Schönsee
18.09.2018 - 14:21 Uhr

Mehr Stellenwert für Pflegeberufe

Mehr Karriere-Chancen für Menschen in Pflegeberufen strebt Landtagabgeordnete Ute Eiling-Hütig an. Bei einer Gesprächsrunde wird allerdings deutlich, dass pragmatische Lösungen oft mit Landes- und Bundesgesetzen oder EU-Recht kollidieren.

MdL Ute Eiling-Hütig, Mitglied im Ausschuss "Gesundheit und Pflege" (im Bild mit MdL Alexander Flierl und Landrat Thomas Ebeling), sprach beim CSU-Kreisverband über Themen zur Sozialpolitik. Bild: mmj
MdL Ute Eiling-Hütig, Mitglied im Ausschuss "Gesundheit und Pflege" (im Bild mit MdL Alexander Flierl und Landrat Thomas Ebeling), sprach beim CSU-Kreisverband über Themen zur Sozialpolitik.

CSU-Kreisvorsitzender und MdL Alexander Flierl hieß in der Pension "Drei Seerosen" die Starnberger Landtagsabgeordnete und Vorsitzende der "Arbeitsgruppe Frauen" in der CSU-Fraktion sowie Landrat Thomas Ebeling und CSU-Kandidaten zur Bezirks- und Landtagswahl willkommen. Zum Gesprächsaustausch des Kreisverbandes mit der Politikerin waren auch CSU-Ortsvorsitzender Norbert Veitenhansl, Bürgermeisterin Birgit Höcherl, Zweiter Bürgermeister Josef Irlbacher und interessierte Besucher anwesend. In seiner Einführung ging Flierl auf die CSU-Politik in den vergangenen Jahrzehnten ein, durch die für Bayern "die richtigen und notwendigen Rahmenbedingungen" gesetzt worden seien.

In ihrem Statement zum Einstieg ließ Landtagsabgeordnete Ute Eiling-Hütig ihre Arbeit in verschiedenen Ausschüssen, darunter "Gesundheit und Pflege" Revue passieren. Hier bezeichnete sie es als Erfolg des bayerischen Gesetzgebers, dass das Landespflegegeld nicht auf Hartz-IV-Leistungen angerechnet wird. Der Bereich "Gesundheit und Pflege" werde überwiegend über Bundesgesetze abgedeckt. Dazu forderte die Referentin eine Anrechnung der Pflegezeiten bei der Rente, wenn Angehörige zuhause im familiären Umfeld einen Pflegedienst verrichten.

Nach Ausbildung halten

Generell verlangt die Referentin eine attraktivere Gestaltung des Pflegeberufes, die mit einer Modifizierung der Ausbildung und Aufstiegsmöglichkeiten erfolgen sollte. Wichtig sei, dass Pflegekräfte nach der Ausbildung in diesem Beruf gehalten werden können. Aktuell sei eine Verweildauer von fünf bis acht Jahren im Pflegeberuf festzustellen. Beim Einstieg von und auch notwendigen ausländischen Fachkräften in die Pflege berge jedoch deren Abschluss noch die ein oder andere Problematik. Belastend sei zudem die Bürokratie im Pflegedienst.

Klar stellte sie heraus, dass der "Dienst am Menschen" im Vordergrund stehen sollte und hinterfragte zugleich, ob die sozialen Berufe den entsprechenden Stellenwert und die ihnen zustehende Wertschätzung in der Gesellschaft haben. Beim Ausbau der Kurzzeit-Pflegeplätze müsse Personal vorgehalten werden, dessen Voraussetzung die Staatsregierung mit einem Ansatz im Haushalt mit fünf Millionen Euro berücksichtige.

Unverständliche Vorgaben

In der Diskussionsrunde wurde deutlich, dass der Pflegeberuf auch finanziell lukrativer gestaltet werden sollte. Unverständlich seien für Pflegebedürftige oder deren Angehörige Zeitvorgaben und die erforderliche Dokumentation der Tätigkeit. Augenscheinlich zwinge die Angst vor persönlicher Haftung aufgrund der Vorschriften von Land, Bund und EU die Pflegedienstleistenden, auf "Nummer sicher" zu gehen. Leider trete auch häufig das Wohl am Menschen gegenüber rechtlichen und wirtschaftlichen Aspekten zurück.

 
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