Haberl, offenbare sich, dass im Bereich der Hegegemeinschaft der Rehwildabschuss wegen der aufgetretenen Schäden erhöht werden müsse. Die Summe für bezahlten Wildschadensausgleich aus der Jagdkasse sei angestiegen.

Konzept für Hecken

Außerdem wies der Jagdvorsteher auf die Möglichkeit zur Waldkalkung hin, für die beim Revierförster Michael Forster nähere Einzelheiten nachgefragt werden können. Weitere Überlegungen sollten Grundstückseigentümer mit Blick auf eine mögliche Heckenpflege in den Fluren anstellen, für diese Maßnahme sei ein Förderprogramm aufgelegt. Voraussetzung für einen Zuschuss ist, dass die Hecke ein eingetragenes Landschaftselement (LE) ist und dafür ein Pflegekonzept erstellt wird. Zu empfehlen ist die Antragstellung über den Naturparkverein.

Als sinnvoll erachtete Josef Haberl eine Revierbegehung mit dem Förster. Auf waldbauliche Verbesserungen oder sonstige Angelegenheiten könne dabei an Ort und Stelle eingegangen werden. Generell, so führte der Jagdvorsteher aus, gebe es zwischen Jagdpächtern und Jagdgenossen ein fast immer problemloses Verhältnis. Er sprach aber die Bitte aus, in Zukunft mehr Wild auf die Strecke zu bringen, um Jagdschäden vorzubeugen.

Nach dem Tod des Kassenprüfers Georg Hirn war eine Ergänzungswahl notwendig, für diese Aufgabe schenkten die Versammlungsteilnehmer Gerhard Maier das Vertrauen. Zur Verwendung des Jagdpachtreinertrags folgte von den Anwesenden der Beschluss, dass pro Hektar sechs Euro (für zwei Jagdjahre) an die Jagdgenossen ausgezahlt werden.

Bürgermeisterin Birgit Höcherl betonte, dass bei Schadensfällen der direkte Weg zu den Jagdpächtern auch der beste Weg sei, um diese im beiderseitigen Einvernehmen zu klären. Zur vorgesehenen Waldkalkung wird - mit Blick au den Stadtwald - der Revierförster dem Stadtrat das Thema erläutern. Positiv sah die Bürgermeisterin die Möglichkeit der Inanspruchnahme des Förderprogramms zur Heckenpflege. Ebenso sinnvoll halte sie die vom Jagdvorsteher vorgeschlagene Revierbegehung und dankte Josef Haberl und seinem Vorstandsteam für ihre Arbeit.

Lösungen im Miteinander

Für Jagdpächter Alexander Flierl geben im Zusammenhang mit der Jagdausübung Wildschäden immer Themen vor, die angesprochen werden müssen. Diesbezüglich sei eine Zusammenarbeit zwischen Pächtern, Jägern und Forstwirten unverzichtbar. Auf den Bestand an Jungwild habe sich der heiße Sommer vergangenen Jahres negativ ausgewirkt. In diesem Zusammenhang bat Flierl die Landwirte, vor dem Abmähen der Wiesen den Jägern Bescheid zu geben, wann der Grasschnitt erfolge. Für den Wald wünsche er sich, das in der Forstwirtschaft Maßnahmen angestellt werden, die mehr Licht in die Waldbestände bringen. Dankbar zeigte sich Flierl darüber, dass nicht jeder Bagatellschaden gemeldet wird. Für ihn sei ein gutes Miteinander wertvoll, bei sachlichen Diskussionen würde stets eine einvernehmliche Lösung gesucht.

"Wir kommen alle aus der Region und sind deshalb im Problemfall immer greifbar", ergänzte Pächterkollege Michael Ebnet senior. Wie Flierl dankte auch er für das gute Auskommen untereinander. Er habe aber oft den Eindruck, dass die im Verhältnis zur Reviergröße geringen Schäden zu stark kritisiert und thematisiert würden. Mit einem Präsent gratulierte der Jagdvorsteher Gunda Haberl nachträglich zum Geburtstag und mit dem Dank an die Jagdpächter für die Einladung zum gemeinsamen Wildessen leitete Josef Haberl in den unterhaltsamen Teil der Jagdversammlung über.

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