04.12.2019 - 09:22 Uhr
SchönseeOberpfalz

Leuchtturm der Zusammenarbeit

Das Jahr 30 nach dem Durchschneiden des Eisernen Vorhangs hat die Arbeit im Centrum Bavaria Bohemia geprägt. Trägerverein und Öffentlichkeit sehen die Einrichtung als Schaltstelle und Leuchtturm im grenzüberschreitenden Miteinander.

Der bayerisch-böhmische Volksmusik- und Tanznachmittag gehört zu den traditionsreichsten Veranstaltungen im CeBB. Heuer gastiert auf Tanzboden in der historischen Gewölbehalle die Volkstanzgruppe Schönsee. Das nächste Treffen ist am Sonntag, 26. Januar.
von Hans EibauerProfil

In Vertretung von Vorsitzender Irene Träxler hatte Stellvertreterin Gabi Dlubal die 16. Mitgliederversammlung von "Bavaria Boemia" seit der Vereinsgründung 2004 eröfnet. Sie bekräfte die Bedeutung des Centrum Bavaria Bohemia (CeBB) als nicht mehr wegzudenkende Kulturdrehscheibe. „Mit beeindruckenden und gut besuchten Veranstaltungen in den Bereichen Kunst, Musik, Tanz, Literatur, Theater, Fotografie, Film und Architektur stellten ehrenamtliches und hauptamtliches Team ihr außerordentliches Engagement unter Beweis.“

Im Rechenschaftsbericht des Vorstands zeigte sich Gabi Dlubal erfreut über das Anwachsen der Mitgliederzahl auf deutlich über 500. Sie betonte die Aufmerksamkeit, die das CeBB als Koordinierungsstelle für die kulturelle bayerisch-tschechische Zusammenarbeit genießt und hob die stark gefragten Kulturtouren hervor. Sie nutzte das Forum der Mitgliederversammlung für Dankesworte in Richtung Mitglieder und Vorstand und würdigte den Einsatz der Ehrenamtlichen, die 638,5 Stunden geleistet hatten. Dlubals Dank galt Sponsoren, Kuratorium, unterstützenden Kommunen, Förderpartnern, Kulturstiftung und dem Mitarbeiterteam mit Veronika Hofinger an der Spitze.

Bürgermeisterin Birgit Höcherl, die als Stadtoberhaupt Mitglied im Vorstand ist, unterstrich die wichtige Rolle des CeBB für die Region, den Landkreis Schwandorf und die grenzüberschreitende Zusammenarbeit. Sie dankte für die vielfältigen Projekte und die Beteiligung am Ferienprogramm. Außerdem hob sie die Integration des Tourismusbüros Schönseer Land ins CeBB hervor: „Eine ideale Konstellation, um gegenseitig Synergien zu nützen.“

Schatzmeister Josef Braun erläuterte die Finanzlage des Vereins, die auf einem Mehrsäulenmodell beruht (siehe Info-Element). Kritisch sprach der Schatzmeister die für einen gemeinnützigen Verein nicht akzeptable Dauer der Auszahlung von bewilligten Projektzuschüssen an. Dies betreffe vor allem die ETZ-Förderung der EU. Anhand eines Diagramms ließ sich nachvollziehen, warum in der Jahresbilanz 2018 ein Minus verkraftet werden musste. „Mit der Auszahlung der Zuschüsse gleicht sich die Vorfinanzierung wieder aus, doch die Überbrückung belastet den Verein", so Braun. An der Situation lässt sich laut CeBB-Leiterin Veronika Hofinger aktuell nichts ändern, sie erhofft sich in der neuen EU-Förderperiode ab 2020 eine Neufassung der Regularien.

Danach ließ die CeBB-Leiterin kurz das Jahr 2019 Revue passieren, informierte über die laufenden Projekte und zeigte beim Ausblick auf das Programmjahr 2020, mit welchen Veranstaltungen und Projekten das CeBB an die Öffentlichkeit gehen wird (weiterer Bericht folgt). Im letzten Tagesordnungspunkt „Aussprache“ drehten sich die Wortmeldungen um Detailfragen aus dem Kassenbericht, die Förderpartner der tschechischen Seite, die schleppende Auszahlung abgerechneter Zuschüssen, die Kriterien bei der Auszeichnung Brückenbauer und die Information des Stadtrats über die Arbeit des CeBB. „Ich folge gerne einer Einladung in den Stadtrat, denn dem Trägerverein und der Leitung des CeBB ist die gute Zusammenarbeit mit der Stadt äußerst wichtig“ meinte Leiterin Veronika Hofinger am Ende der Diskussion.

Finanzierung:

Die wichtigsten Pfeiler der Finanzierung des CeBB waren in 2019 der Freistaat Bayern, der Deutsch-Tschechische Zukunftsfonds, die EU-ETZ-Förderung, die kommunale Seite mit Landkreis Schwandorf, Stadt Schönsee, weiteren Landkreisen und kreisfreien Städten, das Sponsoring von Unternehmen im Partnerkreis, Spenden, Mitgliedsbeiträge und eine Zuwendung der Kulturstiftung Bavaria Bohemia. (eib)

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