Das Buch "Bernd Posselt erzählt Europa" kam im Oktober im Regensburger Pustet Verlag heraus. In bisher 30 Veranstaltungen hat der Autor leidenschaftliche Überzeugungsarbeit für ein gemeinsames europäisches Fundament geleistet. Hundert weitere Termine sind schon fest ausgemacht. Wird sich seine Botschaft in der Europawahl im Mai niederschlagen? Dafür tut Bernd Posselt alles, wie sein Auftritt am Samstagnachmittag im Centrum Bavaria Bohemia (CeBB) zeigte.
Zweifler mitnehmen
Dort traf der Europapolitiker, Brückenbauer Ehrenpreisträger, Paneuropaunionsvorsitzender und Bundesvorsitzender der Sudetendeutschen Landsmannschaft bei seiner Buchvorstellung am Samstagnachmittag viele Freunde aus dem grenzüberschreitend engagierten Kreis. Unter ihnen Landrat Thomas Ebeling als Schirmherr, Verleger Fritz Pustet und viele Mitglieder von Bavaria Bohemia. Mit seinem Buch will er natürlich auch Menschen gewinnen, die er zum ersten Mal begegnet und die am Europa der heutigen Zeit zweifeln oder sogar verzweifeln. "Erwarten sie bitte nicht, dass ich hier eineinhalb Stunden aus meinem Buch lese. Ich erzähle ihnen vielmehr, was im Buch steht und woher sich mein leidenschaftliches Engagement für ein Europa der Einheit, aber auch der kleinräumigen Geborgenheit speist."
Für seine Überzeugungsarbeit hat Bernd Posselt sein Buch nur als kleine Stütze in der Hand. Er redet frei und nützt seine Argumentationskunst. Anfangs ordnet er sich selbst ein. Das Schicksal seiner Familie habe ihn zum überzeugten Europäer gemacht. Der Vater kam aus dem Zwei-Völker-Land Böhmen, die Mutter aus der Steiermark. Krieg und Vertreibung hatten die Eltern entwurzelt. Sie erzogen Bernd Posselt und seine Geschwister in der neuen deutschen Heimat nahe Frankreich anti-nationalistisch. 19 Jahre ist er alt, als er die Paneuropa-Jugend Deutschland gründet.
Wohin Bernd Posselt mit Europa will, und wie er seinen "Bauplan für Europa" beschreibt, versteht er natürlich auch als Botschaft an die Wähler bei der Europawahl am 26. Mai und als politisches Programm, für das er nach fünf Jahren Pause wieder als CSU-Europaabgeordneter leidenschaftlich kämpfen will. Er zitiert Winston Churchill, der in seiner wegweisenden Züricher Rede 1946 "von so etwas wie Vereinigte Staaten von Europa errichten" sprach. Was heißt "so etwas" fragt Bernd Posselt und gibt Punkt für Punkt plausible Antworten: Föderalistisch, aber durchsetzungsstark. Die Minderheiten nicht als Sprengstoff, sondern als Kitt für Europa verstehen. Im Ergebnis eine starke Einheit mit kleinräumiger Geborgenheit schaffen.
Er nützt die Chance, seinen Bauplan für Europa ganz ausführlich zu beschreiben, als Diskussionsredner Fragen zum Verhältnis zu Victor Orban, dem ungarischen Regierungschef, zum Beamtenparadies EU und zur Anzahl der Mitgliedsstaaten stellen, ja sogar Europa in einer Abschwungphase sehen. Sein Credo sind Mehrheitsentscheidungen wie in einer parlamentarischen Demokratie, er sieht die Türkei nicht als Vollmitglied, denn es ist kein europäisches Land. Die Anmerkung zum Beamtenparadies will er so nicht stehen lassen, denn die eingeleitete Entbürokratisierung schreite voran. "Unter Juncker ist die Zahl der Verordnungen drastisch zurückgegangen. Der EU-Haushalt hat eine Verwaltungsquote unter 2 Prozent, nicht mal so viel wie Nordrhein-Westfalen." Sein Verhältnis zu Victor Orban schildert er ausführlich, weil er ihn noch aus der Studentenzeit als progressiven Europäer kennt. Jetzt sieht er kommen, dass sich die EVP-Fraktion von ihm trennen muss.
Warum Bernd Posselt so leidenschaftlich von Europa erzählt, ist ihm an diesem Nachmittag im CeBB anzumerken. Er will bei der Europa-Wahl eine hohe Wahlbeteiligung erreichen und er will gegen die ankämpfen, die Europa zerlegen wollen. Deshalb setzt er sich nach der gefragten Signierstunde mit vielen persönlichen Sätzen in den Büchern gleich ins Auto, um rechtzeitig nach Weiden zur Lesung zu kommen.














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