29.05.2018 - 16:11 Uhr
SchönseeOberpfalz

Schönsee ist wieder „Spitzen“ Stadt

In der Stadt Schönsee dreht sich in dieser Woche alles um die Spitzenklöppelkunst. Die vor drei Jahren ins Leben gerufenen Schönseer Klöppeltage wechseln sich im zweijährigen Turnus mit der etwas kleineren Woche „Klöppeln aktiv“ ab.

Bürgermeister und Damen vom Klöppelkreis bewundern vom Treppenhausbalkon die im Wind tanzenden Klöppelkunstwerke: (von links) Ludwig Prögler, Tiefenbach, Gerald Reiter, Stadlern, Manfred Dirscherl, Weiding, Maria Spichtinger, Schönsee, Birgit Höcherl, Schönsee, Frieda Roith, Schönsee und Johann Müller, Tiefenbach. Bilder: eib (3)
von Hans EibauerProfil

(eib) Heuer mit sechs beeindruckenden Ausstellungen, vier dreitägigen Kursen, mit Freiluft-Klöppelkunst am Hahnenweiher und einem Hutscha-Nachmittag am Samstag im Kaufhaus Köck.Bürgermeisterin Birgit Höcherl eröffnet am Montag "Klöppeln aktiv" in der Gewölbehalle im Centrum Bavaria Bohemia (CeBB) neben dem Banner, das an die Aufnahme des Spitzenklöppelns im Oberpfälzer Wald in die bayerische und nationale Liste des immateriellen Kulturerbes der UNESCO erinnert. Sie freute sich, dass in diesen Tagen die Kunst des Spitzenklöppelns mit immenser Vielfalt zum touristischen und kulturellen Anziehungspunkt im Schönseer Land wird. Mit Dankesworte an alle, die thematisch und organisatorisch hinter "Klöppeln aktiv" stehen, auch an ihre Bürgermeisterkollegen, leitete sie über zur Vorstellung der Ausstellungen.

Mit fünf von sechs Ausstellungsbeiträgen ist das CeBB eine Woche lang Dreh- und Angelpunkt der Präsentationen. In einer weiteren Ausstellung (bis 14. August) mit dem Thema "Unkonventionelle Materialien in der tschechischen Klöppelspitze" richtet das Schönseer Kaufhaus Köck den Blick auf die Klöppelkunst im Nachbarland. In seinem Klöppelshop, der in Fachkreisen als einer der am besten sortierten Anbieter von Klöppelbedarf geschätzt wird, werden Kunden vor Ort und über den Onlinehandel in über 50 Ländern der Erde bedient. Beim Hutscha-Nachmittag am Samstag von 13 bis 16 Uhr mitten in der Klöppeletage ist drei Stunden Zeit zum Fachsimpeln bei Kaffee und Kuchen, betreut vom Klöppelkreis.

"Etwa ab dem Jahr 2000 öffnete sich das Spitzenklöppeln für neue Stilrichtungen, für neue Materialien, für mehr Experimentierfreude. In diesen 18 Jahren hat sich das Klöppeln stark weiterentwickelt. Es erlebte eine Boom, der bis heute anhält. Das künstlerische und technische Niveau ist enorm gestiegen, auch dank der vielen Kurse, die in Schönsee und anderen Orten jedes Jahr angeboten werden" sagte Marianne Geißendörfer aus Uffenheim, eine der Kursleiterinnen, die bei einem Rundgang die von den vier Dozentinnen dieser Woche geschaffenen Arbeiten unter dem Titel "Facetten der Klöppelspitze" in der Gewölbehalle vorstellte. Die filigranen Arbeiten aller sechs Ausstellungen zeigen, dass das Spitzenklöppeln in der textilen Kunstwelt angekommen ist. Elke Mauritz aus Sulzbach-Rosenberg, weitere Kursleiterin, stellte die Präsentation des Deutschen Klöppelverbands mit den diesjährigen Wettbewerbsarbeiten unter dem Thema "Upcycling" vor. "Aus alt mach neu oder sogar besser" - diesen Trend griff die Ausschreibung zum diesjährigen Wettbewerb auf. 23 höchst kreative Arbeiten landeten auf dem Tisch der Jury und gehen nach Schönsee weiter auf Ausstellungstour. Darunter die drei mit Preisen ausgezeichneten Kreationen aus Abfallmaterialien, von Plastik über Edelstahl, Wolle, Jeansstoff bis Geigensaiten, um nur einige herauszugreifen.

Ehrgeiz und Kunstfertigkeit legten die Damen des Klöppelkreises Schönsee, Stadlern, Tiefenbach für ihre zwei Präsentationen zu "Klöppeln aktiv" an den Tag. Unter dem Titel "Luftbewegungen" pendeln Spitzenwerke der Klöpplerinnen aus der Region seit Montag im Luftraum des CeBB wie tanzende Sonnen, Segel und Blätter im Wind. Das religiöse Thema "Unter dem Schutz Mariens" setzte Klöppelkreisleiterin Frieda Roith in der Ausstellung im Treppenhaus des CeBB um. Der abschließende Stehempfang bei Häppchen und Gebäck von Mitgliedern des Klöppelkreises war gute Gelegenheit, Komplimente an die Klöppelkünstlerinnen zu verteilen und sich in die Finessen der Kunst mit den dünnen Fäden verraten zu lassen.


Info:

Ausstellungen:

-Facetten der Klöppelspitze - Kursleiterinnen stellen sich vor (CeBB - Gewölbehalle)

-Unter dem Schutz Mariens (CeBB - bb-central)

-Luftbewegungen (CeBB - Luftraum)

-Wettbewerb des deutschen Klöppelverbandes (CeBB - bb-dialog)

-Kursergebnisse aus "Malerei trifft Spitze" (CeBB - bb-dialog)

-Unkonventionelle Materialien in der tschechischen Klöppelspitze (Klöppelshop im Kaufhaus Köck, bis 14. August)

-Freiluft-Klöppelkunst am Hahnenweiher

Alle Ausstellungen im CeBB sind nur diese Woche bis Sonntag zu sehen. Öffnungszeiten am Mittwoch von 9 - 16, am Samstag von 10 - 11:30 und am Sonntag von 14 - bis 17 Uhr. Am Feiertag Fronleichnam ist das CeBB geschlossen.

Dreitägige Kurse im Klöppelraum in der ehemaligen Hauptschule:

-Fazination Halbschlag: Leitung Marianne Geißendörfer

-Verbindungen sind wichti: Leitung Elke Mauritz

-Stift und Klöppel: Leitung Ute Klug

-Geklöppelter Schmuck: Leitung Birgit Härtel












Die Hutkreation aus Spitze von Elke Mauritz wäre ein Blickfang für einen Staatsempfang, eine Hochzeit oder das Pferderennen in Ascot.

Bürgermeisterin Birgit Höcherl (Mitte) beim Fachsimpeln mit den Kursleiterinnen Marianne Geißendörfer (links) und Elke Mauritz (rechts).

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