10.02.2019 - 16:31 Uhr
SchönseeOberpfalz

Maschkerer geben Gastspiel

Der Erhalt der Faschingstraditionen ist uns ganz wichtig, sagte Pavel Hroch, südböhmischer Vizeregierungschef. Da konnte die Schönseer Bürgermeisterin die Altweibermühle als unser Faschingsspektakel dagegen setzen.

Für Stimmung sorgten die Musikkanten aus der südböhmischen Faschingshochburg Milevsko.
von Hans EibauerProfil

Schaulustige bis aus Regensburg fanden sich am Freitagabend vor dem Centrum Bavaria Bohemia (CeBB), als die Musikanten vom "Milevské maskary", den Maschkerern aus der südböhmischen Faschingshochburg Milevsko, auf den Vorplatz zogen. Sie spielten zünftig auf und eröffneten damit das Gastspiel der Region Südböhmen. An der Spitze ging der Vorspieler mit der Ziehharmonika, neben ihm mit langen Haaren ein Kerl mit der Teufelsgeige (Stoußrumpl), dahinter der Pfeifenmann mit dicker grüner Pomade im Gesicht und vom Hut bis zur Kniebundhose grasgrün gewandet. Die bunt gewürfelte südböhmische Faschingsgruppe machten eine mitsingende Nonne und ein Ehepaar komplett, dessen weiblicher Teil eine mitgeführte Puppe verkörperte.

Mit böhmischen Faschingsliedern, im Klang nicht viel anders als in Bayern, lockten die Musikanten ein zuerst reihum Zwetschgenschnaps verteilendes maskiertes Paar auf die Tanzfläche. Er ein großer stattlicher und verschmitzt dreinschauender Herr mit Zylinder, sie mit Maske wie ein Wolpertinger, eröffneten den Tanzreigen, dem sich mittendrin Gäste zum eingehängten Tanzen anschlossen. Als es rund ging, ließen sich Vizeregionschef Pavel Hroch und der Oberpfälzer Regierungsvizepräsident Christoph Reichert nicht zweimal bitten, sich bei den Musikanten einzureihen. Trotz Bewegung und Schnaps waren alle froh, dass es nicht bei einer frostigen Freiluftveranstaltung blieb, sondern in der warmen, mit Faschingsgirlanden geschmückten Gewölbehalle weiterging.

Blut- und Leberwürste gehören in Südböhmen zu jeder Schlachtschüssel

Leckere Schlachtschüssel

Nach den erfreulich kurz gehaltenen Reden der Ehrengäste, nutzte Südböhmen die Gelegenheit, vor vollem Haus in einer kommentierten Bilderfolge die zwölf der bedeutendsten kulturellen Reiseziele, die Faschingshochburgen und ihre Faschingstraditionen vorzustellen. Zu unserem "Naschn Pfinsta" sagen die Südböhmen "Fetter Donnerstag", immer mit opulentem Schlachtschüsselessen als Unterlage für reichlich Alkoholkonsum verbunden. Damit die Bayern wissen, wie so eine böhmische Schlachtschüssel schmeckt, hatte die Region Südböhmen ein reichlich bestücktes Buffet zum kostenlosen Probieren aufgetischt: Blut- und Leberwürste, Wurstsuppe, kleine panierte Schnitzel und Pressackscheiben - ähnlich deftig wie in der Oberpfalz. Dazu noch altböhmische "Vejmrda", Grammelpogatschen, Bauchfleischrouladen, hausgemachtes Zwiebelbrot und Faschingskrapfen mit wunderbarer Marmelade innen drin. Immer wieder zog es die Gäste ans Buffet, denn nicht nur das Essen, sondern auch das Freibier von der weltberühmten Budweiser Brauerei lockte sich zuprostende Bierfreunde.

Als es rund ging, ließen sich Vizeregionschef Pavel Hroch (3.v.r.) und der Oberpfälzer Regierungsvizepräsident Christoph Reichert (2.v.r.) nicht zweimal bitten, sich bei den Musikanten einzureihen.

Singen und Tanzen

Später mischten sich die Musiker wieder unter die Gäste. Gabi Dlubal, zweite Vorsitzende des Trägervereins Bavaria Bohemia und Vorstandsmitglied Kamila Spichtinger, beide mit tschechischen Wurzeln, stimmten in die Lieder aus Böhmen ein. Andere drehten ein paar Tanzrunden mit. Moderator Sebastian Lesák dankte der Region Südböhmen für den großartigen und spendablen Auftritt, dem CeBB-Team für die Organisation und den Gästen, die mit ihrer guten Stimmung dem Faschingsgastspiel einen vollen Erfolg bescherten.

In bester Laune, Altbürgermeister Hans Wirnshofer (links im Vordergrund) in Weiding. Im Hintergrund die südböhmischne Musikanten, die nach der Schlachtschüssel nochmal in der Gewölbehalle aufspielen,.
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