09.07.2020 - 15:18 Uhr
SchönseeOberpfalz

Naturwanderung am bayerisch-tschechischen Grenzkamm

Lieber zu Fuß als mit dem Bus: Das Team des Centrum Bavaria Bohemia (CeBB) begeistert mit einer Wandertour am bayerisch-tschechischen Grenzkamm in der nördlichen Oberpfalz. Bei Bärnau kreuzen sich Grünes Band und Goldene Straße.

Wandertour am bayerisch-tschechischen Grenzkamm bei Bärnau mit Alfred Wolf (vorne links) als ausgewiesenen Kenner der Geschickte der Goldenen Straße
von Hans EibauerProfil

Als Alternative zu den wegen Corona ausgefallenen Kulturtouren hatte sich Organisatorin Susanne Setzer diese Wanderung überlegt. Diese entpuppte sich als Volltreffer, der den Teilnehmern viele Komplimente entlockte. Das Wetter stimmte, die Route war gut gewählt und das Duo Alfred und Andrea Wolf als Kenner von Geschichte und Natur würzten den Wandertag mit vielen interessanten Details.

Es waren an die 20 Gäste, die der Einladung des CeBB zu einer etwa fünf Kilometer langen Wanderung am bayerisch-tschechischen Grenzkamm bei Bärnau folgten. Mit Alfred Wolf, Manager des Geschichtsparks Bärnau-Tachov, engagierte das CeBB einen fachkundigen grenzüberschreitenden Wegbegleiter. Ehefrau Andrea, zertifizierte Kräuterpädagogin, steuerte mit Blick auf die Blumenwiesen am Wegesrand Interessantes über die heilende Wirkung heimischer Pflanzen bei.

Erstes Zwischenziel war die Paulusbrunner Wiese, wo die Naturfreunde ein großartiger Panoramablick und eine vielfältige Blumen- und Blütenpracht erwartete. Nach der Überquerung des Grünen Bands ging es auf tschechischem Gebiet weiter zum Friedhof des verschwundenen Dorfes Paulusbrunn. Hier fanden Tschechen und Deutschen in nebeneinander liegenden Gräbern ihre letzte Ruhe. Nächste Station war der Böttgerstein, der einst in der Mitte der ehemaligen Gemeinde Paulusbrunn stand, einer nach 1680 entstandenen Streusiedlung aus sieben einzelnen Dörfern. Alfred Wolf ließ in seiner Schilderung die Ortsgeschichte an der Goldenen Straße aufleben.

Die Siedlungen von Paulusbrunn verband der Böttgerweg, auf dem es weiter Richtung Süden, parallel zur rund 500 Meter entfernten Grenze, zu einem Steindenkmal mit Blick nach Nürnberg und Prag ging. Der Standort markiert exakt den Verlauf der Goldenen Straße – ab dem 13. Jahrhundert die wichtigste Handelsstraße zwischen Prag und Nürnberg. Letztes Ziel der Wandertour war der Grenzlandturm, auch Roter Turm genannt. 1913 erbaute ihn Professor Franz-Xaver Mayer, ein gebürtiger Bärnauer. Den Turm kaufte 2009 die Stadt Bärnau, die im Kultur- und Festspielverein "Wir im Bärnauer Land" einen heimatbewussten Betreuer fand. Heutzutage können sich im Turm Gäste für ein paar Tage einmieten.

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